Anwohner verwundert

„Sehr traurig“: Trimmpfad auf der Rosenhöhe dem Naturschutz geopfert

Der Trimmpfad ist Geschichte: Umgestürzte Bäume, die bewusst liegen gelassen werden, versperren den Weg. Die Geräte sind mittlerweile abgebaut. 
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Der Trimmpfad ist Geschichte: Umgestürzte Bäume, die bewusst liegen gelassen werden, versperren den Weg. Die Geräte sind mittlerweile abgebaut.

Ausgerechnet zum 50-jährigen Bestehen der Trimm-Dich-Bewegung hat die Stadt Offenbach in aller Stille den Trimmpfad auf der Rosenhöhe beerdigt. 

  • Der Trimmpfad auf der Rosenhöhe in Offenbach wurde dicht gemacht
  • Der Rundkurs hatte noch zahlreiche Fans
  • Die Stadt denkt über einen neuen Trimmpfad nach

Offenbach – Ausgerechnet zum 50-jährigen Bestehen der deutschlandweiten Trimm-Dich-Bewegung hat die Stadt in aller Stille den Trimmpfad auf der Rosenhöhe beerdigt. Immerhin: Es soll ein neues Areal gefunden werden, auf dem die zwischenzeitlich eingelagerten Geräte wieder zu sportlicher Betätigung einladen. 

Anwohner der Rosenhöhe hatten bereits vor Tagen mit Ärger und Verwunderung feststellen müssen, dass mit der Demontage des Parcours begonnen worden war. Auch wenn der Trimmpfad in Zeiten von Fitness-Studios ein Angebot aus dem vergangenen Jahrhundert zu sein scheint – seine Fans hat er immer noch: „Sehr traurig“ findet es etwa ein 82-jähriger Jogger, der regelmäßig auch den Rundkurs mit seinen 14 Stationen nutzte, um sich jung zu halten. 

Stadt Offenbach: Trimmpfad auf Rosenhöhe für Naturschutz geopfert

Mit Ironie nimmt es ein weiterer Rosenhöhe-Anwohner: Alle künstlich errichteten Geräte und Hindernisse seien verschwunden. Dafür finde man jetzt auf dem Trimmpfad jede Menge natürlicher Hindernisse in Form von querliegenden Ästen und sogar ganzen Baumstämmen. „Was diese Aktion bewirken soll, darüber gibt es leider Stillschweigen von offizieller Seite.“

Garniert mit der Entschuldigung, es etwas spät zu vermelden, bestätigt die Stadt, die Geräte seien abmontiert worden. Im Kern geht es darum, dass der 1974 öffentlichkeitswirksam eingeweihte Offenbacher Trimmpfad offenbar dem Naturschutz geopfert wurde. Denn bei der Waldfläche, durch die der Parcours führte, handelt es sich um eine „Kernfläche Naturschutz“. Diese Flächen, heißt es in der städtischen Erläuterung, werden nicht bewirtschaftet und es dürfen dort auch keine Bäume gefällt werden. Hintergrund der Ausweisung sei die Entscheidung der Landesregierung, zehn Prozent des Staatswaldes sich in seiner natürlichen Entwicklung selbst zu überlassen.

Trimmpfad auf Offenbacher Rosenhöhe: Gefahr durch herabstürzende Äste

So kam es, dass im Wald auf der Rosenhöhe, in dem viele Buchen abgestorben sind, nach städtischer Einschätzung die Gefahr bestand, dass herabstürzende Äste Sportler verletzten. Deshalb habe man den Pfad zunächst abgesperrt. Da diese Absperrungen ignoriert worden seien, habe man auf Empfehlung des Forstamts Langen die Geräte abmontiert. Tatsächlich – das wird bei einer Ortsbesichtigung deutlich – macht sich wohl auch niemand mehr die Mühe, umgestürzte Bäume zu beseitigen. Mehr noch: Teilweise sieht es so aus, als seien bereits zerteilte Baumstämme auf dem Trimmpfad aufgeschichtet worden.

Nun wird von der Stadtverwaltung geprüft, ob der Bedarf für ein ähnliches Angebot weiterhin vorhanden ist und wo man gegebenenfalls wieder einen Trimmpfad errichten kann.

VON MATTHIAS DAHMER

Auch über die Zukunft des Waldschwimmbads auf der Rosenhöhe in Offenbach gibt es immer wieder Diskussionen. Für Ärger sorgten dort auch Nilgänse, die nun abgeschossen werden dürfen.

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