Ein Stinker für den Starkoch

Münchner Sterne-Gastronom macht in Offenbach Handkäs und Grüne Soße auf Orientalisch

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Eine originelle Variante von Tafelspitz mit Meerrettich muss sich der Münchner Fernsehkoch Ali Güngörmüs bei seinem Gastspiel in Offenbach unter anderem einfallen lassen.

Von außen sieht das Häuschen am Harrasweg in Bieber ganz ruhig und friedlich aus. Vom hektischen Getümmel im Innern ist dort gestern Nachmittag nichts zu ahnen – dabei geht es in der Wohnung von Sven Maximilian Seib hoch her. 

Offenbach – Überall liegen Kabel, flitzen Kameraleute und Tontechniker umher. In Seibs Küche steht kein geringerer als der Münchner Starkoch Ali Güngörmüs, bekannt aus Fernsehsendungen wie „Die Küchenschlacht“ und „Grill den Henssler“. Natürlich ist es für den Offenbacher Seib kein Tag wie jeder andere – er ist diese Woche Gastgeber für die hr-Sendung „Koch’s anders – hessische Küche neu entdeckt. “.

„Die Stimmung am Set ist toll“, freut sich der 42-jährige Leiter eines Pflegeheims in Hösbach. Seine Teilnahme an der Sendung hat er tatsächlich einem Artikel unserer Zeitung zu verdanken. Als er vor fünf Jahren bei der TV-Sendung „Das perfekte Dinner“ mitmachte, berichteten wir. Auf genau diesen Artikel stieß das hr-Team auf der Suche nach geeigneten Teilnehmern für „Koch’s anders“ und nahm mit Seib Kontakt auf. „Ich habe mir dieses Format mal in der Mediathek angesehen und gedacht: Damit kann ich mich identifizieren“, so der Wahl-Bieberer.

Aber worum geht’s in der Sendung überhaupt? „Es geht darum, dass an einem Tag Leute ihr traditionelles Lieblingsgericht kochen und am Folgetag alles von Sternekoch Ali Güngörmüs nachgekocht werden muss“, fasst Seib zusammen. Sprich: Der Hobbykoch macht’s vor, der Sternekoch muss sich anschließend eine eigene, persönliche Variation des Gerichts einfallen lassen. Seibs Wahl fiel auf zwei echte Klassiker: „Ich habe einen Handkäs mit Musik sowie Bauernbrot und Butter serviert, dazu Ebbelwoi mit Mispelchen. Gekocht habe ich dann einen Tafelspitz mit Meerrettichsoße, Grüner Soße, Rote-Bete-Salat und Kartoffeln.“

Grundprodukt darf nicht verfälscht werden

Kaum ein echter Hesse, dem beim Gedanken an derlei regionale Köstlichkeiten nicht das Wasser im Munde zusammenläuft. Aber wie stellt sich nun der nicht-hessische Sternekoch der Herausforderung, daraus etwas Eigenes zu machen? „Wichtig ist, dass das Grundprodukt nicht verfälscht wird“, erklärt Ali Güngörmüs. In diesem Fall sei es der Tafelspitz. „Der wird traditionell gekocht, und das mache ich nicht anders. Ich schmore ihn nicht, ich brate oder paniere ihn nicht.“ Die anderen Komponenten, die er aus dem Gericht des Hobbykochs herausgeschmeckt hat, greift er in seiner eigenen Variation auf. „Er hat gestern einen köstlichen Rote-Bete-Salat und für den Tafelspitz eine Meerrettich-Soße gemacht. Ich vereine die Komponenten und mache eine Meerrettich-rote-Bete-Soße.“ Auch die grüne Soße bekommt Güngörmüs’ persönlichen Kniff: „Ich vermische die sieben Kräuter mit einem türkischen Joghurt und schmecke sie orientalisch ab.“

Wessen Gericht am Ende mehr Beifall erntet, spielt eigentlich keine Rolle. „Es ist kein Kochwettbewerb“, sagt der Sternekoch. Ihm sei wichtig, dass es Maximilian Seib und dessen Familie, die zum Essen eingeladen ist, schmeckt. Über Offenbach kann er nur Positives berichten: „Wir waren heute auf dem Wochenmarkt. Ich habe sehr nette Menschen kennengelernt – die Offenbacher sind echt schwer in Ordnung.“

Die Sendung wird voraussichtlich am 1. Oktober um 20.15 Uhr im hr-Fernsehen ausgestrahlt.

Marian Meidel

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