Flächenreport

Spitzenpreise am Hafen: Büro- und Gewerbeflächen weiter stark nachgefragt

Hafenviertel und Kaiserlei erzielen Spitzenwerte bei Büromietpreisen.
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Hafenviertel und Kaiserlei erzielen Spitzenwerte bei Büromietpreisen.

Vom hässlichen Entlein zum anmutigen Schwan – ganz so mag der Wandel des Wirtschaftsstandorts Offenbach nicht sein, aber es ist nicht von der Hand zu weisen, dass die Stadt seit einigen Jahren gefragt ist als Arbeitsort.

Offenbach - Sichtliches Zeichen ist die Entwicklung der Mieten für Büro-, Produktions- und Gewerbeflächen, aufgeführt im am Mittwoch vorgestellten Flächenreport.

Insbesondere bei den Mietpreisen für Büroflächen scheint es nur eine Richtung zu geben: nach oben. Spitzenreiter ist dabei das Gebiet von Hafen und Kaiserlei, bis zu 22,50 Euro pro Quadratmeter werden dort gezahlt. Das bedeutet eine weitere Steigerung, denn im vergangenen Jahr lag die Spitzenmiete dort noch bei 16,50 Euro. Auch in der Innenstadt stieg die Spitzenmiete von 18 Euro auf 21 Euro.

Für Oberbürgermeister Felix Schwenke ist das ein Beweis für die Attraktivität des Wirtschaftsstandorts Offenbach. „Wir erkaufen unsere stabile Flächenauslastung nicht dadurch, dass wir die Flächen verramschen“, betont er. Eine Zeit lang sei die Stadt kaum als Arbeitsort in der Region sichtbar gewesen, doch das habe sich seit einigen Jahren geändert. Nicht zuletzt die Tatsache, dass Großunternehmen Offenbach als Standort in Betracht zögen, zeige, dass die Stadt ernsthaft wahrgenommen werde. Zwar hat durch den Wegzug von Siemens im Kaiserlei und Screwfix an der Mühlheimer Straße der Leerstand von Büro- und Verkaufsflächen im Vergleich zum Vorjahr leicht zugenommen, doch darin sieht Jürgen Amberger, Leiter der Wirtschaftsförderung, keinen Anlass zur Beunruhigung. „Die Anfragen für Büro- oder Lagerflächen haben sogar zugenommen“, sagt er. Corona-bedingt sei aber bei den Firmen eine „gewisse abwartende Haltung“ spürbar, was Abschlüsse anbelange, ergänzt Schwenke.

Zugleich sieht der Oberbürgermeister in der Krise sogar die Chance, neue Firmen anzusiedeln: Da sich manche Unternehmen durch Home-Office verkleinern wollten, bestehe die Möglichkeit , dass Offenbach für diese Firmen geeignete Flächen anbieten könnte.

Auch was Neuansiedlungen und Weitervermietungen anbelange, gebe es gute Nachrichten, sagt Amberger. So sei das ehemalige Kappus-Areal im Waldhof schon durch eine Getränke-Spedition übernommen worden. Auch die Eröffnung des neuen Einkaufszentrums Rathaus-Plaza mitten in der Corona-Krise sei zu begrüßen. „In diesem schweren Jahr hätte es auch anders kommen können“, gibt Schwenke zu Bedenken. Zwar gebe es noch drei Leerstände im Rathaus-Plaza, aber insgesamt sei das Zentrum am Markt angekommen. „Wir haben keinen Abwärts-Erdrutsch in der Innenstadt durch die Corona-Krise“, sagt Schwenke, „damit das auch so bleibt, haben wir das Konjunkturpaket auf den Weg gebracht.“ Außerdem werde künftig das Innenstadtmanagement mit einer weiteren Stelle personell aufgestockt.

Große Hoffnung setzen Schwenke und Amberger in die künftigen Gewerbeflächen am ehemaligen Güterbahnhof und auf dem Clariant-Gelände. „Wir erhalten sehr viele Anfragen für das Gelände am Güterbahnhof, die wir an den Projektentwickler Aurelis weiterleiten“, sagt Amberger. Das ist insofern bemerkenswert, als dass der Bebauungsplan erst noch von den Stadtverordneten beschlossen werden muss. Das sei ein deutliches Zeichen für die Attraktivität Offenbachs als Wirtschaftsstandort, so Schwenke. Und das, obwohl die Stadt corona-bedingt in diesem Jahr nicht auf den großen Messen vertreten gewesen sei.

Sorgenkind dürfte einzig das Vitopia-Areal am Kaiserlei sein, das momentan durch Entwickler-Wechsel und Verzögerungen bei den Bauarbeiten ins Stocken geraten ist (wir berichteten). Oberbürgermeister Schwenke geht jedoch davon aus, dass der Entwickler Conssus Real Estate das Projekt erfolgreich zu Ende führen kann.

Der Flächenreport 2020 ist im Internet abrufbar unter: t1p.de/k971

Von Frank Sommer

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