Ohne Gehwege läuft nichts

Stadtservice hat die Reparatur von Straßenschäden digitalisiert

+
Alles auf dem Display: Der Stadtservice digitalisiert zumindest die Reparatur von Straßenschäden.

Nicht Fahrbahnen und Gleise, sondern Gehwege sind die Basis aller Verkehrsnetze. Sie führen an jedes Haus, zur Haltestelle, zum Parkplatz. Legt man das 275 Kilometer lange Offenbacher Straßennetz zugrunde, kommt man locker auf 500 Kilometer Gehwege. 

Offenbach - Da bleiben Schäden nicht aus. Zumindest bei aktuellen Reparaturen geht der Stadtservice neue Wege: Das Beheben von Straßenschäden wird digital erfasst.

Lose, zerstückelte oder gar fehlende Platten, dazu Schäden durch Baum- und Heckenwurzeln: In Offenbach ist es schlecht bestellt um viele Gehwege. Es freut (oder verwundert) die Anlieger, wenn mal eine Tiefbau-Kolonne anrückt, um Schäden zu reparieren oder gar einen komplett neuen Plattenbelag herzustellen. Damit solche grundhafte Erneuerung auch Bestand haben und vor allem mangelhafte Ausführungen gegebenenfalls in Regresse gestellt werden können, setzt der Stadtservice auf digitale Technik.

Drücken Bäume oder Hecken das Pflaster im sogenannten öffentlichen Raum hoch, muss die Gemeinde eigentlich den Schaden beseitigen.

Bedeutet konkret: Wer die Baustelle verlässt, obwohl die neuen Platten schief liegen oder Sand und Schotter verstreut sind, muss noch mal ran. Denn die Mitarbeiter des Stadtservice haben den Vorgang vom Gehwegaufbruch über die Baustelle bis zum Abschluss sauber auf ihrem neuen Tablet dokumentiert. Jetzt müssen die Verantwortlichen gemäß der Gewährleistung nachbessern und für die sogenannte fachtechnische Wiederherstellung sorgen. Als Beweis dient das sogenannte Aufbruchmanagement, also die Beobachtung von Bauarbeiten auf Straßen und Gehwegen durch Fremdfirmen in digitaler Form.

Statt wie bisher mit Fotoapparat und Block für Notizen, die später händisch in den PC eingepflegt werden müssen, sind die Mitarbeiter nun mit einem Tablet ausgerüstet. Damit sind sie unterwegs zu den zahlreichen Baustellen in Offenbach. Dort achten sie darauf, dass nach einem Straßenaufbruch für die Verlegung neuer Leitungen oder der Reparatur von Rohren durch Fremdfirmen an der Oberfläche kein Schaden zurückbleibt.

Auch die Mitarbeiter, die für die Straßenreparatur zuständig sind, erhalten ihre Aufträge jetzt in Echtzeit auf ein Tablet. Dort wird auf der Straßenkarte angezeigt, wo genau ein Schaden zu beheben ist. Dazu kommt die Meldung, was ihre Kollegen, die „Straßenbegeher“, auf ihren täglichen Touren an Stolperfallen oder Schlaglöchern entdeckt haben, dazu Fotos von dem Schaden mit genauer Angabe im Stadtplan und ob akute Gefahr für Fußgänger, Rad- oder Autofahrer besteht.

Nicht ganz ungefährlich: Um diese Gehwegkante macht sogar der (angeleinte) Vierbeiner lieber einen Bogen... 

Muss umgehend gehandelt werden, kann die Kolonne, die gerade in der Nähe arbeitet, direkt dorthin fahren. Nicht immer aber ist eine sofortige Beseitigung des Schadens möglich oder notwendig: Die von den „Straßenbegehern“ oder von Bürgern über den Mängelmelder reklamierten Schäden werden nach einer Prioritätenliste abgearbeitet. Stolperfallen auf Hauptverkehrsstraßen oder in der Fußgängerzone stehen dabei ganz oben.

„Durch die Übertragung auf das Display haben wir eine direkte, sichere und zweifelsfreie Kommunikation mit unseren Kollegen vor Ort“, sagt Heiko Emmel, Disponent und Polier in der Abteilung Straßenunterhaltung. „Nachfragen, welcher Straßenabschnitt gemeint sein könnte, fallen künftig weg.“ So könne effizienter gearbeitet werden. So etwas hört der Steuerzahler gern...

Infos im Internet

https://www.offenbach.de/leben-in-of/sicherheit-ordnung/besser-leben-in-offenbach/maengelmelder/maengelmelder.php

VON MARTIN KUHN

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare