Illegale Rodung wird teuer

Offenbach - Unwissenheit schützt nicht – vor allem, wenn’s um den Schutz wild lebender Tiere und Pflanzen geht. Geregelt ist das bundesweit mit § 39 BNatSchG. Von Martin Kuhn

Abseits juristischer Feinheiten sagt das Bundesnaturschutzgesetz: Das Fällen und Kappen von Bäumen und anderen Gehölzen ist vom 1. März bis zum 30. September verboten. „Es empfiehlt sich immer, unseren Rat einzuholen und einen Antrag zu stellen. Und zwar vorher“, sagt Heike Hollerbach.  Der Rat der Umweltamtsleiterin kommt in diesem Fall zu spät.

Die Frau ist hörbar aufgewühlt, nach eigenen Worten regelrecht geschockt, als sie am späten Freitagnachmittag nach Hause kommt. Auf dem Areal zwischen Fechenheimer Straße 38 und 42 haben nach ihren Worten Arbeiter mindestens einen Apfelbaum und eine Brombeerhecke entfernt. Jahrelang sei dort nichts passiert – und jetzt dieser radikale Einschnitt. „Da haben bestimmt Vögel genistet; jeden Morgen war dort ein vielstimmiges Gezwitscher.“ Beim Umweltamt will sie umgehend Anzeige erstatten.

Fällaktion in Rumpenheim kein Einzelfall

Inzwischen ist der Fall dort bekannt. Hollerbach sagt gestern: „Wir haben keine Fällgenehmigung erteilt.“ Sind alle Details geklärt, schließlich greift in einem solchen Fall auch die kommunale Grünschutzsatzung, folgt für den Auftraggeber möglicherweise ein Ordnungswidrigkeitsverfahren; das schließt Geldstrafen bis zu 10.000 Euro ein. Zudem können weitere Forderungen folgen, nämlich eine Ausgleichpflanzung nach dem Bundesnaturschutzgesetz.

Die Fällaktion in Rumpenheim ist kein Einzelfall: „Immer wieder wird versäumt, eine Einzelprüfung beim Umweltamt zu beantragen.“ Diese empfiehlt Hollerbach dringend: „Das ist für die Bürger wesentlich entspannter als andersrum – und meist weniger kostspielig...“

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