Wohnhochhaus statt C&A

Schöner wohnen am Stadthof

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Sollten die Ideen der Planer Realität werden, wäre die Innenstadt um ein Hochhaus reicher. Am östlichen Rand des Stadthofs beziehungsweise zur Berliner Straße hin, wo derzeit C&A residiert, können sie sich eine in den Himmel ragende Wohnimmobilie vorstellen.

Offenbach - Weg vom Hinterhofambiete. Das ist das erklärte Ziel im Rathaus, wenn es um die den Stadthof umgebende Bebauung geht. Der Platz selbst wird derzeit bekanntlich samt darunter liegender Tiefgarage saniert und umgebaut. Von Matthias Dahmer

In neuem Glanz sollen mittel- und langfristig auch die Gebäude drumherum erstrahlen.

Die Stadtverwaltung will zu diesem Zweck drei Bebauungspläne auf den Weg bringen, welche das von städtischen Planern und einem Frankfurter Planungsbüro erstellte Konzept sichern sollen. „Dieses Konzept zeigt lediglich den planerischen Willen der Stadt und soll Investoren ein Bild vermitteln, wie es künftig um den Stadthof aussehen könnte“, erläutert Markus Eichberger, stellvertretender Leiter des Stadtplanungsamts.

C&A will in Frankfurter Straße umziehen

Der im Falle seiner Verwirklichung spektakulärste Bau würde am östlichen Rand des Stadthofs stehen: Ein Wohnhochhaus anstelle des Gebäudes, in dem sich derzeit noch der Bekleidungshändler C&A befindet. „Damit wäre optisch und städtebaulich die Hochhausreihe vom Stadthaus über den City Tower bis hin zum Rathaus und dem Haus der Wirtschaft geschlossen“, sagt Stefanie Günther, Fachreferentin im Stadtplanungsamt. Außerdem, ergänzt Oberbürgermeister und Planungsdezernent Horst Schneider, sei die Nachfrage für ein solches Objekt vorhanden, und C&A wolle ohnehin an die Frankfurter Straße umziehen.

Wohl dorthin, wo die städtischen Planer ebenfalls gern eine neue Bebauung sehen würden – auf dem derzeitigen Schandfleck City-Passage. Die soll einem fünfgeschossigen Neubau mit Läden im Erdgeschoss, Büros darüber und Wohnungen in den oberen Stockwerken weichen. Zugänge haben die Stadtplaner sowohl von der Frankfurter als auch vom Stadthof her vorgesehen. Der Pavillon, in dem sich der Polizeiladen befindet, bleibt stehen; ob er weiter von den Ordnungshütern genutzt wird, ist indes offen.

Für diese Verschönerung des westlichen Stadthofrands gibt es bereits einen Bebauungsplan-Vorentwurf, der Plan selbst soll noch in diesem Jahr beschlossen werden. Für Donnerstag, 11. Juli, ist eine Bürgerversammlung zur geplanten Umgestaltung vorgesehen.

Mix aus Wohnen und Läden

Den stärksten Eindruck von hässlicher Rückfront vermittelt die Bebauung nördlich von Rathaus-Café und Stadtkirche. Dort würden die Planer ebenfalls gern einen Mix aus Läden und Wohnen in Neubauten sehen, die sich an der fünfgeschossigen Umgebung Richtung Frankfurter Straße orientieren.

Am weitesten fortgeschritten sind dabei offenbar Pläne, für das Areal des derzeitigen Schachfelds an der Ecke Herrnstraße. Ein Frankfurter Investor, der das Gelände bereits vor zwei Jahren erworben hat, will dort eine Immobilie mit Gastronomie im Erdgeschoss und Wohnungen darüber errichten.

Was die übrigen Gedankenspiele der Stadtverwaltung für die Ränder des Stadthofs angeht, muss noch Überzeugungsarbeit bei Eigentümern beziehungsweise Investoren geleistet werden. Das dürfte sich insbesondere bei der City-Passage, wo seit Jahren um einen Umbau gerungen wird, als zähes Geschäft erweisen. Man werde auf die Eigentümer zugehen, sobald die Bebauungspläne beschlossen sind, so Planungsamts-Vize Eichberger.

Für OB Horst Schneider sind die Projekte, mit denen städtebauliche „Brüche“ rund um den Stadthof verschwinden sollen, ein weiteres Beispiel dafür, wie Offenbach „aus seinem Kern heraus“ entwickelt werden kann. Auf dem Wilhelmsplatz und in der Schlosstraße sei das bereits gelungen, beim Stadthof sei man dabei, und der Markplatz werde „als ganz großes Projekt“ folgen so Schneider.

In der entsprechenden Magistratsvorlage zum Stadthof ist denn auch formuliert: „Ziele des Bebauungsplans sind die Sicherung und Stärkung der Handels- und Dienstsleistungsfunktion in zentraler Lage sowie die Schaffung von innerstädtischem Wohnraum.“

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