Ein Bau für die Waldfüchse

Schutzhütte für den Waldkindergarten

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Freuen sich über die neue Hütte für den Waldkindergarten (von links): AWO-Vorsitzender Kurt Herrmann, Planerin Birgit Mathe, der stellvertretende AWO-Vorsitzende Kurt Henninger, die Leiterin der Kita Fuchsbau Tina Pfeiffer-Bechtold sowie Planer Karl Heusel.

Offenbach - Wald und Wiese als riesiger Abenteuerspielplatz soll die Fantasie der Kinder anregen. Die Werkstätten Hainbachtal bieten als erster sozialer Träger in Offenbach einen Waldkindergarten an. Gestern wurde die Schutzhütte eingeweiht. Von Rebecca Röhrich

Schon von Weitem sind die spielenden Kinder zu hören, die über die großzügige Lichtung und durch den angrenzenden Wald toben. Sie haben ihr neues Territorium im Hainbachtal längst in Beschlag genommen. Denn seit gestern hat die Kindertagesstätte Fuchsbau der Werkstätten Hainbachtal eine Außenstelle im Wald. Mit der Einweihung der schmucken Schutzhütte, die aus Odenwaldholz gebaut wurde, ist auch Platz für eine zweite Waldkindergartengruppe. Die Hütte und das Gelände des Waldkindergartens liegen etwas abseits der anderen Gebäude, die zur Arbeiterwohlfahrt (AWO) in Offenbach gehören.

„Insgesamt 48 Plätze wird es im Lauf des Jahres in unserem Waldkindergarten geben“, sagt AWO-Vorsitzender Kurt Herrmann. Mit dem Waldkindergarten etabliert die AWO ein weiteres pädagogisches Konzept in der Kita Fuchsbau. Die Kinder werden sich dort die meiste Zeit im Freien aufhalten. Auf dem eingezäunten Gelände gibt es neben der neu gebauten Schutzhütte zwei feste Stationen im Wald, wo die Kinder, spielen, lernen und essen.

Kindheit enger mit Natur verknüpfen

Das naturpädagogische Konzept verfolgt den Ansatz, die Kindheit wieder enger mit der Natur zu verknüpfen. „Sie haben vielmehr Teil am Kreislauf der Jahreszeiten“, so die Leiterin der Kita Fuchsbau Christina Pfeiffer-Bechtold. Motorische Fähigkeiten würden dadurch verbessert, dass die Kinder den ganzen Tag über unebenen Waldboden laufen und auf Baumstämmen balancieren können. Außerdem sollen sie auf spielerische Art und Weise Tiere und Pflanzen kennenlernen.

„In Verschiedenheit miteinander in der Natur“ lautet der pädagogische Ansatz dahinter. „Da wird spielend gelernt“, äußerte sich Bildungsdezernent Peter Schneider (Grüne) begeistert. Der Waldkindergarten ist also nicht exklusiv und kostet nicht mehr als ein regulärer Kindergartenplatz. Aber bereits jetzt sind die Plätze rar; denn Umwelterziehung ist beliebt. Vermutlich werden die zwei Gruppen des Waldkindergartens bereits im August dieses Jahres voll besetzt sein.

„Die Nachfrage überwältigt uns“, sagt die Sprecherin der Werkstätten Hainbachtal, Jasmin Rack. „Das liegt daran, dass wir bisher die Einzigen sind, die einen Waldkindergarten in Offenbach anbieten.“

65.000 Euro hat sich die AWO die Schutzhütte kosten lassen. „Die Stadt kommt uns bei den Betriebskosten entgegen“, so Herrmann. Bis 2018 hat sie die Genehmigung erteilt. Ob danach die geräumige Hütte weiter als Waldkindergarten genutzt werden kann, ist unklar. Aber der Geschäftsführer der Werkstätten Hainbachtal ist optimistisch, dass es auch nach 2018 eine Zukunft für den Waldkindergarten in Offenbach gibt. Die Nachfrage ist zumindest da.

Kinder im Waldkindergarten jeden Tag draußen

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