"Raus kann man immer"

Bei „OB vor Ort“ für Sportvereine wurde neues Hallen-Schließsystem vorgestellt

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Künftig nur noch mit Code: In den städtischen Sporthallen haben für Vereine die Schlüssel ausgedient. 

Bei „OB vor Ort“ informierten Stadtoberhaupt Felix Schwenke ausschließlich Vertreter von Sportvereinen über die derzeit brennenden sportlichen Themen in der Stadt.

Offenbach – Die Premiere darf als gelungen bezeichnet werden: Im Zuge der Veranstaltungsreihe „OB vor Ort“ informierten Stadtoberhaupt Felix Schwenke und Mitarbeiter der Verwaltung am Dienstagabend ausschließlich Vertreter von Sportvereinen über die derzeit brennenden sportlichen Themen in der Stadt.

Zugleich durften die rund 60 Besucher sagen, wo ihren Vereinen der Schuh drückt. Das Veranstaltungsformat exklusiv für die Offenbacher Sportfamilie soll künftig einmal im Jahr angeboten werden. .

Die Bandbreite der städtischen Infos reichte von Schwenkes Ankündigung, ein Sportstätten-Entwicklungskonzept auf den Weg zu bringen, über die Möglichkeiten, Langzeitarbeitslose in Vereinen zu beschäftigen bis hin zur Teilnahme Offenbachs am Projekt „Gesund älter werden bewegt“ (siehe dazu Info-Kasten).

Offenbach: Großes Interesse am neuen Hallen-Schließsystem

Auf das größte Interesse stieß aber zweifellos das neue Schließsystem für die Sporthallen. Die ohnehin ungeliebte und viel kritisierte Schlüssel-Lösung für die Vereine, Anfang 2017 unter heftigen Geburtswehen eingeführt, um die Kosten für die Hausmeister zu sparen, hat ausgedient. Die Eingangstüren zu den Hallen werden nun vom Stadtwerke-Ableger GBM nach und nach mit Tastenfeldern bestückt. Jeder Verein erhält einen eigenen vierstelligen Code, mit dessen Eingabe die Vereinsmitglieder zu den festgelegten Trainings- oder Spielzeiten Zugang erhalten. Grundsätzlich ist es auch noch möglich, Schlüssel zu benutzen, das ist aber den Schulen vorbehalten. Die Vereine müssen ihre Schlüssel an die GBM zurückgeben.

Vom neuen System ausgenommen ist die unter der Regie des Kreises Offenbach stehende Halle der August-Bebel-Schule sowie bislang noch die Sporthallen von Beethoven- und Theodor-Heuss-Schule, die ebenfalls nicht von der Stadt betrieben werden.

Skepsis unter den Vereinsvertretern wegen neuem Schließsystem: Halle kann ohne Code verlassen werden

Skepsis unter den Vereinsvertretern versuchte GBM-Prokurist Stefan Tischberger zu zerstreuen. „Raus kommt man immer, auch ohne Code“, entgegnete er etwa auf die Frage, ob für das Verlassen der Halle ebenfalls das Tastenfeld bedient werden müsse. Was die Haftung angehe, seien nach wie vor die Vereine für die Zeit ihres Trainings in der Verantwortung, Schäden oder Vermüllung könnten wie bisher ins Hallenbuch eingetragen werden. „Der letzte Schließgang am späten Abend liegt ohnehin weiter in unserer Verantwortung“, ergänzte GBM-Chefin Annette Schroeder-Rupp.

Mit dem neuen System sei besser als bisher gewährleistet, dass Vereinsfremde nicht in die Hallen gelangen könnten, betonte Stefan Tischberger. Zudem werde man im Notfall, wenn die Technik mal nicht funktioniere, schneller reagieren können. Die webbasierte Lösung, die von der Telekom installiert wurde, sei problemlos mit einem Master-Passwort freizuschalten.

Schroeder-Rupp: Code-System stand vor zwei Jahren noch nicht zur Verfügung

Die Frage, warum man nicht schon vor zwei Jahren das Code-System eingeführt habe, beantwortete Schroeder-Rupp am Mittwoch mit dem Hinweis, damals habe diese Technik noch nicht zur Verfügung gestanden. Die Kosten für das neue System wollte sie nicht beziffern.

Noch in diesem Jahr soll laut Schwenke eine Befragung der Vereine starten. Diese soll als Basis für das zu erstellende Sportstätten-Entwicklungskonzept dienen. Es sei der ambitionierte Versuch einer erstmaligen Bestandsaufnahme. „Unser Anspruch ist eine ordentliche Erhebung der Daten. Bis das alles abgearbeitet werden kann, wird eine gewisse Zeit vergehen“, dämpfte der Verwaltungschef Erwartungen auf eine schnelle Umsetzung. Bei der Sanierung der Schulbauten habe sich gezeigt, dass konkrete Zeitpläne bei solchen Vorhaben kaum einzuhalten seien. Manfred Ginder, Leiter des städtischen Sportmanagements, konnte verkünden, dass die Sportstätten-Belegungspläne nun auf den Internet-Seiten der Stadt einsehbar sind.

VON MATTHIAS DAHMER

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