Hilfe für Schüler

Offenbach: Überraschung zum Nikolaus – 50 Laptops für die Tafel

Großzügige Spende: Unternehmer Lutz Weiler stiftet der Tafel 50 Tablets samt Software für bedürftige Schüler. Von links: Lutz Weiler, Tafel-Leiterin Christine Sparr und die Lehrerinnen Lara Zipp und Hannah Hlähr.
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Großzügige Spende: Unternehmer Lutz Weiler stiftet der Tafel 50 Tablets samt Software für bedürftige Schüler. Von links: Lutz Weiler, Tafel-Leiterin Christine Sparr und die Lehrerinnen Lara Zipp und Hannah Hlähr.

Zum Nikolaustag bekommt die Tafel Offenbach 50 Laptops überreicht. Diese sollen bedürftigen Schülern ermöglichen am Online-Unterricht teilzunehmen.

Offenbach - Am Anfang stand ein Anruf, erinnert sich Lutz Weiler. „Ich melde mich immer mal wieder bei der Tafel, um zu fragen, ob etwas gebraucht wird“, sagt der Bauunternehmer. Im vergangenen Jahr etwa stiftete er der Lebensmittelausgabe ein Auto. „Ich war mir sicher, dieses Jahr sind Spenden auch wieder willkommen“, sagt er und schmunzelt.

Spende an die Tafel Offenbach: 50 Laptops für Schüler

Er sollte Recht behalten, Tafel-Chefin Christine Sparr wusste sofort, was sie sich für ihre Kunden wünschte: Keine Lebensmittel in diesem Fall, sondern etwas für Kinder: Laptops, damit diese am Digitalunterricht teilnehmen können. Weiler ließ sich das nicht zweimal sagen und spendete über seine drei Unternehmen Asphaltbau und Mischwerke, Asphalt & Liquids und Weiler Bauunternehmen insgesamt 50 Laptops – und da es zur Hardware auch Software braucht, legte er 50 Windows-Office-Pakete gleich noch obendrauf.

Pünktlich zum Nikolaustag konnten Sparr und ihre Helferinnen die Computer an Schüler, deren Eltern Tafel-Kunden sind und zuvor ihre Bedürftigkeit durch Lehrer bestätigt bekamen, verteilen. „Das war das schönste Nikolaus-Geschenk, das sich die Kinder vorstellen konnten“, sagt Sparr. Und da Weiler noch einem Bekannten, dem Wertheimer Bäckermeister Roland Häfner erzählte, dass zwei Kinder dringend Fahrräder bräuchten, lieferte der noch zwei sportliche Räder gleich mit.

Spende an die Tafel Offenbach: Ausstattung der Schüler sollte Sache des Landes sein

Dabei machen sowohl Weiler wie Sparr keinen Hehl daraus, dass die Ausstattung der Schüler mit technischem Material für den Unterricht eigentlich Sache des Landes ist. „Das Kultusministerium und die Schulämter haben dafür zu sorgen, dass alle Kinder dem Digital-Unterricht folgen können – trotz der Spende sind die ausdrücklich nicht aus der Pflicht genommen, für die Ausstattung zu sorgen“, sagt Weiler. Auch der Lebensmittelausgabe werde oft vorgeworfen, den Staat aus der Pflicht zur Versorgung der Menschen zu nehmen, sagt Sparr. „Aber wenn ich Not sehe, kann ich doch nicht wegschauen“, begründet sie ihr Handeln.

Bereits in der ersten Jahreshälfte, als die Schulen geschlossen und vereinzelt Unterricht online angeboten wurde, merkten Sparr und ihre Helfer, dass es den Kindern ihrer Kunden an der technischen Infrastruktur mangelt, um dem Unterricht zu folgen. „Kinder kamen zu uns und fragten, ob sie den Computer im oder Drucker im Büro nutzen könnten, um an Unterrichtsmaterialien zu gelangen“, sagt Sparr. Oft gebe es weder Computer, noch Laptop oder Internetanschluss in Haushalten von Tafelkunden. „Die Kinder sind dann völlig abgehängt“, sagt Sparr, „und wenn es ein Smartphone im Haushalt gibt, dann ist der Bildschirm doch viel zu klein, um so dem Unterricht zu folgen.“

Online-Unterricht in Offenbach: Auch die GBO spendete bereits Geld für Tablets

Auch Lehrerinnen, die sich bei der Tafel engagieren, bestätigen, dass es in vielen Familien an der technischen Infrastruktur für Online-Unterricht mangele. Zwar habe das Schulamt versprochen, dass die Kinder mit Tablets ausgestattet würden, doch sei das längst nicht in ausreichendem Maße erfolgt. Lieferschwierigkeiten würden dann als Grund genannt. „Wenn jetzt der Wechselunterricht beginnt, hilft es den Kindern nicht, auf Lieferschwierigkeiten zu verweisen“, sagt Weiler.

Die Gemeinnützige Baugesellschaft (GBO) hatte bereits vor einigen Monaten für 5 000 Euro Tablets gestiftet, mit der Spende von Weiler konnten nun zumindest an der Erich-Kästner- und der Ludwig-Dern-Schule bedürftige Kinder versorgt werden. „Ich habe aber schon den Hilferuf einer Lehrerin der Rudolf-Koch-Schule erhalten, dass da ein Oberstufenschüler dringend ein Gerät braucht“, sagt Sparr.

Tafel Offenbach ist auf Spenden angewiesen: „Haben ein Riesenloch in der Kasse“

Bei aller Hilfsbereitschaft achtet Sparr aber genau darauf, dass die Geräte auch wirklich den Kindern zugute kommen. „Ich habe schon einer Mutter die Herausgabe verweigert, weil wir fürchten mussten, dass sie das Gerät verkauft“, sagt sie.

Dabei gibt es aktuell noch etwas, das der Tafel-Leiterin Sorge bereitet: Eines der Kühlautos, mit dem die Lebensmittelspenden abgeholt werden, war schrottreif. „Wir haben jetzt ein Riesenloch bei uns in der Kasse, da wir dringend ein neues Auto besorgen mussten“, sagt sie. (Von Frank Sommer)

Wie können Sie helfen?

Spenden für die Tafel werden unter IBAN: DE 24 5019 0000 0006 4067 42, BIC: FFVBDEFF bei der Frankfurter Volksbank entgegengenommen. Weitere Infos unter tafel-offenbach.de

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