Mehr Platz für Tiere und Besucher

Waldzoo möchte erweitern – Größere Gehege für Kaninchen und Wellensittiche

Für die Tiere des kleinen Zoos wird mehr Platz benötigt.
+
Für die Tiere des kleinen Zoos wird mehr Platz benötigt.

Gerade einmal elf Gramm bringt der kleinste Bewohner des Waldzoos, ein Zebrafink, auf die Waage, der größte, Pony Lena, satte 155 Kilogramm. Schon länger platzt der kleine Tierpark aus allen Nähten. Daher soll nun ein lang gehegter Wunsch von Leiterin Susanne Meyer angegangen werden: den Zoo zu erweitern.

Offenbach- „Wir brauchen mehr Platz für unsere Tiere“, sagt Meyer. Denn der heutige Zustand spiegelt immer noch den Stand der Tierparks aus dem Gründungsjahr 1965 wieder: Die Gehege sind klein, nicht zuletzt auch damit die Besucher die Tiere gut sehen können. Inzwischen hat sich das Verständnis für die Belange der Tiere weiterentwickelt, heutige Gehege sind weitaus großzügiger angelegt.

Bereits im vergangenen Jahr wollte Meyer wegen einer Erweiterung aktiv werden, doch die Corona-Pandemie verhinderte dies. „Da ging es dann erst einmal darum, dass der Zoo überlebt“, sagt sie. Durch eine von Dominic Leiendeckers „Das ist Offenbach“-Initiative angeleierte Spendenaktion ist der Bestand nun gesichert, daher soll nun die Erweiterung wieder angegangen werden.

Offenbach: Stadt soll den Waldzoo bei seinen Plänen unterstützten

Meyer hätte gern das Waldstück zwischen Parkplatz am Nassen Dreieck und Zooeingang als zusätzliche Fläche – das Waldstück ist fast so groß wie der bisherige Zoo und wird bisher als Durchgang genutzt. Eigentümer der Fläche ist Hessen-Forst.

Allerdings stehe sie noch ganz zu Beginn der Verhandlung, die Finanzierung müsse etwa noch geklärt werden. Unterstützung erhält Meyer für ihre Erweiterungspläne von Oberbürgermeister Felix Schwenke und den Freien Wählern. „Wir müssen schauen, wie die Stadt mir bei der Verhandlung mit Hessen-Forst helfen kann“, sagt Meyer. FW-Vorstandsmitglied Leiendecker vermutet, dass die wirtschaftliche Bedeutung der Fläche für Hessen-Forst eher gering ist. „Ich könnte mir vorstellen, dass der Stadtkonzern den Waldzoo unterstützen könnte, etwa bei der Beleuchtung des Zugangs oder um mehr Hinweisschilder im Stadtgebiet zu installieren: Bisher gibt es gerade einmal ein Schild“, sagt er.

Das Gelände des Waldzoos ist übersichtlich.

Waldzoo in Offenbach: Zum Aufpäppeln von Eichhörnchen braucht es mehr Platz

Dass mehr Tierarten gezeigt werden, sei aber nicht das Ziel der Erweiterung, betont Meyer. „Ich möchte unsere Gehege vergrößern um den Tieren einen zeitgemäßen Lebensraum zu bieten“, sagt sie. Außerdem brauche der Bereich der Wildtierhilfe, der den Besuchern nicht zugänglich ist, dringend mehr Platz. „Vergangenes Jahr wurden uns etwa viele Eichhörnchen gebracht, die zwergwüchsig waren – da braucht es einfach Platz, um sie aufzupäppeln, bis wir sie auswildern können.“

Der Waldzoo

Gegründet 1965 von einem Förster, ist der Waldzoo am Nassen Dreieck Heimat von aktuell 314 Tieren. Bis 28. März kann der Waldzoo nur nach Voranmeldung besucht werden. Maximal zwei Familien gleichzeitig dürfen das Gelände betreten – das dann aber ohne Maske. Anmeldung für Besuche unter z 069 852520. Ab zehn Euro monatlich können außerdem Patenschaften für Tiere übernommen werden. Spenden werden auf dem Spendenkonto Waldzoo bei der Städtischen Sparkasse unter IBAN DE09 5055 0020 0000100773 entgegengenommen.

Die Erweiterung sei nicht nur für die Tiere nötig, auch den Besuchern würde der zusätzliche Platz zugute kommen. „Unser Spielplatz für die Kinder ist schon sehr klein, den würde ich gern vergrößern“, sagt Meyer. Denkbar wäre dann auch ein „grünes Klassenzimmer“ für Schulklassen, die den Waldzoo besuchen.

Die Corona-Schließung der vergangenen Monate hat der Tierpark für Renovierungen genutzt: „Momentan bauen wir neue Ställe für Kaninchen, auch das Wellensittichgehege wird erneuert.“ Dafür sei der Zoo aber auf Spenden angewiesen, gerade Baumaterial würde fehlen. „Über Baumarkt-Gutscheine würden wir uns freuen, die wären eine wirkliche Hilfe“, sagt die Waldzoo-Leiterin. (Frank Sommer)

Der Waldzoo Offenbach versorgt auch gerettete Wildtiere: Seit 2020 gehört die Wildtierhilfe Schäfer zum Waldzoo, die etwa vom Baum gestürzte Eichhörnchen, verletzte Amselbabys, Siebenschläfer und Igel aufzupäppeln versucht.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare