Kommission berät Ende März

Marode, unwürdig, nicht mehr zeitgemäß: Was wird aus der Trauerhalle?

Nicht mehr zeitgemäß: Nicht nur der alte Sargwagen, auch die 1968 errichtete Trauerhalle entspricht nicht mehr modernen Standards.
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Nicht mehr zeitgemäß: Nicht nur der alte Sargwagen, auch die 1968 errichtete Trauerhalle entspricht nicht mehr modernen Standards.

Marode, unwürdig, nicht mehr zeitgemäß, energetisch katastrophal – das ist nur eine Auswahl der Begriffe, die im Zusammenhang mit dem Zustand der Trauerhalle auf dem Neuen Friedhof fallen. 

  • Trauerhalle in Offenbach in schlechtem Zustand
  • Sie ist baulich und technisch problematisch
  • Unterschiedliche Pläne werden diskutiert

Offenbach – Im vergangenen Jahr kochte die Diskussion um Anriss und Neubau oder Sanierung der Halle in der Stadtpolitik hoch: Fakt ist, dass die Halle baulich, technisch und energetisch höchst problematisch ist.

Trauerhalle in Offenbach 1968 wurde gebaut

Seit der Diskussion über den Zustand der 1968 errichteten Halle im vergangenen Sommer ist es um das Thema ruhig geworden. Hinter den Kulissen aber, das bestätigt der zuständige Dezernent für den Eigenbetrieb ESO, Bürgermeister Peter Freier (CDU), wird jedoch an Lösungen gearbeitet. „In der nächsten Sitzung der Betriebskommission am 31. März werden zwei Vorschläge zur Zukunft der Trauerhalle diskutiert“, bestätigte Freier in der Fragestunde der Stadtverordnetenversammlung.

Momentan würden zwei Realisierungsvarianten, eine für die Sanierung, eine für Abriss und Neubau, „mit großem Aufwand final ausgearbeitet“. Freier betont, er lege großen Wert darauf, dass eine „saubere Grundlage für die spätere Beratung“, sprich: eine realistische Kosteneinschätzung vorgelegt werde. „Eine saubere Berechnung geht da vor Schnelligkeit, um später eine belastbare Entscheidung treffen zu können“, sagt Freier.

Offenbach: SPD für Erhalt der Trauerhalle

Die SPD hatte sich im vergangenen Jahr für einen Erhalt der maroden Halle ausgesprochen, obwohl deren Mitglieder in der Betriebskommission in dieser einstimmig für einen Neubau votiert hatten. Eine erste grobe Kostenschätzung damals ergab, dass ein Neubau um 3,3 Millionen Euro, eine Sanierung – allerdings ohne die sogenannten Rosenheim-Fenster – knapp 2,5 Millionen Euro kosten würde.

Eine Sanierung der von Bernd Rosenheim geschaffenen Glasfenster, die die komplette Halle unterhalb des Dachs umfassen und die durch Temperatureinwirkung inzwischen an vielen Stellen gewölbt und verbogen sind, war 2019 noch nicht angedacht. Bei einem Ortstermin im vergangenen Juli hatte Freier jedoch betont, dass eine Sanierung die Kosten in ungeahnte Höhen treiben würde. Auch ein Einbau der Fenster in eine neue Halle sei kaum möglich, da diese komplett auf die Architektur der bestehenden Halle abgestimmt seien, die neue Halle also baulich weitestgehend mit der bestehenden identisch sein müsste.

Offenbach: Mängelliste der Trauerhalle ist lang

In der Stadtverordnetenversammlung zählt Freier noch einmal die bestehenden Mängel auf: etwa, dass die Halle für den überwiegenden Teil der Trauerfeiern zu groß sei, sich in einem für Besucher wie Angestellte ungenügenden Zustand befinde, Barrierefreiheit nicht bestehe oder die Kühlkapazitäten erschöpft seien. Für die Zukunft sei außerdem wünschenswert, dass die Friedhofsverwaltung in den Trauerhallenkomplex einziehe, momentan sind Trauerhalle und Verwaltung noch räumlich getrennt.

Nach der Beratung in der Betriebskommission soll es laut Freier eine Infoveranstaltung für die Stadtverordneten geben, an die sich auch eine Bürgerinformation anschließen werde.

VON FRANK SOMMER

Über die Zukunft der Trauerhalle in Offenbach* wird schon seit langer Zeit gestritten. Die Trauerhalle in Offenbach verfällt an allen Ecken und Enden. Die Dächer sind undicht, die Heizung teuer*.

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