Ausstellungsfläche wächst

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Nachfolge ist geregelt: Messe-Chefin Ursula Diehl.

Offenbach - Staub, Dreck und Lärm: Geht es nach Ursula Diehl, könnte der Sommer schon wieder vorbei sein. Dann, im September, ist voraussichtlich der größte Teil dessen fertig, was die Geschäftsführerin der Messe Offenbach die „bedeutsamste Investition seit dem großen Wurf von 1995“ nennt. Von Matthias Dahmer

Damals wurden die untrennbar mit Lederwaren verbundene Immobilien an Kaiser- und Bettinastraße für 26 Millionen D-Mark auf den Stand der Zeit gebracht. In erster Linie ging es seinerzeit um die Klimatisierung der vergleichsweise niedrigen Hallen, erinnert sich die Messe-Chefin.

Nun ist’s eine Nummer kleiner, werden statt 13 Millionen „nur“ 7,5 Millionen Euro verbaut. Doch für Ursula Diehl ist auch das ein „Zeichen, dass es weitergeht, dass wir die Messe noch schöner machen und dass mehr Platz geschaffen wird“.

Vorgesehen ist beim Ausbau zunächst die Aufstockung von Halle 1. Die Ebenen A und B werden durch eine Ebene C ergänzt. Das wird 1 500 Quadratmeter mehr Bruttogeschossfläche bringen. Mehr Platz ist für die aus allen Nähten platzende Internationale Lederwarenmesse eine Notwendigkeit, betont Ursula Diehl. Beleg dafür ist der Umstand, dass die entstehenden Flächen für die I.L.M. Summer Styles Ende September bereits vergeben sind.

Auch für Gastveranstaltungen interessanter

Zur Aufstockung kommen ein Überbau über einen Teil des Erdgeschosses sowie die Umgestaltung von Eingangsfront und Foyer hinzu. Durch das repräsentativere Entrée und den Ausbau des Erdgeschosses, ist sich Ursula Diehl sicher, wird die Messe auch für Gastveranstaltungen interessanter.

Außerdem gewinnt sie dadurch zusätzlich zirka 500 Quadratmeter Ausstellungsfläche, so dass die Messe ihre Kapazitäten von derzeit etwa 18 .00 auf dann knapp 21 000 Quadratmeter steigern kann. Das neue Foyer wird indessen nicht im September, sondern voraussichtlich erst im Frühjahr des nächsten Jahres fertig sein, sagt die Messe-Chefin.

Für Ursula Diehl ist der laufende Umbau wohl der letzte unter ihrer Regie. Es ist nach mehr als 30 Jahren bei der Messegesellschaft ihr „Abschiedsgeschenk“, wie sie bereits im März bei einem Pressetermin formuliert hat. Ihr Nachfolger ist Diplom-Volkswirt Arnd Hinrich Kappe. Der 45-Jährige wird zum 1. Juli als Prokurist in die Geschäftsführung der Messe eintreten, seine offizielle Vorstellung ist für September vorgesehen, beerben soll er Ursula Diehl Mitte 2013.

2000 wurde die Messegesellschaft in eine GmbH umgewandelt

Die Geschichte der Messe Offenbach reicht zurück bis ins Jahr 1949. Unter dem Motto „Lederwarenindustrie und Marshallplan“ fand im Theater an der Goethestraße, dem heutigen Capitol direkt neben dem derzeitigen Standort, erstmals eine Messeausstellung statt.

Schon im Januar 1950 folgte die erste Offenbacher Lederwaren-Fachmesse. Nach dem Erfolg dieser Ausstellungen entschlossen sich die Veranstalter zur Gründung einer Messegesellschaft. Diese wurde am 11. März 1950 notariell beurkundet.

Präsident war der damalige Offenbacher Oberbürgermeister Dr. Hans Klüber. Da die Räume des Theaters schon bald nicht mehr ausreichten, wurde zusätzliche Standfläche in einer benachbarten Turnhalle und in der Aula der heutigen Hochschule für Gestaltung Offenbach geschaffen.

Noch im selben Jahr war die erste Messehalle am ehemaligen Standort des Deutschen Ledermuseums fertiggestellt. 1951 und 1953 folgten die Messehallen 2 und 3, 1956 wurde die Messehalle 1 um zwei zusätzliche Geschosse erweitert. Eine vierte Halle wurde 1980 erbaut. Zum 50-Jahre-Jubiläum im Jahr 2000 wurde die Messegesellschaft schließlich in eine GmbH umgewandelt.

Regelmäßiges Lob erhält die Messe GmbH von Kämmerer Michael Beseler. Der wird bei der Vorstellung des jährlichen Beteiligungsberichts der Stadt nicht müde zu betonen, dass die relativ kleine Messe, die keine „Starmesse“ sei, bewundernswert arbeite. Laut dem inzwischen vorliegenden Beteiligungsbericht für 2011 hat die Messe mit ihren sechs Mitarbeitern bei einem Umsatz von 4,2 Millionen eine Million Euro Gewinn erwirtschaftet.

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