Weil Lehrer viel reden müssen

Schule produziert Visiere mit dem 3D-Drucker

Weil die üblichen Masken nicht praktikabel sind: Robert Börner, stellvertretender Schulleiter, ist einer der ersten, die mit den Visieren ausgestattet wurden.
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Weil die üblichen Masken nicht praktikabel sind: Robert Börner, stellvertretender Schulleiter, ist einer der ersten, die mit den Visieren ausgestattet wurden.

Weil Lehrer viel reden müssen, ist ein herkömmlicher Mundschutz schnell durchfeuchtet. Eine Schule aus Offenbach produziert wegen Corona nun Visiere aus dem 3D-Drucker.

  • Die Gewerblich-technischen Schulen Offenbach haben nach Corona-Schließung wieder geöffnet
  • Die Schule produziert nun mit einem 3D-Drucker spezielle Mundschutz-Visiere für die Lehrer
  • Der Drucker schafft acht Visiere pro Stunde

Offenbach – Verständlich sprechen mit Maske vor dem Gesicht. Eine echte Herausforderung. Zumal für Lehrkräfte, die bekanntermaßen im Unterricht nicht wenig reden, so dass ein Mundschutz auch noch schnell durchfeuchtet ist. Vor dieses Problem gestellt, suchten engagierte Lehrer der Gewerblich-technischen Schulen (GtS) nach einer Lösung und erinnerten sich der 3D-Drucker, die normalerweise den Schülern zur Verfügung steht, die sich in ihren Leistungskursen und in einer schulformübergreifenden AG mit sogenannten additiven Fertigungsverfahren beschäftigen.

Gewerblich-technische Schulen in Offenbach produzieren Visiere für Lehrer mit 3D-Drucker

Nun, in diesen ungewöhnlichen und nach kreativen Ideen verlangenden Zeiten, werden die vier Geräte dazu genutzt, Spuckschutz-Visiere zu drucken. 30 Minuten braucht ein Drucker für eine Maske, unterm Strich können an den GtS also acht Visiere in der Stunde produziert werden.

Bislang sind die Damen der Verwaltung und die Fachlehrer mit dem Schutz ausgestattet worden. Erklärtes Ziel ist jedoch, alle Lehrkräfte der Schule damit zu versorgen. Christian Koch und Efstratios Metskas, die das Projekt betreuen, entwickeln auch schon neue Varianten, so dass man den Spuckschutz mit Clips und ohne Nähmaschine befestigen kann.

Die vier 3D-Drucker werden derzeit zur Produktion von Visieren genutzt. 

Seit vergangenen Montag kommen die Schülerinnen und Schüler der Abschlussklassen und die Gymnasiasten der Q2 wieder in die gewerblich-technischen Schulen, um insbesondere in den Prüfungsfächern unterrichtet zu werden. „Bisher läuft alles gut“, sagt Robert Börner, stellvertretender Schulleiter der GtS. Alle Schüler seien mit Maske in die Schule gekommen. Der Unterricht beginne versetzt, so dass nicht alle gleichzeitig ankommen. Zudem seien alle über die vorgeschriebenen Hygienemaßnahmen informiert worden. „Wir sind froh, dass wir sie nun wieder vor uns sehen“, freut sich Börner.

Gewerblich-technische Schulen in Offenbach: Plexiglas in Bibliothek und Kiosk

Schüler aus der Realschule für Erwachsene und aus der Berufsfachschule zum Übergang in Ausbildung, die derzeit noch im Homeschooling sind, sollen ab nächster Woche auch die Gelegenheit haben, einmal in der Woche in die Schlossgrabengasse zu kommen, ihre Lehrkräfte zu sehen und sich Aufgabenpakete abzuholen. „So erreichen wir auch die Schülerinnen und Schüler, die technisch nicht so gut ausgestattet sind“, sagt der stellvertretende Schulleiter.

Weiteres Engagement zeigte das Team der Gewerblich-technischen Schulen Offenbach bei der Ausstattung der Bibliothek, der Verwaltung und des Schulkiosks. In Eigenregie des Kollegiums und auf eigene Kosten wurden an Orten mit persönlichem Kontakt Abschirmungen aus Plexiglas angebracht.

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