Schwimmbad auf der Rosenhöhe

Desolate Schwimmbad-Situation soll bald der Vergangenheit angehören

Offenbach war in den letzten Jahren nicht gerade für seine Schwimmbäder bekannt. Das soll sich nun ändern (Symbolbild).
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Offenbach war in den letzten Jahren nicht gerade für seine Schwimmbäder bekannt. Das soll sich nun ändern (Symbolbild).

Dass Offenbach in der Vergangenheit in Sachen Badekultur Vorreiter war, dürfte angesichts der eher bescheidenen Gegenwart nur wenigen bewusst sein. Doch die desolate Schwimmbad-Situation soll sich nun ändern.

Offenbach – Geschwommen werden darf im Schultheisweiher, auch wenn die Wasserqualität das eher selten zulässt, und im Schwimmbad auf der Rosenhöhe.

Letzteres wird vom EOSC betrieben, seit die Stadt es aus finanziellen Gründen nicht mehr in Eigenregie verantworten konnte – ohne städtische Betriebskostenzuschüsse wäre aber auch dieses Angebot nicht möglich. Der Zustand der gesamten Anlage führte in den vergangenen Jahren immer wieder zu Diskussionen über die Zukunft des Bades.

Offenbach: Sanierung des Schwimmbads auf der Rosenhöhe

Einstimmig haben die Stadtverordneten nun für eine Sanierung und Erweiterung des Schwimmbades gestimmt, um die letzte verbliebene Badeanstalt im Stadtbereich zu erhalten. Für 2,25 Millionen Euro soll zunächst eine neue Traglufthalle für den Winterbetrieb des 50-Meter-Beckens angeschafft werden. In einem nächsten Schritt wird – zum Ausbau des Schulschwimmens – eine weitere Traglufthalle für das 25-Meter-Becken kommen, zudem ist die Sanierung von Umkleide und technischen Anlagen vorgesehen. Die Stadt kann dabei auf Förderung durch das Landesprogramm SWIM hoffen.

Offenbach: Schwimmbad-Situation einer Großstadt „unwürdig“

War man sich im Erhalt des letzten Bades in Offenbach einig, gingen bei der Bewertung dieses Schrittes die Meinungen unter den Stadtverordneten aber auseinander. Als „großen Wurf“ bezeichneten die Grünen den Ausbau des Bades, die SPD auch – aber mit der wohlweislichen Einschränkung „für Offenbacher Verhältnisse“. Denn dass es nur noch ein Schwimmbad gebe, sei „unwürdig einer Großstadt“, wie Holger Hinkel (SPD) sagte. Er vergaß dabei aber nicht zu erwähnen, dass der Bäderkahlschlag in Offenbach in den 1990er Jahren unter der Regie eines SPD-Oberbürgermeisters erfolgte.

Schwimmbäder in Offenbach: Unstimmigkeiten zwischen den Stadtverordneten

Die CDU begrüßte den Erhalt des Bades und den Ausbau des Schulschwimmens, schließlich ist es laut einer Studie um die Schwimmfähigkeit der Offenbacher Schüler schlecht bestellt.

Die neue Traglufthalle auf der Rosenhöhe soll an den Seiten mehr Platz bieten als die derzeitige Konstruktion. Vor Beginn der Stadtverordnetenversammlung demonstrierte Julius J. Jonasch für ein neues Schwimmbad im Hafenviertel.

Deutlich kritischer meldete sich Oliver Stirböck (FDP) zu Wort: Von einem „großen Wurf“ könne man angesichts der bescheidenen Schwimmmöglichkeiten im Stadtgebiet nicht sprechen. „Heute wird lediglich ein Stück weit Reparatur betrieben“, dessen was einst durch die Schließung verloren ging, sagte Stirböck. Allerdings sei es auch sicher, dass „wir nicht mehr in die Situation der 1980er Jahre zurückkommen werden“, als es noch das Stadt-, Park- oder Tambourbad gab.

Von Frank Sommer

Ein thematischer Dauerbrenner in Offenbach ist die Verkehrssituation. 2020 müssen sich Autofahrer wappnen – überall in der Offenbach tauchen Baustellen auf. Das Straßennetz wird umfangreich saniert. 

Sämtliche Freibäder dürfen nach der Corona-Schließung bald wieder für den Vereinssport öffnen. In der Region rund um Offenbach und Hanau bereiten sich die Schwimmbäder aber schon auf weitere Badegäste vor. Im Schwimmbad auf der Rosenhöhe in Offenbach steht ein Termin für die Wiedereröffnung. 

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