Führungen und Workshops

Vielfältiges Programm zum Thema Druck im Haus der Stadtgeschichte in Offenbach

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Im Atelier von Kerstin Lichtblau in Frankfurt können sich die Besucher selbst am Siebdruck versuchen.

Im Haus der Stadtgeschichte in Offenbach wird im ersten Halbjahr wieder ein Mix aus Ausstellungen, Führungen, Vorträgen und Workshops angeboten. 

Offenbach – „Durch – Hoch – Flach – Tief“, dieses Motto hat Kuratorin Katja M. Schneider für das Halbjahresprogramm des Hauses der Stadtgeschichte im Bernardbau ausgewählt. Es spielt an auf die Vergangenheit Offenbachs als Stadt des Buchdrucks: Hier durfte im 18. Jahrhundert dank fürstlicher Erlaubnis in hebräischen Lettern gedruckt werden, was etwa im benachbarten Frankfurt streng verboten war. Und der Partnerschaft und Johann André und Alois Senefelder ist es zu verdanken, dass Offenbach zu einem Zentrum des Lithografiedrucks wurde.

Das Motto erinnert an die vier traditionellen Drucktechniken Durchdruck (Siebdruck), Hochdruck (Linoldruck), Flachdruck (Lithographie) und Tiefdruck (Radierung). Passend dazu gibt es etwa eine Ausstellung von Studenten der Hochschule für Gestaltung (HfG), die Buchdruck vorstellen oder Workshops mit Kerstin Lichtblau, die Interessierte beim Siebdruck anleitet. Auch die jüngst von Kulturdezernent und Koalition vereinbarte Druckwerkstatt, eine Erweiterung der Dauerausstellung um Druckmaschinen, die noch in diesem Jahr eröffnet werden soll, zählt dazu.

In ihr Frankfurter Atelier lädt Kerstin Lichtblau gleich zweimal ein, am 15. Februar und 21. März, jeweils von 11 bis 16.30 Uhr. Vor Ort erfahren die Besucher einiges über Lichtblaus Arbeit und können eigene Motive auf T-Shirts oder Papier drucken. Der Preis beträgt jeweils 85 Euro, Anmeldung unter E-Mail an drucken@lichtblau-siebdruck.de.

Im Haus der Stadtgeschichte in der Herrnstraße bietet Lichtblau zudem am 29. Februar ab 14 Uhr und am 8. März ab 15 Uhr einen Siebdruck-Workshop an, für Kinder gibt es einen Kurs am 29. Februar von 11 bis 13 Uhr.

Lichtblaus Werke sind außerdem vom 26. Januar bis 22. März in einer Sonderausstellung unter dem Titel „Durch – Den Spiegel geschaut“ zu sehen, Vernissage ist am 26. Januar um 15 Uhr.

Weiter geht es im April mit der Ausstellung „Hoch: Das Paradies lauert im Hinterhof“. Der Berliner Künstler Philipp Hennevogl zeigt Linolschnitte, die auf Fotografien beruhen. Vernissage ist am 3. April um 18 Uhr, die Ausstellung ist bis 14. Juni zu sehen.

„Buchdruck“ lautet der Titel der dritten großen Ausstellung im ersten Halbjahr: Vom 28. Juni bis 12. Juli stellen Studenten der HfG ihre Arbeiten vor, die sich mit Druckgrafiken, Büchern und Buchdruck beschäftigen.

Fester Bestandteil des Angebots des Hauses der Stadtgeschichte ist der „Sonntagsvortrag“: An ausgewählten Sonntagen werden ab 15 Uhr bestimmte Aspekte der Offenbacher und der europäischen Geschichte oder aktuelle gesellschaftliche Themen aufgegriffen und näher betrachtet. Historiker Vicente Such-Garcia widmet sich etwa am 29. März der französischen Besatzung Offenbachs im Jahr 1920 oder am 24. Mai dem Main-Hochwasser vor 100 Jahren und dessen Folgen. Bereits an diesem Sonntag (19.) referiert Jörg Füllgrabe über die Römer im Süden Deutschlands oder am 9. Februar über „Religion und Astronomie: Nebra, Stonehenge und andere Rätsel“.

Die Romanze von Goethe und Lili ist auch Thema eines Vortrags im Haus der Stadtgeschichte. 

Zwar hält der Karneval am 2. Februar Offenbach mit einem Fastnachtsumzug durch die Innenstadt fest in seiner Hand, doch wer dem närrischen Treiben nichts abgewinnen kann, dem bietet das Haus der Stadtgeschichte an diesem Tag ein interessantes Alternativprogramm. Um 11 Uhr führt Vanessa Bähr unter dem Motto „Vor- und Frühgeschichte auf dem Teller“ durch die Dauerausstellung und behandelt dabei die Geschichte des Essens, um 15 Uhr hält Reinhold Pabst einen Vortrag über Friedlich Hölderlin und Offenbach. Seine Frage: Wie wäre das Leben des Lyrikers verlaufen, hätte er 1795 die angebotene Stelle als Hauslehrer in Offenbach angenommen?

Die berühmte Romanze zwischen Johann Wolfgang Goethe und Lili Schönemann ist Thema eines Vortrags am 25. März: ab 19 Uhr referiert Annina Schubert unter dem Titel „Verliebt, verlobt, verloren“ über die Beziehung zwischen der Frankfurter Bankierstochter und Goethe, die sich in Offenbach abspielte.

Welche Rolle die Hugenotten in Offenbach spielten, ist immer noch im Stadtbild ersichtlich, viele Straßen und Gebäude erinnern an das Wirken hugenottischer Familien. Ute Guckel beschäftigt sich am 10. Mai mit dem Bau der Familien Bernard und d’Orville, dem Büsingpalais. Ab 11 Uhr führt sie durch die Ausstellung und lässt das Leben der Erbauerfamilien sowie die Geschichte des Bauwerks lebendig werden.

Auch zur Radtour auf den Spuren des Jugendstils in Offenbach wird geladen: Am 23. Mai und 6. Juni radelt Annina Schubert mit den Teilnehmern quer durch die Stadt und zeigt bekannte wie unbekannte Bauwerk aus der Zeit um 1900.

Gästeführerin Monika Krämer behandelt schließlich am 7. Juni das „Offenbacher Wirtschaftswunder nach 1945“ mit einer Führung durch die Dauerausstellung, während zum Abschluss des Vortragsprogrammes Vanessa Bähr am 10. Juni Einblicke in die Frühgeschichte mittels Grabfunden gewährt. Unter dem Titel „Vom Grab in den Karton in die Vitrine“ werden Funde aus der Rhein-Main-Region vorgestellt. 

Das vollständige Programm des Hauses der Stadtgeschichte gibt es in gedruckter Form in der Herrnstraße 61 oder im Internet unter www.haus-der-stadtgeschichte.de.

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