CDU zu Avancen aus Frankfurts Politik

Verschiedene Interessen zweier Städte

+

Offenbach - Die CDU empfiehlt, nicht allzu euphorisch auf die vom Frankfurter Bürgermeister Olaf Cunitz (Grüne) angekündigte stärkere Kooperation von Frankfurt und Offenbach zu reagieren. „Sie erscheint auf den ersten Blick erfreulich, darf aber nicht zulasten unserer Stadt gehen“, meint Fraktionschef Peter Freier.

Ein Expertentreffen im Frühsommer 2015 habe zwar einige gute Lösungsansätze zur Stärkung der beiden Städte im internationalen Ranking gebracht: „Aber es bedeutet nicht, dass Offenbach nur Hilfestellung bei der Lösung Frankfurter Probleme leistet.“ Schon der Veranstaltungstitel „Ein Stadtraum ohne Grenzen“ hat den Christdemokraten aufhorchen lassen: Ihn erinnert das frappant an Eingemeindungspläne des früheren Frankfurter Oberbürgermeisters Walter Möller oder an Petra Roths Stadtkreis Frankfurt-Rhein-Main. Das Forum folgte der Eingangsfrage „Welche Formen des Wachstums wird Frankfurt aufgrund geografischer oder struktureller Beschränkungen nicht länger tragen können, und welche Konsequenzen hat das für Offenbach?“. Freier fiel dabei auf, dass für das Kaiserleigebiet der neue Name „MainHöhe“ kursierte.

Seinen Stellvertreter Roland Walter stört die Frage nach einem Stadion und einer anderen als einer gewerblichen Kaiserlei-Nutzung. Beides widerspreche völlig Offenbacher Intentionen: „Frankfurter Interessen sind nicht automatisch Offenbacher Interessen.“ Auch das Thema der Steigerung der Attraktivität Offenbachs für kreative Branchen lässt die Christdemokraten zur Vorsicht mahnen: „Wird diese doch sogleich durch eine Profitaussicht für Frankfurt ergänzt.“ Weiterhin sollte Offenbach nicht als Reserve für mangelnde Wohnbauflächen in der Nachbarstadt herhalten. „In Offenbach selbst sind freie Grundstücksflächen sowohl für Wohn- als auch Gewerbebau schon knapp“, weiß Walter. Zudem leide der Wohnungsbau in Offenbach unter Fluglärmeinschränkungen: „Gewerbesteuer des Flughafens fließt aber nur nach Frankfurt.“

Das sind die zehn höchsten Gebäude in Offenbach: Bilder

Die Christdemokraten empfehlen, die Vorschläge von Olaf Cunitz auf ihre Vereinbarkeit mit dem Offenbacher Masterplan hin abzuklopfen. Freiers interkommunales Credo lautet: „Zusammenarbeit heißt nicht, dass man generös eine vorgebliche Annäherung der Städte begrüßt, sondern aus einer Position der Gleichberechtigung und der Stärke miteinander verhandelt und dann auch gemeinsam handelt.“ Bevor dem Offenbacher Parlament eine von Frankfurt formulierte Beschlussvorlage präsentiert werde, „verlangen wir eine sorgsame, von Offenbachs Interessen geprägte Prüfung der ganzen Sache“. Aber zunächst sei der Masterplan Offenbach zu beschließen – noch vor der Kommunalwahl am 6. März.  (tk) 

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare