Aktionstag in Offenbach

Tierheim informiert über Hundehaltung, bietet Impfungen und Mikrochips an

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Tierärztin Dr. Christine Müller implantiert Hund Jacky beim Tag des Hundes mit der tiermedizinischen Fachangestellten Denise Götz einen Mikrochip.  

Offenbach - Erstmals organisierte das Tierheim einen Tag des Hundes. Die Besucher konnten sich über Belange des besten Freundes des Menschen informieren sowie ihren treuen Begleiter impfen und ihm einen vom Tierschutzbund überlassenen Chip einsetzen lassen. Von Stefan Mangold 

Warum so mancher arme Hund im Tierheim landet, veranschaulicht Andreas Franke. Der Vize-Vorsitzende des Tierschutzvereins grüßt den Vorsitzenden Jürgen Eichenauer scherzhaft mit den Worten, sein Enkel feiere bald Geburtstag. Als Präsent halte er einen Hund für ideal. Der solle so groß und stark sein, „dass mein Enkel ihn auf keinen Fall halten kann. Was soll der kosten?“ Vergleichsweise glimpflich gehen solche Geschichten aus, wenn jemand, der einem Hund kein Herr sein kann oder will, den Vierbeiner im Tierheim abgibt. Andere setzen ihn stattdessen fern der Heimat aus, wo er schließlich meist ebenfalls in einem Heim landet. Manchen flitzt ihr abgelenktes Tier beim Gassigehen plötzlich über alle Hügel. Um den ausgebüxten Liebling schnell wieder zu Hause auf dem Sofa vorzufinden, rät nicht nur Gudrun Lincke, Leiterin des Offenbacher Tierheims, unbedingt einen Mikrochip implantieren zu lassen.

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Das klingt heikler, als es sich beim Tierarzt ausnimmt. Die Veterinärin Dr. Christine Müller von der Tierklinik Linneweber in Obertshausen zeigt den Chip, klein wie ein Reiskorn, den sie per Spritze unter die Haut injiziert. „Keine große Geschichte!“ Anderthalb Stunden nach Beginn nimmt noch niemand das Angebot wahr. Bis dahin impft Müller zwei Hunde gegen eine Spende. „Die Veranstaltung muss sich erst mal herumsprechen“, vermutet die Tierärztin, warum sich vor der Tür keine Schlange bildet. Außerdem spielt wohl eine Rolle, dass sich die meisten längst um einen Chip gekümmert haben. „Für sich genommen reicht das nicht“, warnt Tierheimchefin Lincke. Oft bringen Ordnungskräfte Hunde, die sich trotz Chip mit dem Scanner nicht identifizieren lassen. Deren Besitzer haben es versäumt, die Nummer ans Deutsche Haustierregister zu senden.

Hierzulande sind 85 Prozent der Hunde geimpft. Die Halter der übrigen argumentierten gern damit, die entsprechenden Krankheiten spielten in Deutschland keine Rolle mehr. „Weil die anderen impfen“, kritisieren Müller und die tiermedizinische Fachangestellte Denise Götz diese Einstellung. Vor dem Staupevirus, das der Marder überträgt, sei kein Ungeimpfter sicher. Draußen verkauft Edith Sommer, Schriftführerin des Tierschutzvereins, neben eigener Marmelade aufwändig hergestellten Maronen-, Orangen- oder Almkräuterlikör, um nur eine Auswahl zu nennen. Der Erlös geht ans Tierheim. Jürgen Eichenauer wirbt um Tierfutterpatenschaften. Das Tierasyl kündigte dem Anbieter „Futter für Tiere in Not“. Dieses Unternehmen lieferte von Sponsoren bezahltes Futter, anfangs zu günstigen Konditionen. Das änderte sich mit der Zeit: „Die Preise lagen zum Schluss deutlich über dem Markt“. Das Tierheim habe sich daher entschieden, um direkte Futterpatenschaften zu werben, „die Spenden sind steuerlich absetzbar“.

Welthundetag: Bilder unserer Leser (Teil 2)

Im Garten sitzen Shari und Bastian Glaser mit Mischling Timon an der Leine. Erst zwei Wochen ist es her, da holten die beiden den Rüden dort ab. Nach kurzer Zeit habe sich Timon in der neuen Umgebung pudelwohl gefühlt, „das Betteln bei Tisch ließ er sich schnell abgewöhnen“. Der Hund hatte vorher längere Zeit im Heim in Darmstadt verbracht. Die Darmstädter übernahmen dafür einen Hund aus Offenbach. Ein Tausch, der sich gelohnt hat, freut sich Tierpflegerin Cora Bonnet: „Beide fanden rasch ein Zuhause.“

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