Sheraton Offenbach ausgezeichnet

Von Corona gebeutelt - Ehrung für Ausbildungsleistung ist Balsam für Nobelhotel

Das Siegel ist angekommen: Kerstin Junghans (Geschäftsführerin Dehoga Hessen), Personalchefin Maria Dittrich und Sheraton-Direktor Dirk Wilhelm Schmidt.
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Das Siegel ist angekommen: Kerstin Junghans (Geschäftsführerin Dehoga Hessen), Personalchefin Maria Dittrich und Sheraton-Direktor Dirk Wilhelm Schmidt.

Die Beherbergungsbranche leidet, wie das gesamte Gastgewerbe, massiv unter den Auswirkungen der Pandemie. Einen Buchungs-Einbruch von 47 Prozent im Vergleich zum Vorjahr hat das Statistische Bundesamt für den Zeitraum von Januar bis Juni ermittelt.

Offenbach - Weitaus schlimmer, als der Durchschnittswert ahnen lässt, dürfte es Stadt-Hotels erwischt haben, die kaum auf den klassischen Tourismus bauen können, sondern auf Geschäftsreisende angewiesen sind. Dirk Wilhelm Schmidt, der General Manager des Offenbacher Flaggschiffs Sheraton am Büsingpalais, möchte lieber keine Zahlen oder Prozentsätze nennen, sagt aber: „Es ist dramatisch.“ Sein Haus ist stark abhängig von internationalem Publikum, nur 30 Prozent der Gäste kommen in normalen Jahren aus Deutschland. Aktuell reißt die Absage der Internationalen Lederwarenmesse in Offenbach ein weiteres Loch.

Das Sheraton – so heißt das 1995 rund ums ehemalige Parkbad als Arabella eröffnete Hotel seit 1998 – lebt auch von Veranstaltungen wie Kongressen und Tagungen. Die werden nun seltener gebucht. „Wenn Interesse da ist, spüren wir viel Unsicherheit, das bedeutet das für uns lange Beratungsgespräche“, erzählt Schmidt. Er ist aber optimistisch, dass sein Vier-Sterne-Hotel relativ unbeschadet durch die Krise kommt. „Wir hoffen, dass alles gut geht, und wir kämpfen drum, dass wir es schaffen“, sagt er. Die 65 Offenbacher Sheraton-Mitarbeiter sind derzeit wie die meisten ihrer Kollegen bundesweit in Kurzarbeit.

In einer derartigen Lage muss eine Auszeichnung wie Balsam für die Hoteliers-Seele daherkommen: Der Deutsche Hotel- und Gastronomieverband (Dehoga) hat das Sheraton Offenbach mit dem seit Beginn dieses Jahres verliehenen Qualitätssiegel „TOP Ausbildungsbetrieb“ versehen. Dieses steht für überdurchschnittliches Engagement in der Lehre.

Ziel des Siegels soll es sein, sich in dieser Beziehung besonders bemühende Betriebe für ihre Leistungen hervorzuheben. Die Kriterien seinen hoch gehängt, lässt der Dehoga wissen. Der Zertifizierungsprozess werde maßgeblich durch die Rückkopplung der im Betrieb arbeitenden Auszubildenden beeinflusst.

Das Sheraton Offenbach Hotel war im April eines der ersten Hotels in Deutschland, dem die Zertifizierung bestätigt wurde. Aufgrund der Corona-Situation standen in den vergangenen Monaten andere Themen im Vordergrund, weswegen die Übergabe der Urkunde erst jetzt stattfand.

„Wir engagieren uns seit Jahren sehr für eine gute Ausbildung, sodass die Einführung dieses Qualitätssiegels für uns eine tolle Gelegenheit war, unsere Leistungen zu dokumentieren“, sagt Direktor Dirk Wilhelm Schmidt. Die Auszeichnung sei ein Ansporn, auch in diesen unberechenbaren Zeiten eine gute Ausbildung zu ermöglichen.

Derzeit werden 20 junge Menschen im Alter von 16 bis 30 Jahren an Berliner und Herrnstraße auf ihre künftigen Berufe vorbereitet. Sie wollen Hotel- oder Restaurantfachleute, Koch und Köchin werden. Eine Studentin der Berufsakademie Rödermark absolviert im Sheraton den Praxisteil ihres Betriebswirtschaftsstudiums mit Schwerpunkt Hotelmanagement.

Über einen Mangel an Bewerbern hat Manager Schmidt, dessen Mitarbeiter auch bei der Industrie- und Handelskammer als Ausbilder engagiert sind, noch nie klagen können. Gegenwärtig aber steigen die Anfragen bei der Offenbacher Nobelherberge: weil viele andere Häuser derzeit nicht nur den Betrieb, sondern auch die Ausbildungstätigkeit reduziert oder gar gestoppt haben. (Von Thomas Kirstein)

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