Baustellenunfall Austraße

Viele offene Fragen: Nach einem Baustellenunfall bleibt vieles unklar

Statiker, THW und Feuerwehr untersuchten das betroffene Wohnhaus in der Austraße.
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Statiker, THW und Feuerwehr untersuchten das betroffene Wohnhaus in der Austraße.

Am Dienstagmorgen (03.03.2020) kam es zu einem schweren Unfall auf einer Baustelle in Offenbach: Doch weiterhin bleiben die genaueren Umstände des Unfalls und die Konsequenzen für die Anwohner unklar. Statiker müssen nun ein betroffenes Wohnhaus untersuchen.

Offenbach - Bereits am Dienstagmorgen (03.03.2020) kam es zu einem schweren Unfall auf einer Baustelle in der Austraße Ecke Hermann-Steinhäuser-Straße: Doch bis zum gestrigen Nachmittag (04.03.2020) blieben die genaueren Umstände des Unfalls und die Konsequenzen für die Anwohner unklar. 

Was war geschehen? Gegen 8.12 Uhr soll sich laut Polizei bei Baggerarbeiten in einer Baugrube ein Teil einer Kellerfassade des angrenzenden Wohnhauses gelöst und einen 25-jährigen Bauarbeiter schwer verletzt haben. Der Mann musste an Ort und Stelle von einem Notarzt versorgt und in eine Klinik gebracht werden.

Da durch den Unfall das Fundament des Gebäudes in Mitleidenschaft gezogen wurde, mussten die Bewohner das Haus verlassen. Statiker, Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks (THW) und der Feuerwehr untersuchten das Haus, diese ersten Analysen zogen sich bis Mittwochnachmittag hin.

Das Hilfswerk war mit 19 Kräften und drei Fahrzeugen angerückt, um sogenannte Sicherungs- und Stützmaßnahmen vorzunehmen, wie THW-Zugführer Michael Ziererläuterte. Zu diesem Zweck hatten die Helfer auf der Straße vor der Baustelleneinfahrt lange Kanthölzer zurechtgeschnitten, um mithilfe dieser die entsprechende Stelle in dem Fundament zu stabilisieren. Zudem wurde im Laufe des Nachmittags mit einem Radlader die Baugrube nach und nach aufgeschüttet.

Wie viele Bewohner ihre Wohnungen verlassen mussten und wo sie untergebracht wurden, dazu gab es weder von der Stadt noch von Feuerwehr oder THW verlässliche Informationen. Vor der mit rot-weißem Absperrband gesicherten Straßenecke standen gestern Betroffene. Einer erzählte aufgebracht von den Geschehnissen. Am Dienstagmorgen gegen neun Uhr seien sie aus dem Haus gebeten worden. Noch im Hinterhof forderten Polizeibeamte „in einem sehr grenzwertigen Ton“ zur Angabe ihrer Personalien auf.

Danach hieß es, die Bewohner sollten sich für weitere Hilfe bezüglich einer Notunterkunft auf dem nahen 1. Polizeirevier melden. Dort habe der Bewohner jedoch von selbigen Beamten lediglich die forsche Ansage bekommen, „vor 18 Uhr brauche er nicht wiederkommen“. Erst im Laufe des Tages seien ihm folgende Optionen genannt worden: entweder könne er die Nacht in einer Obdachlosenunterkunft untergebracht werden, oder er müsse sich auf eigene Kosten eine Bleibe für die Nacht suchen.

Das Deutsche Rote Kreuz war tagsüber ebenfalls mit sechs weiteren Kräften präsent und hatte an der Kreuzung zur Hermann-Steinhäuser-Straße einen Pavillon errichtet, unter dessen schützendem Dach Helfer mit Essen und Getränken versorgt wurden. „Fürs THW wurde hier ein Partyzelt aufgebaut, und wir müssen in der Kälte stehen und warten“, ärgerte sich der Bewohner.

Bis Redaktionsschluss war unklar, ob die Bewohner am Mittwoch (04.03.2020) wieder in das Haus zurück durften.

Von Joel Schmidt und Frank Sommer

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