Stundenlange Vollsperrung am Kaiserlei 

Voll rein ins Klingelgerüst

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Ampeln regeln den Verkehr, wo vorher ein mehrspuriger Kreisel zu bewältigen war. Das wirkt sich laut Polizei positiv auf die Unfallzahlen aus. Gegen unvorsichtige Brummifahrer hilft’s nichts.

Offenbach - Als Kreisel waren die Verkehrbeziehungen am Kaiserlei ein berüchtigter Unfallschwerpunkt. Im Februar 2017 begann der Umbau. Anderthalb Jahre später ereignet sich ein erster Unfall, der sich länger auf die ohnehin angespannte Lage in der Baustelle auswirkt.

Exakte Zahlen konnten die Statistiker der Polizei gestern kurzfristig noch nicht liefern. Der allgemeine Trend geht aber dahin, dass der Ex-Kreisel ein bisschen weniger unfallträchtig geworden ist. Wurden 2016 in zehn Monaten 55 Zusammenstöße aufgenommen, waren es im vergangenen Jahr in elf Monaten nur 49.

Uwe Bennewitz, der Chef des 2. Polizeireviers, sagt, gefühlsmäßig gebe es seit Baustart einen Unfallrückgang. Durch die Ampeln sei der Verkehr relativ gut geregelt, es komme zu einer Entzerrung bei der Einfahrt. Zudem wird zwangsläufig langsamer gefahren, beziehungsweise steht der Verkehr nicht selten. Allerdings gibt es jetzt auch Rotlichtverstöße, derentwegen es kracht.

Das gestrige Ungemach in Form einer länger als vorgesehen dauernden Vollsperrung verdankte sich allerdings nicht der Kollision zweier Autos, sondern wohl der Unachtsamkeit eines einsamen Lastwagenfahrers.

Eigentlich sollten die vier Spuren unter der A661 zwischen Kaiserleipromenade und Berliner Straße wegen der Installation eines sogenannten Klingelgerüsts nachts von 22 bis 5 Uhr dicht sein. Sie waren es aber bis gestern 18 Uhr. Denn am frühen Morgen rauschte ein Laster in die in der Nacht aufgebaute Konstruktion und die anschließende Sperre.

Alles zum Umbau des Kreisel am Kaiserlei lesen Sie zudem auf unserer Themenseite.

Da musste sich umorientieren, wer in den ohnehin starken Verkehr am Kaiserlei geraten war. Autofahrer aus Richtung Bad Homburg konnten nicht über den früheren Kreisel in die Berliner Straße abbiegen. Sie mussten weiter über die A661 bis zur Ausfahrt Taunusring oder alternativ über Strahlenbergerstraße und Kaiserleistraße zum Goethering, um nach Offenbach zu gelangen. Aus Richtung Frankfurt war ihnen der der gerade Weg über die Kaiserleipromenade zur Berliner Straße verwehrt. Für das Ziel Offenbach sollten sie an der Amsterdamer Straße Richtung Kaiserleistraße abbiegen und über den Goethering weiter nach Offenbach fahren.

Bilder

Hintergrund der zusätzlichen Installation, die der Brummifahrer offenbar ignorierte: Für den Bau der neuen Auf- und Abfahrtsrampen von und zur A661 am früheren Kaiserleikreisel werden derzeit die Gerüste für das Gießen der Fahrbahnen aufgebaut. Diese liegen auf den bereits fertigen Fundamenten mit den tiefen Bohrpfählen auf. Für diese Gerüste muss die Durchfahrtshöhe auf den Fahrbahnen unter der Autobahn von der Kaiserleipromenade zur Berliner Straße auf 3,80 Meter reduziert werden.

Um größere Fahrzeuge rechtzeitig zu warnen, wurden in der Nacht zu gestern das Klingelgerüst und die mechanische Sperre errichtet. Das Klingelgerüst warnt Fahrer durch Kunststoffelemente, die das Fahrzeug berühren, und durch einen lauten Warnton vor der zu niedrigen Höhe. Kurz danach sorgt die mechanische Sperre in der Höhe von 3,80 Meter dafür, dass das zu hohe Fahrzeug gestoppt wird, bevor es in die Brückengerüste fahren kann. In der Theorie... (tk)

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