Offenbach soll die Kreativen anziehen

Offenbach - (ku) „Offenbach ist ein Standort des Übergangs. Die Stadt ist ein industriell geprägter Standort mit langer industrieller Tradition.

Gleichzeitig schickt sich Offenbach aber auch an, ein Hotspot der Kreativwirtschaft zu werden“, sagte Hans-Joachim Jungbluth, Geschäftsführer der Offenbacher Bezirksgruppe des Arbeitgeberverbandes Hessenmetall, beim Symposium zum Zusammenwirken von Kreativwirtschaft und Industrieverbund im Rahmen des Tags der hessischen Industrie am Samstag. Für die Kreativwirtschaft habe Offenbach in Hessen die Federführung übernommen. Die Stadt mit ihrer langen industriellen Tradition knüpfe wieder an ihre alte Tradition an. Und dies auf neuen Pfaden. „Die einzige Kunsthochschule Hessens, die Hochschule für Gestaltung (HfG), zieht viele junge Leute an, die auch nach Abschluss ihres Studiums hier unternehmerisch tätig werden. Mit der geplanten Hafenbebauung will Offenbach ein Zeichen in die Kreativwirtschaft senden und Offenbachs Westen mit Frankfurts Osten gedanklich zusammenschließen zu einem Zentrum eben dieses Wirtschaftszweigs“, erklärte Jungbluth bei dem Symposium am Samstag in der HfG. Entscheidend werde aber sein, wie sich Kreativwirtschaft mit der Industrie verbinde.

In Offenbach gibt es eine Fülle von umsatzstarken Unternehmen der produzierenden Industrie, die zentrale Lage ist ein großer Pluspunkt, Frankfurt als Zentrum des Rhein-Main-Gebiets bietet eine optimale Finanzinfrastruktur und die Region gilt als hervorragender Bildungs- beziehungsweise Wissenschaftsstandort“, erläuterte Gerhard Grandke, Offenbachs ehemaliger Oberbürgermeister und heutiger Geschäftsführender Präsident des Sparkassen- und Giroverbands Hessen-Thüringen. „All diese Punkte fördern die wirtschaftliche Entwicklung der Kreativwirtschaft.“ Eine intelligente Stadtentwicklung könne dazu beitragen, dieses Ziel zu erreichen.

Dass Offenbach auf die kreative Zukunft setzt“, berichtete auch Alfred Clouth, Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Offenbach. „Die geplante Stiftungsprofessur ,Kreativwirtschaft im urbanen Umfeld' an der Hochschule für Gestaltung, die Optionen für den neuen Stadtteil ,Offenbach-Hafen' und auch die Aktivitäten zur Belebung der Innenstadt unter dem Stichwort ,aktive Innenstadt' bieten viele Chancen, die Standortqualität für Kreative auszubauen.“ Die IHK habe dieses Zukunftsprojekt mit initiiert und beteilige sich auch finanziell. Defizite bei Kreativen fänden sich häufig bei betriebswirtschaftlichen Fragen. Hier biete die IHK Weiterbildung an.

Der Präsident der HfG, Professor Bernd Kracke, erklärte, die Hochschule sei der direkten Anwendung, etwa im Bereich der Produktgestaltung oder der Computeranwendung, verpflichtet. Bereits heute biete sie „mit der IT-Wirtschaft und dem Design einen Nukleus der Kreativwirtschaft in Offenbach.“ Um im Wettbewerb mit bestehenden Zentren der Kreativwirtschaft zu bestehen, sei es nötig, diesen Bereich zu fördern.

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