Prüfung von Aufzügen

TÜV warnt vor Sicherheitslücken

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Offenbach - Ist die Sicherheit in deutschen Aufzügen durch die Pläne der Bundesregierung gefährdet? Experten weisen auf die schon heute hohe Mängelquote hin. Von Ronny Paul

Die Technischen Überwachungsvereine (TÜV) lehnen eine von der Regierung geplante Reform von Sicherheitskontrollen bei Aufzügen entschieden ab. Schon jetzt zeigten sich an jedem zweiten Lift in Deutschland Mängel, die Sicherheit würde sich durch die Gesetzesänderungen weiter verschlechtern. Die TÜV-Experten rechnen in diesem Fall mit einem Anstieg der Fehlerquoten und einer deutlichen Zunahme von Aus- und Unfällen, heißt es in einer Pressemitteilung. Bisher müssen Liftanlagen alle zwei Jahre einer Hauptprüfung unterzogen werden. Außerdem soll innerhalb dieser Frist eine unangekündigte Zwischenprüfung einer externen Stelle stattfinden.

Genau hier greifen die geplanten Änderungen des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS): In Zukunft soll Unternehmen wie Hauseigentümern diese Sicherheitskontrolle selbst überlassen werden. Dass hieße, unabhängige und unangekündigte Prüfungen von Aufzügen entfielen, diese könnten stattdessen betriebsintern gewartet werden. Die Änderungen begründet das Ministerium mit einer Anpassung an EU-Recht und den „Stand der Technik“.

„Wie bisher sind sowohl interne als auch externe Prüfungen möglich“, erklärt BMAS-Pressesprecher Christian Westhoff. Die Kontrollen dürften allerdings eine Frist von zwei Jahren nicht überschreiten und sollten so terminiert werden, dass der Aufzug bis zur nächsten Prüfung sicher betrieben werden kann, weist Westhoff auf die Pflichten der Betreiber hin.

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Kritiker wenden ein, dass das Vorhaben am eigentlichen Problem vorbeigeht. Weil der Einbau von Liftanlagen nicht registriert werden muss und schon heute viele Aufzüge nicht regelmäßig überprüft werden, bestünde auch nach den Gesetzesänderungen ein hohes Sicherheitsrisiko, sagt Nicole Heine vom Verband für Aufzugstechnik (VFA). Laut dem jüngsten Anlagensicherheitsreport des TÜV vom Jahr 2013 gibt es eine hohe Dunkelziffer von schätzungsweise 150.000 Aufzügen in Deutschland, die überhaupt nicht kontrolliert werden. Heine räumt allerdings auch ein, dass die bisher unangekündigten Zwischenprüfungen schwer umsetzbar seien. „Deshalb wird das in der Praxis nicht gemacht“, betont sie. „Ohne vorherige terminliche Abstimmung ist keine Überprüfung mit Zugang zur Anlage möglich.“

Wie anfällig Lifte sind, hat der TÜV 2013 bei einer Überprüfung von 480 000 Anlagen bundesweit festgestellt. Dabei zeigten sich „sicherheitsrelevante Mängel“ an zwölf Prozent aller Lifte. „Vor diesem Hintergrund halten wir die Gesetzesänderung für gefährlich“, unterstreicht TÜV-Präsidiumsmitglied Dr. Klaus Brüggemann.

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