Löcherstopfer mit Rüssel

+
So wird das gemacht: Ausblasen der Schadstelle mit Druckluft, Aufbringen einer Emulsion, das Schlagloch mit einem Gemisch aus Splitt und Emulsion füllen, Abdecken mit Splitt

Offenbach - Es ist ein nicht endendes Unterfangen: Der Winter bringt Schlaglöcher, der Sommer eine notdürftige Reparatur. Der Stadtdienstleister ESO setzt nun auf den sogenannten Patcher; aus dem Englischen übersetzt: Flicken, Nachbessern. Von Martin Kuhn

Seit einer Woche ist das Zwei-Mann-Team mit dem speziellen Fahrzeug in Offenbach unterwegs. Hat der ESO vorher die Löcher im 230-Kilometer-Straßennetz gezählt? „Oh je“, stöhnt Sprecher Oliver Gaksch. Nein, hat der Eigenbetrieb nicht. Autofahrer und Radfahrer könnten eine schier endlose Schlagloch-Liste zusammenstellen. Gaksch formuliert lieber: „Das Fahrzeug ist ausgelastet.“ Die Mitarbeiter geben ihr bestes, um die Löcher zu stopfen, die der Frost hinterlässt: Durch Risse dringt in die Fahrbahn Wasser ein, das bei Minustemperaturen gefriert. Das Eis sprengt den Bitumen weg oder hinterlässt Hohlräume, die durch den Druck der Autos und Lastwagen einbrechen. Der Asphalt beginnt zu bröseln, jeder weitere Autoreifen reißt neue Stücke heraus. Diese bessert die Straßenunterhaltung aus.

Ein neues Gefährt im Fuhrpark macht es möglich, oder besser gesagt ein Aufbau auf einem Standard-Fahrzeuggestell. Kosten: 100 000 Euro. Im Winter verteilt es Salz und dient als Transporter, im Sommer als Löcherstopfer. Dann ersetzt ein Sprührüssel den Streuteller; dazu kommt ein Tank mit einer speziellen Splitt- und Bitumenmischung – fertig.

Straßensperrungen entfallen

An einem Schlagloch wird die schadhafte Stelle zunächst per Luftdruck gereinigt und mit Bindemittel eingesprüht. Im Anschluss folgt das Auffüllen mit dem Splittgemisch, um die Schäden auf Fahrbahndecken zu beseitigen. Vorteil des Verfahrens laut Gaksch: „Die Mitarbeiter erledigen mehrere Arbeitsschritte in einem Durchgang und kommen damit deutlich schneller und effektiver voran.“

Zudem entfallen Straßensperrungen, „was sich positiv auf den Verkehrsfluss auswirkt“. Dem Patcher sind allerdings Grenzen gesetzt: Für eine erfolgreiche Reparatur sind konstante Plusgrade und trockenes Wetter notwendig. Problemlos flickt das Gerät bis zu drei Zentimeter tiefe Löcher, die bis zu 30 mal 30 Zentimeter groß sind. Ansonsten sind mehrere Arbeitsgänge notwendig.

Wer den Patcher mit Aufträgen versorgen will, kann das bequem im Internet erledigen. Der Stadtkonzern hat extra einen Mängelmelder (auch für Müllablagerungen, öffentliches Grün) installiert. Einziger Haken: Das übliche Procedere, für Internet- oder E-Mail-Adressen die Umlaute ä, ö oder ü zu ersetzen, führen in diesem Fall in die Irre! http://offenbach.mängelmelder.de

Kommentare