Leser geben Votum ab

Umfrage zu neuem Standort für Offenbach-Schriftzug - Hafeninsel im Gespräch

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Der Offenbach-Schriftzug braucht einen neuen Standort. Leser Manfred Fleischer favorisiert einen Umzug des Schriftzugs auf die Hafeninsel und hat dies visualisiert. 

Der Offenbach-Schriftzug braucht einen neuen Standort. Eine Umfrage unter Lesern bringt viele neue Ideen.

  • Das 70er-Jahre-Reese-Relikt an der Berliner Straße in Offenbach wird abgerissen
  • Der Offenbach-Schriftzug auf dem angrenzenden Feldherrnhügel wurde abgebaut
  • Jetzt sucht die Stadt Offenbach nach einem neuen Standort für den Schriftzug

Offenbach – Die Abrissbirne schlug am Montag erstmals in den Beton des ungeliebten 70er-Jahre-Reese-Relikts an der Berliner Straße in Offenbach ein. Wie gestern berichtet, entsteht Neues, wo sich in der Vergangenheit Bieberhaus, Massa und Toys’R’Us als sogenannte Ankermieter ablösten. 

Schon seit längerem vorsorglich abgebaut ist der Offenbach-Schriftzug auf dem angrenzenden sogenannten Feldherrnhügel.

Offenbach: Schriftzug braucht neuen Standort

Wohin zukünftig damit? Diese Frage hatten wir an unsere Leser weitergegeben, nachdem die markanten weißen Lettern weichen mussten. Die Antworten geben kein klares Votum ab, zumal es an zentralen, stark frequentierten und zugleich gut sichtbaren Orten mangelt. Schon jetzt scheint klar: Auch die Stadt wird sich bei der Wahl eines neuen Stan dorts eher schwer tun.

Bereits vor mehr als zwei Jahren hatte die Stadt alternative Standorte für das beliebte Fotomotiv geprüft. Ein geeigneter Ort konnte damals aber nicht gefunden werden, da der Schriftzug zur vollen Entfaltung seiner Wirkung idealerweise in einem urbanen Umfeld inszeniert werden sollte und einen ausreichend großen Platz benötigt.

Befürworter aus der Verwaltung und die Initiatoren des Schriftzuges hatten sich seinerzeit für den künftigen Park an der Spitze der Hafeninsel ausgesprochen.

Offenbach-Schriftzug: Neuer Standort auf der Hafeninsel?

Den favorisiert auch unser Leser Manfred Fleischer. Der hat das ganze auch gleich visualisiert. Das Ergebnis – unabhängig von tatsächlichen Proportionen – spricht eigentlich für sich.

Allerdings sieht der Entwurf „kap - Inselspitze Hafen Offenbach“ der Arbeitsgemeinschaft Gustav Zech Stiftung und Deutsche Wohnwerte, der das ausgeschriebene Investorenauswahlverfahren gewonnen hat, dort ganz andere „Blickfänge“ vor: An der Hafenspitze will Michael Schmutzer, Gründer von Hauptmieter Design Offices, künftig einen 62 Meter hohen Büroturm „mit innovativen Arbeitswelten sowie Corporate Co-Working“ betreiben. 

Noch etwas höher (75 Meter) und seitlich versetzt markiert ein Turm mit 4-Sterne-Plus-Business-Hotel der Bremer Atlantic-Gruppe die äußerste Spitze der Bebauung. Ein kleineres, 40 Meter hohes Gebäude, rundet das Ensemble ab.

Alle Vorschläge unserer Leser werden an die Stadtverwaltung weitergeleitet. Darunter sind auch die Vorschläge, die den Schriftzug, (der ja bewusst ironisch mit dem gewachsenen Image der Stadt spielt und so von vielen Menschen lieb gewonnen wurde) im oder am Fußball-Stadion platzieren wollen.

Offenbach: Schriftzug könnte vom Flugzeug aus sichtbar sein

Leser Jürgen Meier spricht wohl allen aus der Offenbacher Seele: „Den Schriftzug zu verschrotten, wäre eine Todsünde und sollte vermieden werden“, stellt er seinem Vorschlag voran. Er schreibt: „Wie wäre es, wenn der Schriftzug nicht aufgestellt, sondern hingelegt wird? Und zwar am Buchhüg el in die Nähe vom Wetterpark? Viele Flugreisende schauen beim Landeanflug aus dem Fenster. 

Es wäre doch schön, wenn wir so signalisieren können, wo sich die Fluggäste gerade befinden.“ Einen anderen Standort favorisiert Werner Frei: „Neben dem Sheraton-Hotel gibt es einen Hügel mit alten Platanen. Der würde sich gut für den Schriftzug eignen.“ Und er fügt hinzu: „Dieser Hügel ist auch von der Berliner Straße aus gut einsehbar.“

Das nimmt Inge Falb-Siemon auf, die sich allerdings nicht allein auf gute Sichtbarkeit fokussiert: „Ich finde diesen Vorschlag identitätsstiftend. Hier, im ,Kultur-Karree’, finden sich viele Hinweise auf die interessante Geschichte Offenbachs von der Zeit, als man Residenzstadt der Isenburger Grafen war, bis zur heutigen Großstadt im Rhein-Main-Gebiet.“

Neuer Standort gesucht: Offenbach-Schriftzug muss umziehen

Das große, moderne „D“ am südwestlichen Rand des Büsingparks drücke die Wertschätzung für Offenbach als „Druckwerkstatt“ aus, und die Kirche der Französisch-reformierten Gemeinde an der Herrnstraße gebe Nachricht davon, dass die Isenburger Grafen bereits 1699 Hugenotten als Flüchtlinge aufnahmen. „Und die Stelen mit den Hinweisen auf die Notenfabrik André und die Schriftstellerin Sophie von La Roche, auch die Namengebung der Parkwege nach bekannten Offenbacher Rabbinern und der einzigen Rabbinerin, sind wichtige Hinweise auf Offenbachs Geschichte“, schreibt Inge Falb-Siemon.

Herbert Rupp, Hermann Reising und I. Schmid favorisieren hingegen den Schneckenberg. Gemeinsamer Tenor: Dort wäre der Schriftzug (2 000 Euro kostete einer der vier Millimeter dünnen, weiß lackierten Aluminiumbuchstaben im je 500 Kilo schweren Betonfundament) weithin sichtbar ähnlich dem realen Vorbild „Hollywood“. Schmid führt aus: „Das würde der aufstrebenden Stadt mit ihrer Hochschule für Gestaltung gut stehen.“

Eventuell, so die Einschränkung, müsste an der Größe der Buchstaben nachgebessert werden, damit sie auch aus dem Flugzeug erkennbar wären. „Da könnte sich der Flughafen-Betreiber finanziell einbringen“, lautet ein zusätzliches Argument.

Von Martin Kuhn

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