Persische Küche

Viele sind gescheitert: Restaurant Maman will in Top-Lage überzeugen

Neue Gastronomen: Ali Haghighat Gou (links), seine Frau Tolou Rezari und Hamayoon Rezari.  
Foto: bär
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Neue Gastronomen: Ali Haghighat Gou (links), seine Frau Tolou Rezari und Hamayoon Rezari.

Das Restaurant Maman in der Berliner Straße in Offenbach möchte seine Kundschaft mit authentischer persischer Küche verzaubern.

  • Restaurant Maman will in in Offenbach überzeugen
  • Restaurant in Top-Lage bietet persische Küche an
  • Viele Vorgänger sind in dieser Lage Offenbachs bereits gescheitert

Offenbach – Sechs Restaurants in 17 Jahren: In den Räumlichkeiten in der Berliner Straße 109 gegenüber dem Rathaus haben schon einige Gastronomen ihr Glück versucht. Vom Nobelrestaurant Carrée bis zur Fast-Food-Kette Brooklyn Pizza – die Vielfalt an kulinarischen Varianten war groß. Seit März möchte dort Ali Haghighat Gou Offenbachs Bürger in seinem persischen Restaurant Maman begeistern.

Seit 21 Jahren ist er Gastronom, führt in der Nachbarstadt Frankfurt zwei – ebenfalls persische – Lokale. Als Haghighat Gou vom Vorbesitzer erfuhr, dass die Räume in der Berliner Straße frei wurden, zögerte er nicht lange und übernahm zusammen mit seiner Frau Tolou Rezari und Schwager Homayoon Rezari im vergangenen November die 200 Quadratmeter großen Räumlichkeiten.

Restaurant Maman in Offenbach: Familie baut nach ihren Vorstellungen um

Dass sich vor ihm schon einige Restaurantbetreiber ohne Erfolg an dem Standort versucht haben, sieht er nicht als schlechtes Omen: „Das Gebäude ist in einer Top-Lage. Die gastronomische Infrastruktur ist gegeben. So einen Laden bekommst du nicht oft.“ Fast fünf Monate baute die Familie das Lokal nach ihren Vorstellungen um und feilte am richtigen Konzept: So bietet das Maman neben persischer Küche seiner Kundschaft auch eine Café- Bar.

Am 13. März ist das Lokal mit einer großen Feier eröffnet worden. Dann kam der Lockdown. „Es hat sich für uns nicht wirklich gelohnt aufzumachen“, meint Haghighat Gou schmunzelnd. Nur dank der finanziellen Reserven, die durch seine beiden Frankfurter Läden vorhanden waren, konnte er eine dauerhafte Schließung des Maman verhindern.

Die Zeit der Schließung nutzte die Familie, um das Restaurant zu optimieren und sich personell gut aufzustellen. „Wir haben unsere Angestellten geschult und neue eingestellt. Insgesamt sind hier 15 Mitarbeiter beschäftigt“, sagt Tolou Rezari.

Zur Wiedereröffnung blieb der große Andrang zwar aus, inzwischen habe das Lokal aber schon einige Stammgäste gewinnen können. „Wir haben Kunden, die sogar jeden Tag zu uns kommen“, meint sie. Insgesamt werde das Maman sehr gut angenommen, betont ihr Mann. Da aufgrund der Kontaktbeschränkungen nur ein Bruchteil der insgesamt 120 Plätze zur Verfügung stehen, hat sich das Maman auf Laufkundschaft spezialisiert. „Die meisten Gäste sitzen draußen, trinken und essen eine Kleinigkeit und gehen dann wieder“, so der Inhaber.

Restaurant Maman in Offenbach: Auf Wünsche der Kunden eingehen

Dass das Maman länger bestehen bleiben werde, als die Restaurants zuvor, daran hat Ali Haghighat Gou keine Zweifel: „Im Gegensatz zu unseren Vorgängern sind wir vor Ort. Wir führen den Laden selbst. Das ist der großer Unterschied.“ Durch ihre persönliche Anwesenheit sei es der Familie möglich, direkt auf die Wünsche der Kunden einzugehen und ein Gespür für die Bedürfnisse ihrer Klientel zu bekommen. Daher will das Familienunternehmen ab diesem Monat auch Frühstück anbieten.

Den Gästen scheint das Konzept gut zu gefallen. Eine Kundin hätte aus Dankbarkeit sogar eine Rose vorbeigebracht, erzählt er. Und auch für die Stadt hat der Inhaber lobende Worte: „Die Stadt ist nicht so schlimm, wie von Außenstehenden behauptet wird. Bisher waren die Offenbacher sehr nett und sehr offen. Wir haben einen sehr positiven Eindruck.“ (VON JOSHUA BÄR)

So ganz und gar nicht verzaubert ist dagegen Marlene S. aus Offenbach. Sie will ein TV-Gerät finanzieren. Bei der Bewertung ihrer Kreditwürdigkeit erlebt sie einen Schock. Ist ihr Wohnort schuld daran?

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