Mehr Unterstützung für psychisch Erkrankte

Auf eigenen Beinen stehen

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Täglich mehr als 40 Kleinbusse bringen behinderte Menschen zu ihrer Arbeit in den Werkstätten Hainbachtal. Areva-Mitarbeiter wollen den Bushof sanieren, während der Betrieb künftig enger mit der Stiftung Lebensräume zusammenarbeitet.

Offenbach - Für psychisch kranke Menschen ist der Weg in den Arbeitsalltag ein schwieriger Schritt und nur mit viel Hilfe möglich. Die Stiftung Lebensräume und die Werkstätten Hainbachtal der Arbeiterwohlfahrt unterstützen sie. Von Bettina Link

Wie notwendig dieses Angebot ist, betont Klaus D. Liedke: „Es gibt eine immer höhere Zahl an psychisch Erkrankten“, berichtet der Vorstandsvorsitzende der Stiftung Lebensräume. Um diese Hilfebedürftigen besser unterstützen zu können und ihnen den Eintritt in einen geregelten Berufsalltag zu ermöglichen, hat die Stiftung mit den Werkstätten Hainbachtal der Arbeiterwohlfahrt eine engere Zusammenarbeit beschlossen. Während im Hainbachtal die Arbeitnehmer mit Behinderungen oder psychischen Erkrankungen in einem vergleichsweise geschützten Raum arbeiten, sind die Menschen bei Lebensräume näher am normalen Arbeitsalltag dran.

Unterzeichnung des Kooperationsvertrags (von links): Mike Gräf (Lebensräume), Marco Goldenbohm (LWerk), Hans Jürgen Best und Thomas Ruff (Geschäftsführer der Werkstätten).  

Sie arbeiten zum einen für die Tochtergesellschaft Esswerk, einen Catering-Service für Schulen und Kindergärten. In der Heinrich-Mann-Schule etwa sind seit 2009 zirka 20 Beschäftigte von Esswerk in der Kantine tätig. Sie helfen in der Küche und bei der Ausgabe des Mittagessens. Andere wiederum arbeiten bei „LWerk“, das Dienstleistungen für die Weiterverarbeitung von Druckerzeugnissen anbietet. In den Werkstätten Hainbachtal, die eine Zweigstelle in der Kreisstadt Dietzenbach betreiben, erledigen die Beschäftigten Verpackungsaufträge und Montagearbeiten oder werkeln in der Schreinerei.

Mit der Kooperation soll es nun gelingen, noch mehr psychisch Kranke in einen geregelten Arbeitsalltag hinein zu bekommen, damit sie auf eigenen Beinen stehen können. „Wir versprechen uns dadurch eine tatsächliche Integration“, betont der Esswerk-Geschäftsführer Mike Gräf. Für Beschäftigte der Werkstätten bedeute die künftige Anstellung beim Esswerk einen großen Schritt, sagt Geschäftsführer Thomas Ruff. Zumal sie weiter begleitet würden: „Die neun Betroffenen haben immer noch jemanden, der sich um sie kümmert und bei dem sie gut aufgehoben sind.“ Denn der Weg in die Arbeit sei für viele mit Ängsten besetzt, weshalb sie anhaltende Betreuung bräuchten. Finanziert wird die Kooperation von der Agentur für Arbeit und vom Landeswohlfahrtsverband Hessen.

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