EVO

Stromversorgung ist gesichert

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Im Heizkraftwerk wird seit Wochen nach Notfallplan gearbeitet.

Die EVO arbeitet wegen der Corona-Krise seit drei Wochen nach einem Notfallplan. 

Offenbach – Gut 400.000 Menschen in Stadt und Kreis werden von der Energieversorgung (EVO) direkt oder indirekt mit Strom versorgt. „Wir betreiben das, was als kritische Infrastruktur bezeichnet wird“, sagt Christoph Meier, Vorstandsvorsitzender des Energieversorgers. Während der Großteil der Bevölkerung erst seit Anfang vergangener Woche sich durch Geschäftsschließungen, Homeoffice oder Abstandsgebot vor der Coronakrise zu schützen versucht, arbeitet die EVO bereits seit drei Wochen nach Notfallplan.

Wie groß die Anstrengungen des Unternehmens sind, der Krise zum Trotz die Versorgung zu gewährleisten, bekommt die Bevölkerung nicht mit – „denn der Strom kommt ja weiter aus der Steckdose“, lacht Meier. Dabei muss die EVO nicht nur für Elektrizität sorgen, auch werden täglich 700 Tonnen Müll verbrannt und die Wärmeversorgung wird sichergestellt. Damit das alles funktioniert, gelten strenge Vorschriften im Unternehmen: Mehr als 700 der rund 800 EVO-Mitarbeiter sind inzwischen im Homeoffice, bei Arbeiten, die unabdingbar vor Ort erledigt werden müssen, wird penibel auf Hygiene und Abstand geachtet. Und das seit Wochen.

„Am 26. Februar tagte unser Krisenstab erstmals“, sagt Meier, die hohe Infektionsrate in Italien habe dazu den Ausschlag gegeben. Mit Hygienetipps für die Mitarbeiter fing man an, auf die Bedrohung durch das Virus zu reagieren. So wurden Desinfektionsmittelspender aufgestellt und sämtliche Bereiche der EVO mehrmals gereinigt. Anfang März wurden die Mitarbeiter aufgefordert, zu probieren, ob sie mit ihren Laptops auch von zuhause aus arbeiten könnten, vor drei Wochen erging dann einvernehmlich mit dem Betriebsrat die Empfehlung, im Homeoffice zu arbeiten.

„Nun zahlt sich aus, dass wir in den vergangenen drei Jahren unsere IT modernisiert haben“, sagt Meier. Die Rufbereitschaft bei Störungen arbeitet ebenfalls von zuhause aus, Dezentralisierung sei das Gebot der Stunde.

Für die Arbeiten, nicht von zuhause aus zu machen seien, gelte ein Drei-Schicht-Betrieb, 24 Stunden am Tag. „Wir arbeiten dabei möglichst berührungslos“, sagt Technikvorstand Günther Weiß. Die Schichten desinfizieren den Arbeitsplatz vor der Übergabe, diese erfolgt ohne persönlichen Kontakt. So soll verhindert werden, dass im Fall einer Infektion eines Mitarbeiters sämtliche Schichten betroffen wären. „Bis jetzt gibt es aber noch keinen Corona-Fall bei und“, sagt Weiß. Es habe lediglich einen Verdachtsfall gegeben, der sich aber nach der 14-tägigen Quarantäne nicht bestätigt habe. „Wir kommunizieren das sehr offen mit unseren Mitarbeitern“, sagt er.

Ehrlichkeit und gute Kommunikation seien in einer Situation wie der jetzigen unverzichtbar, um den Betrieb aufrecht zu erhalten, ist auch Meier überzeugt. Denn die psychische Belastung der Mitarbeiter, gerade auch derer im Homeoffice, sei enorm. „Da reicht es nicht, nur Desinfektionsmittel zu verteilen - wir wollen auch allen vermitteln, dass wir hinter ihnen stehen.“ Regelmäßig werden Mitarbeiterinfos veröffentlicht, ein eigener Corona-Newsticker wurde eingerichtet.

Und um die Moral der Mitarbeiter zu stärken, kann jeder Geschichten aus dem Homeoffice veröffentlichen. „Dafür macht man ein Selfie und beantwortet drei Fragen. Das wird sehr gut angenommen“, sagt Meier. So spüre jeder Mitarbeiter, dass er mit seinen Sorgen oder Nöten, ob Betreuung der Kinder oder Zeiteinteilung im Homeoffice, nicht alleine sei und auch Lösungstipps würden ausgetauscht. Diese Woche soll es eine Videokonferenz mit einem Frage- und Antwort-Chat für alle EVO-Beschäftigte mit der Geschäftsführung, dem Betriebsrat und der Betriebsärztin geben.

VON FRANK SOMMER

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