Unterbringung der Schüler auf Gelände der Schillerschule?

Hafenschule: Temporäre Container-Lösung

Offenbach - Der Weg für die Übergangslösung ist geebnet. Mit Mehrheit stimmte das Stadtparlament dafür, dass die ersten Schüler der noch zu bauenden Hafenschule zwei Jahre lang in Containern an der Schillerschule unterrichtet werden. Von Matthias Dahmer 

Harald Habermann verteidigte für SPD die Interimslösung: Grundsätzlich hätten die Planungen zwar vorgesehen, die neuen Hafenschule rechtzeitig zum Schuljahr 2015/2016 fertigzustellen. Wegen der Finanzlage der Stadt habe der Regierungspräsident dem jedoch einen Strich durch die Rechnung gemacht. Die nun gefundene Lösung gewährleiste, dass die Grundschüler in ihrem Quartier bleiben könnten. Heftige Bedenken äußerte indes Grete Steiner, die für die SPD im ehrenamtlichen Magistrat sitzt: Sie sei aus pädagogischer Sicht nicht damit einverstanden, dass Erstklässler auf dem Gelände einer Integrierten Gesamschule unterrichtet würden, sagte die ehemalige Lehrerin. Die Container-Idee sei zudem erst kurz vor Ostern den Gremien vorgestellt worden, zu kurz, um wirkliche Alternativen entwickeln zu können.

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Grete Steiner machte deutlich, dass sie die Container lieber auf dem Messeparkplatz am Nordring mit Anbindung an die Kultureinrichtung Hafen 2 gesehen hätte. Nur wegen der verbindlichen Zusage, dass es eine Übergangslösung für zwei Jahre sei, stimme sie dem Standort Schillerschule zu. Der CDU wog dieses Argument nicht schwer genug: Sie sprach sich gegen den Standort aus, hätte ebenso wie Steiner den Messeparkplatz favorisiert, wie Fraktionschef Peter Freier ausführte.

Verzögerungen beim Bau seien hausgemacht

Er wies zudem darauf hin, dass die Verzögerungen beim Bau der Hafenschule hausgemacht seien, und wunderte sich vor allem über die Kosten der Container-Lösung: So sei das geplante Schrauben-Fundament mit 65.000 Euro die teuerste Variante der Befestigung. Weitere 10.000 Euro koste die Außentreppe, EVO, Telekom und ESO verlegten jeweils separat Leitungen, was insgesamt mit rund 24.000 Euro zu Buch schlage. Freier: „Normalerweise legt man dafür nur eine Leitung.“

Darüber hinaus sei zu fragen, warum für ein solches „Pille-Palle-Projekt“ ein Architekt beauftragt worden sei, was zusätzliche 37.000 Euro koste, und man nicht verwaltungsinternen Sachverstand genutzt habe. Freier war sich sicher: „Es hätte eine kostengünstigere Alternative gegeben.“

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Bürgermeister und Bildungsdezernent Peter Schneider (Grüne) fand diese Argumentation unfair: Die Auswahl des Standorts sei nicht unter Kostengesichtpunkten geschehen; es sei vielmehr um die pädagogische Eignung gegangen. Dem CDU-Zweifel am Sinn des Container-Erwerbs im Wege des Mietkaufs hielt Schneider entgegen, die mobilen Räume würden in den nächsten Jahren auch noch an anderen Schulen benötigt.

Unterm Strich bringe die Interimslösung zwar Belastungen. Wie man das Problem sonst hätte lösen können, darauf habe die CDU aber keine Antwort gegeben.

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