Lieberberg rät von Kaiserlei-Projekt ab

Veranstalter braucht Arena nicht

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Der Kaiserlei von oben betrachtet.

Offenbach - Die Planungen für den Bau einer Multifunktionshalle am Offenbacher Kaiserlei sind von Pannen begleitet. Jetzt meldet auch der Frankfurter Konzert-Veranstalter Marek Lieberberg Bedenken an, der das Projekt für überflüssig hält. Von Christian Riethmüller 

Er weiß, wo die Musik spielt, schließlich ist Marek Lieberberg mit seiner gleichnamigen Konzertagentur einer der erfolgreichsten Konzertveranstalter der Welt. Seine Agentur holt jene Topstars nach Deutschland, die binnen Stunden die größten Hallen ausverkaufen. Lieberberg könnte also durchaus daran Interesse haben, dass zwischen Offenbach und Frankfurt eine neue Halle errichtet wird. Doch der Impresario rät von dem Projekt ab. „Von Ausnahmen in den USA abgesehen, die aber auch ein Einkaufszentrum dabeihaben, kenne ich keine Multifunktionshalle, die sich selber trägt. Die neue Halle würde sich nie allein finanzieren können,“ wies Lieberberg im Gespräch mit unserer Zeitung auf die Notwendigkeit eines Sponsors hin. „Doch den sehe ich nicht.“ Er würde eher darüber nachdenken, ob sich nicht mit einer Umgestaltung des Innenraums die Bestuhlung in der Frankfurter Festhalle erweitern lasse, empfiehlt der Veranstalter.

Unterdessen versichert Frankfurts Sportdezernent Markus Frank (CDU), dass Offenbach bei der Planung der Großarena allenfalls geringe finanziellen Lasten tragen muss. Zugleich entschuldigt er sich für eine anderslautende Pressemitteilung der Stadt Frankfurt, die Anlass für harsche Kritik an Offenbachs OB Horst Schneider war. Schneider, der in diesem Fall nicht so ganz an einen Zufall glauben will, stellt aber klar: „Es ist keinerlei Kostenbeteiligung abgesprochen.“

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