Ein wichtiges Puzzlestück

Stadtbibliothek soll in die City ziehen – Bücherturm bleibt erhalten

Die Träger des Literaturpreises „Schriftsteller im Bücherturm“ sind neben dem Haupteingang verewigt.
+
Die Träger des Literaturpreises „Schriftsteller im Bücherturm“ sind neben dem Haupteingang verewigt.

„Die Stadtbibliothek, wie sie heute aufgestellt ist, entspricht nicht mehr den aktuellen Anforderungen“, sagt Oberbürgermeister Felix Schwenke und informiert seine Zuhörer über die mögliche Zukunft der kommunalen Bücherei.

Offenbach – Denn bei der Erstellung des Zukunftskonzepts Innenstadt werde gegenwärtig darüber diskutiert, die Stadtbibliothek an einem neuen Standort in der Innenstadt anzusiedeln. Das erläuterte er beim Austausch mit ehrenamtlichen Kulturschaffenden in der Reihe „OB vor Ort“.

Eine moderne Stadtbibliothek, ausgestattet mit ausreichend Arbeitsplätzen, könnte als ein Ort von Wissen und Arbeit einen bedeutenden Beitrag zur Aufwertung der Innenstadt leisten, der sich zudem durch „enorme Besucherfrequenzen“ auszeichne, ist sich der Oberbürgermeister und Kulturdezernent sicher. Auch wenn der Prozess der Aufwertung der Innenstadt, wie er sagte, aus „tausend kleinen Puzzlestücken“ bestehe, sei „eine richtig große Maßnahme ebenfalls wichtig“. Seine Sympathien haben solche Pläne auf jeden Fall.

Auch Bibliotheksleiterin Nicole Köster ist an den Diskussionen über die Zukunft der Einrichtung beteiligt gewesen. Sie schlägt in eine ähnliche Kerbe und spricht von der Stadtbibliothek als einem zukünftigen „Anker in die Innenstadt.“

Sie weiß auch zu berichten, dass die Einrichtung die Erwartungen längst nicht mehr erfüllen kann. „Unsere technische Ausstattung ist schon lange nicht mehr zeitgemäß“, berichtet sie etwa in Hinblick auf die vermehrten Schüler und Studenten, die den Ort mittlerweile zum Lernen nutzten. „Daher brauchen wir unbedingt Lern- und Gruppenräume, damit sich diejenigen, die nur zum Lesen zu uns kommen, sich nicht von denen gestört fühlen, die hier arbeiten“, erläutert sie.

Ralph Philipp Ziegler, Leiter des Amts für Kulturmanagement, gibt wichtige Tipps fürs Beantragen von Geld aus dem Kulturfonds. 

Doch welche Konsequenzen hätte ein Umzug für den symbolbehafteten Bücherturm? „Der Bücherturm ist etwas, das mir heilig ist“, betont der OB. Er spricht davon, dass „dieser auch weiterhin als ein wichtiger Ort für Kultur“ erhalten bleiben werde. Allerdings mit dem kleinen Wermutstropfen versehen, dass sich dies nur auf den Bücherturm selbst beschränke und die weiteren Räume aus Kostengründen wirtschaftlich optimal genutzt und deshalb voraussichtlich vermietet werden müssten.

Zu den Themen von „OB vor Ort“ gehört auch die Vorstellung der neu entstehenden Druckwerkstatt im Bernardbau. Das übernimmt Stefan Soltek, der Leiter des Klingspormuseums.

Anna-Fee Neugebauer vom Amt für Kultur- und Sportmanagement informiert beim Bürgerdialog darüber, dass für die barrierefreie Gestaltung von Veranstaltungen zukünftig bei ihrer Dienststelle mobile Rampen und Rollstühle ausgeliehen werden können.

Auf große Resonanz stoßen auch die Ausführungen von Kulturamtsleiter Ralph Philipp Ziegler, der Tipps rund die Kulturförderung gibt. So erläutert er, wie sich durch Kooperationen, Sachspenden oder Sachsponsoring, aber auch Eigenleistungen die Hürde des für eine Förderung bestehenden Mindestprojektbudgets von 30000 Euro erheblich minimieren lasse.

VON JOEL SCHMIDT

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare