Gitarrist Slash begeistert mit Myles Kennedy & The Conspirations

Der Boss hat den Zylinder auf

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Die Gitarrensoli von Slash stehen am Donnerstag in der Offenbacher Stadthalle im Vordergrund.

Offenbach – Draußen winterliche Kälte, drinnen dampft die Luft. Zumindest nach dem Auftritt der Vorband von Ex-Motörhead-Gitarrist Phil Campbell, den Bastard Sons. Von Thomas Ungeheuer 

Das Publikum ist überwiegend männlich, Anhänger von Guns N’ Roses sind erstaunlicherweise nur wenige zu sehen – obwohl dessen Gitarrist Slash als Hauptact des Abends auf der Bühne der Offenbacher Stadthalle stehen wird. Seine Fans sind vor allem gekommen, um die neuen Songs zu hören, etwa vom aktuellen Album „Living The Dream“.

Wie üblich ist Slash in Schwarz gekleidet, trägt Hut und eine dunkle Sonnenbrille. Während des über zweistündigen Auftritts spielt er mehrere Les Paul-Modelle der Gitarrenmarke Gibson. Die Abmischung der anderen Instrumente – Gitarre (Frank Sidoris), Bass (Todd Kerns) und Drums (Brent Fitz) – macht akustisch klar, dass der zylindertragende Wuschelkopf der Boss ist.

Slashs Gitarrenklänge sind bisweilen sogar etwas lauter als die Stimme von Sänger Myles Kennedy. Schade, denn der Künstler, der sonst bei der amerikanischen Hardrock-Band Alter Bridge singt und Gitarre spielt, ist in Bestform. Etwas mehr Respekt vor Kennedy und der Band The Conspirations würde Slashs Auftritt gut stehen.

Ganz gleich, welche Songs zu hören sind, ob „Halo“, „Sugar Cane“ oder „We’re All Gonna Die“ – Slash liefert durchgehend seine Soli. Teils ungemein kompliziert sind dessen Läufe, stets aber klar formuliert und ebenso präzise gespielt. Hut ab! Bloß scheint Slash über die Jahre hinweg die Gabe verloren zu haben, auch einprägsame Melodien zu kreieren – wie er es zum Beispiel bei dem Guns N’ Roses Klassiker „November Rain“ getan hat.

Instrumente richtig säubern und lagern

So geben Slash featuring Myles Kennedy and The Conspirations zwar ein solides Konzert. Voller Überraschungen ist es jedoch nicht. Unvergesslich wird es vielleicht deshalb vor allem für einen Fan bleiben. Der ließ sich von unzähligen Händen mehrere Meter über die Köpfe der Fans tragen, bis ihn ein Security-Mann wieder auf den Boden zurückholte. Dafür gab’s dann einen Dankeskuss ...

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