Offenbach sieht bei Klinik-Rettung Land in der Pflicht

Offenbach (psh) ‐ Es ist fünf vor zwölf - das Defizit fürs Klinikum Offenbach klettert 2011 auf 46,2 Millionen Euro. Jetzt soll mit größerer Kraft das Ruder herumgeworfen werden. Ein ehrgeiziger Sanierungsplan liegt vor, über die weitere Rettung muss vor allem die Landesregierung entscheiden.

Interimsgeschaftsführerin Franziska Mecke-Bilz (ihr Vertrag wird ab 1. Februar verlängert), Ärztlicher Direktor Norbert Rilinger sowie Stadtkämmerer Michael Beseler und Oberbürgermeister Horst Schneider stellten das Konzept gestern vor. Das Planziel: 2015 soll das kommunale Klinikum wieder schwarze Zahlen schreiben und sogar einen Überschuss von 1,7 Millionen Euro erreichen. Die Schlagworte: Leistung steigern, Kosten verringern, Produktivität erhöhen.

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Konkrete Schwerpunkte, die schon bald für Patienten und Ärzte spürbar werden sollen: besseres Management im OP-Bereich - sprich mehr Operationen („Das ist kriegsentscheidend“, so die Geschäftsführerin), die Chefärzte werden dazu verdonnert, intensiver bei niedergelassenen Ärzten dafür zu werben, dass mehr Patienten aus Offenbach im Klinikum behandelt werden, die Orthopädie wird erweitert (mehr OP-Kapazitäten, mehr Betten), die Sterilisation wird bald wieder in Eigenregie geführt.

Von der Stadtspitze wird der „Ball jetzt nach Wiesbaden gespielt“. Beseler: „Wir haben - wie von Sozialminister Stefan Grüttner gefordert - den Plan vorgelegt.“ Nächste Woche beginnen Gespräche mit der Landesregierung. Zukunfts szenarien aus Sicht der Stadtspitze: Die Klinik-Schulden werden direkt in den Haushalt übernommen - damit steigt der Schuldenberg der Stadt auf eine Milliarde Euro bzw. die Klinikum GmbH wird in eine Besitz- und Betriebsgesellschaft aufgeteilt.

Rubriklistenbild: © Georg

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