Größtes Wohnungsbauprojekt

Spatenstich fürs Goethequartier: Ein Symbol der Häutung

Hier soll es hin, das neue Goethequartier. Die 1,8 Hektar waren bis Anfang der 1970er-Jahre Standort der Werkzeugmaschinenfabrik Collet & Engelhard, später nutzte die Bahn die Fläche als Baustelleneinrichtung für den S-Bahn-Bau. Danach lag das Gelände am westlichen Stadteingang brach.
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Hier soll es hin, das neue Goethequartier. Die 1,8 Hektar waren bis Anfang der 1970er-Jahre Standort der Werkzeugmaschinenfabrik Collet & Engelhard, später nutzte die Bahn die Fläche als Baustelleneinrichtung für den S-Bahn-Bau. Danach lag das Gelände am westlichen Stadteingang brach.

Offenbach - Mit einem symbolischen Spatenstich startete gestern Offenbachs bislang größtes Wohnungsbauprojekt. Auf dem Gelände der einstigen Maschinenbaufabrik Collet & Engelhard entstehen 327 Mietwohnungen sowie Einzelhandels-, Büro- und Gewerbeflächen. Von Matthias Dahmer

Alle Beteiligten betonen: Damit wird der westliche Eingang zur Stadt endlich aufgewertet. Das 1,8 Hektar große Quartier zwischen Berliner Straße, Bernardstraße und Goethering wird aus einer zum Teil mit Arkaden versehenen und für die Gegend typischen Blockrandbebauung mit bis zu sieben Geschossen bestehen. Im begrünten Innenhof errichtet der Bauträger, die Wohnkompanie Rhein-Main GmbH, sieben jeweils fünfgeschossige Einzelhäuser, vom Bauherrn „Stadtvillen“ genannt. Bauausführendes Generalunternehmen ist die Ed. Züblin AG. Für die Architektur zeichnet das Büro Landes & Partner aus Frankfurt verantwortlich.

Insgesamt werden 26 .700 Quadratmeter Wohnbaufläche geschaffen, 83 der 327 Wohnungen sind öffentlich gefördert. Der Wohnungsmix im neuen Quartier reicht von Zwei- bis zu Fünf-Zimmer-Wohnungen. Auf 2000 Quadratmetern zieht im markant gerundeten Eckgebäude am Minikreisel des Max-Willner-Platzes ein Edeka ein, darüber mietet sich eine städtische Kita ein.

Von den 110 gewerblichen Stellflächen werden 80 als unterirdische Quartiersgarage angeboten – nach Ladenschluss des Vollsortimenters und am Wochenende. Ein Abweichen von der städtischen Satzung – ein halber Pkw-Stellplatz pro Wohneinheit – sei an dieser Stelle nicht möglich, bedauerte die Stadtplanung schon im Vorfeld.

Bildergalerie: Offenbach damals und heute

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Die 2014 gegründete Wohnkompanie Rhein-Main, ein Tochterunternehmen der Zech Group, die den Angaben zufolge mehr als 100 Millionen Euro in das Vorhaben steckt, hat die Wohnungen bereits im Oktober 2016 an die Nassauische Heimstätte (NH) verkauft. Sie sollen 2021 schlüsselfertig an die mehrheitlich dem Land Hessen gehörende Wohnungsgesellschaft übergeben werden. „Das war der größte Deal, den wir jemals gemacht haben“, freut sich gestern Wohnkompanie-Chefin Iris Dilger. Und NH-Geschäftsführer Constantin Westphal erklärt, warum sein Unternehmen beim Goethequartier zugegriffen hat: „Wir haben die Vorgabe des Landes, in den nächsten fünf Jahren 4900 Wohnungen zu bauen, das Gros davon im Rhein-Main-Gebiet. In Zeiten knappen Baulands ist auch der Zukauf schlüsselfertiger Immobilien für uns eine Option.“

Einig sind sich alle, das Goethequartier sei ein wichtiger Beitrag zur Stadtentwicklung und werde den westlichen Eingang der Stadt aufwerten. „Die Brache kommt weg, Offenbach bekommt ein schönes Entree“, formuliert etwa Iris Dilger.

Leserbilder: Die schönsten Plätze in Offenbach Teil 1

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Für Ex-OB Horst Schneider, der in seiner Amtszeit das Projekt städtischerseits förderte und deshalb zum Spatenstich eingeladen war, ist die Entstehung des Goethequartiers eine „typische Geschichte für eine Industriestadt, die sich häutet“. Horst Schneider und auch sein Amtsnachfolger Felix Schwenke betonen, bei dem Projekt arbeite man mit soliden und seriösen Partnern zusammen. „Hier haben wir das Gefühl, nachts ganz ruhig schlafen zu können“, so Schwenke.

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