Schuleingangsuntersuchung 

Kinder in Offenbach haben ein Problem mit dem Gewicht - und einer wichtigen Fähigkeit

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In Offenbach sind die angehenden Schüler untersucht worden. Dabei sind bei vielen Kindern Defizite bei Gewicht und Motorik zum Tragen gekommen. 

Laut Stadtgesundheitsamt sind in Offenbach viele angehende Schüler zu dick. Zudem nehmen die Defizite bei den motorischen Fähigkeiten zu. 

Offenbach - Einige Sekunden lang hüpfen, ein Bild malen, ein Geräusch verorten oder inmitten von Punkten ein Auto erkennen: Ab November startet das Stadtgesundheitsamt die Schuleingangsuntersuchungen. Sie soll Entwicklungsauffälligkeiten oder Störungen rechtzeitig erkennen und spätere Beeinträchtigungen beim Lernen vermeiden. 

Insgesamt 1247 Kinder wurden im vergangenen Jahr geprüft. Jetzt legte das Stadtgesundheitsamt die Auswertung der Daten vor. Bewertet wurden Gewicht, Grobmotorik, Feinmotorik, Gehör und Sehschärfe, ebenso Impfstatus und sprachlicher Entwicklungsstand.

Offenbach: Jedes sechste Kind zu dick 

Von den untersuchten Kindern sind 50,6 Prozent Mädchen und 49,4 Prozent Jungen. 64,5 Prozent haben Migrationshintergrund. Die meisten Kinder sind länger als 18 Monate im Kindergarten.

Erstmalig erhob das Stadtgesundheitsamt auch die kognitiven Fähigkeiten der untersuchten Schüler: Mit logisch-schlussfolgerndem Denken hatten 82 Prozent der Kinder kein Problem und 72 Prozent hatten ein gutes Vorwissen.

Offenbach: Viele Kinder zu dick

Weiterhin schleppen 15 Prozent der untersuchten Kinder zu viel Gewicht mit sich herum – Kinder mit Migrationshintergrund sind häufiger betroffen: hier sind es 17,2 Prozent gegenüber 11,1 Prozent bei Kindern ohne Migrationshintergrund. 

Aufgefallen ist den Ärzten bei den Untersuchungen der angehenden Grundschülerinnen und -schüler, dass seit 2016 bei den grobmotorischen Fähigkeiten Defizite verstärkt auftreten – 2018 mit 14,8 Prozent. Jungen sind mit 17,9 Prozent viel häufiger betroffen als Mädchen mit 11,9 Prozent. 

Offenbach: Kinder zu dick - und Feinmotorik auffällig

Auch die Feinmotorik ist bei 26,5 Prozent der Kinder auffällig – diese ist bei 36,5 Prozent der Jungen und 16,9 Prozent der Mädchen nicht so gut ausgeprägt. Dafür waren die Hör- und Sehtests verglichen mit anderen Jahren unauffällig.

„Die Daten des Gesundheitsberichtes versetzen uns in die Lage, Bedarfe frühzeitig zu erkennen“, so die Stadträtin für Gesundheit und Kinder und Jugendliche, Sabine Groß. 

Von Jochen Dietz

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