Offenbach

Corona verhindert Abschiedsfeier: Traditionslokal „Apfelwein-Klein“ wechselt den Inhaber

Ein Bild aus glücklicheren Tagen: Sabine und Walter Klein verabschieden sich nun von ihren Gästen.
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Ein Bild aus glücklicheren Tagen: Sabine und Walter Klein verabschieden sich nun von ihren Gästen.

Es ist das Ende einer Ära: Seit 1896 war das Traditionslokal „Apfelwein-Klein“ in Offenbach ein Betrieb der gleichnamigen Familie.

Offenbach - Nun ist es offiziell, Sabine und Walter Klein hören auf. Die Wirtschaft „Apfelwein Klein“ in Offenbach bleibt zunächst bis auf Weiteres geschlossen.„Mit den neuen Corona-Beschränkungen hat sich für uns alles erledigt“, sagt Wirtin Sabine Klein im Gespräch mit unserer Zeitung. „Mein Mann ist gesundheitlich angeschlagen, weswegen er seinen Rückzug zwei Jahre vorverlegt.“

Eigentlich habe er erst in zwei Jahren, mit 60, aufhören wollen. Doch seine persönliche Lage und die jüngsten Entwicklungen der Pandemie hätten ihn dazu bewegt, diesen Schritt bereits jetzt zu gehen. „Corona hat nicht nur ausgebremst, sondern für uns auch einiges beschleunigt.“ Bereits nach dem ersten Lockdown im Frühjahr habe Walter Klein gesagt: „Ich mache das schon seit über 30 Jahren. Ich kann das alles nicht mehr so leisten wie früher.“

Daraufhin fassten die beiden den Entschluss, ihre berühmte Apfelwein-Kneipe in Offenbach mit eigener Kelterei noch bis Ende des Jahres zu führen und dann deren Geschicke in andere Hände zu übergeben.

„Apfelwein Klein“ in Offenbach: Nachfolger wollen Namen und Konzept beibehalten

„Wir dachten, wir nehmen das Weihnachtsgeschäft mit und bieten am Ende noch eine Abschiedsfeier an“, sagt Sabine Klein mit hörbarem Bedauern in der Stimme. „Leider ist uns das alles genommen worden.“ Ein Liefer- oder Abholservice, wie ihn viele andere Lokale derzeit anbieten, ergebe angesichts der geringen Nachfrage für das „Apfelwein Klein“ in Offenbach keinen Sinn. „Daher ist jetzt geschlossen. Endgültig.“

Es gebe aber auch eine gute Nachricht, betont Klein. „Wir haben einen Nachfolger gefunden.“ Es handle sich um eine Gastronomenfamilie, die zu diesem Zeitpunkt noch nicht namentlich genannt werden wolle, da vertraglich noch nicht alles in trockenen Tüchern sei. Wer Stammgast ist und nun befürchtet, das altehrwürdige Lokal in Offenbach werde in eine Shisha-Bar verwandelt, darf an dieser Stelle erleichtert aufatmen: Die Nachfolge-Wirte beabsichtigen laut Klein, nicht nur den Namen, sondern auch das Konzept der beliebten Wirtschaft unverändert beizubehalten.

Traditionslokal in Offenbach: Corona verhindert Abschiedsfeier für das „Apfelwein-Klein“

Was Sabine Klein besonders schmerzt, ist, dass der aktuelle Corona-Lockdown verhindert, dass sie richtig von ihren Gästen Abschied nehmen kann. „Von unseren Freunden, die uns jahrelang die Treue gehalten haben. Wir haben wirklich viel Spaß und Freude gehabt.“ Dementsprechend schwer sei auch die Entscheidung gefallen, aufzuhören. „Wir hätten sehr gerne ein letztes Mal mit unseren lieben, treuen Gästen gefeiert, aber da ist uns richtig ein Strich durch die Rechnung gemacht worden.“ Das sei nicht nur Gerede. „Wir haben wirklich nur gute Gäste gehabt. Sonst würde das gar keinen Spaß machen, wenn man ständig irgendwelche Querulanten hätte.“ Seit 2006 führten Walter und Sabine Klein das Traditionslokal -- mittlerweile in der fünften Generation. (Marian Meidel)

Infos im Internet: apfelweinklein.de

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