Verwirrung um Ausgabe im Bürgerbüro

Große Verwirrung: Mann bekommt neuen Führerschein - und das ganz ohne Prüfung

Bei Neuausgabe eines Führerscheins muss der alte Lappen entwertet werden.
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Bei Neuausgabe eines Führerscheins muss der alte Lappen entwertet werden.

Ein Fahrschüler in Offenbach hat im Bürgerbüro seinen um eine Klasse erweiterten Führerschein ausgehändigt bekommen, obwohl er noch gar keine Prüfung abgelegt hatte.

  • Mann aus Offenbach staunt nicht schlecht.
  • Eine Woche vor seiner Prüfung bekommt er schon den Führerschein.
  • Auch der Fahrlehrer ist verdutzt und sieht eine Gefahr.

Offenbach - Der Fahrlehrer von Sebastian H. staunte und raunte der Redaktion Skandalträchtiges zu: „Wollen Sie wissen, wie man in Offenbach ohne Prüfung an einen Führerschein kommt?“ Natürlich wollen wir. Am Fakt gibt es nichts zu deuteln: Der Offenbacher Sebastian H. legte vergangenen Montag erfolgreich beim TÜV seine Motorrad-Prüfung ab, durfte seinen neuen, um die entsprechende Klasse erweiterten Führerschein aber bereits mehr als eine Woche zuvor in den Händen halten. An das begehrte Kärtchen ist er eher zufällig gekommen.

Mann aus Offenbach erhält erweiterten Führerschein – ohne abgelegte Prüfung

„Ich wollte mein Motorrad rechtzeitig beim Bürgerbüro anmelden und habe dort dann mal nebenbei gefragt, ob mein Führerschein denn schon vorliege“, schildert der Offenbacher. Zu seiner Überraschung wird das nicht nur bejaht, sondern er erhält von einer freundlichen Stadtmitarbeiterin auch das Angebot, das Dokument gleich mitzunehmen. Das scheitert nun zunächst daran, dass er seinen alten Lappen, der entwertet werden müsste, nicht dabei hat. Also kommt er tags darauf ein weiteres Mal ins Bürgerbüro, wird bei einer anderen Mitarbeiterin vorstellig und verlässt das „Kaiserpalais“ scheinbar nicht mehr nur als Inhaber der Fahrerlaubnisklasse B, sondern zusätzlich der Klasse A.

Aber als braver Bürger trägt er auch Bedenken: Kann das denn alles so seine Richtigkeit haben? Ein Anruf beim Kraftfahrbundesamt bestätigt Sebastian H., es habe alles seine Ordnung. Dennoch – und vollkommen korrekt – nutzt er das nicht aus, informiert lieber seinen nun verdutzten Fahrlehrer. Der sieht die Gefahr, dass irgendwo im städtischen oder übergeordneten System ein Fehler die vorzeitige Ausgabe von Führerscheinen ermögliche: „Mir geht’s drum, dass solche Sachen nicht passieren.“

Chefin des Bürgerbüros Offenbach geht der Sache auf den Grund

Martina Fuchs, die Chefin des Offenbacher Bürgerbüros, kann sich einen derartigen Vorgang spontan nicht erklären, ist daran aber sehr interessiert und verspricht interne Recherche. Das Kraftfahrbundesamt nimmt sie aber schon mal von der Verantwortung aus, jenes gehe automatisch davon aus, dass eine Prüfung ab- und das Ergebnis der ausgebenden Behörde vorgelegt worden sei.

Für Menschen, die vor sehr langer Zeit einen grauen oder rosa Lappen erworben haben: Es ist nicht mehr durchgängig üblich, dass der TÜV-Prüfer nach der Probefahrt das begehrte Papier aushändigt; zudem beantragen Fahrschulen kaum mehr gesammelt Führerscheine, das müssen die Fahrschüler selbst beim Amt erledigen – deshalb auch Sebastian H.s interessierte Nachfrage.

Am Ende kann Martina Fuchs Entwarnung geben und die Sorgen unseres Fahrlehrers entkräften: Das System arbeitet korrekt, die Schwachstelle war der Mensch. Die erste Bearbeiterin des Antrags hatte vergessen, das Häkchen bei „Vor Ausgabe Prüfbescheinigung (TÜV) prüfen“ zu setzen. (Von Thomas Kirstein)

Es gibt Diskussionen um Fahrverbote für Motorräder. Zwar können Biker genervte Anwohner verstehen, fühlen sich durch mögliche Verbote aber diskriminiert.

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