Wasserpumpen in Kitas

Vorm Spielen heißt es spülen

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Die Wasserpumpen in den städtischen Kitas sind wieder in Betrieb. Aber der Gesetzgeber macht strenge Auflagen. Die Kinder der städtischen Kita Rheinstraße freuen sich, dass die besonders beliebte Wasserpumpe endlich wieder zum Planschen und Matschen einlädt.

Offenbach - Nachdem im Frühjahr die Wasserpumpen auf den öffentlichen Spielplätzen der Stadt wieder in Betrieb genommen wurden, heißt es passend zum sommerlichen Wetter und nach langer Wartezeit auch wieder „Wasser marsch“ in den städtischen Kitas.

Die Freude ist indes nicht ungetrübt. Denn die novellierte bundesweite Trinkwasserverordnung (TWVO) aus dem Jahr 2011 trifft private und öffentliche Hauseigentümer wie die städtische Gebäudemanagement Offenbach (GBM) hart: Sie müssen strenge Auflagen einhalten, um das Risiko einer Infektion mit den als sehr gefährlich geltenden Legionellen zu minimieren. Die neuen Pflichten stellten die Verantwortlichen vor viele Fragen, weshalb sich die GBM im Frühjahr 2012 entschloss, die im vorangegangenen Herbst abgebauten Pumpen an den Außenanlagen von Spielplätzen und Kitas zum Schutze der Gesundheit von Kindern und Erwachsenen zunächst nicht mehr zu installieren.

Nachdem verschiedene Methoden für eine keimfreie Wasserversorgung geprüft wurden, hat sich die GBM nach Rücksprache mit dem Stadtgesundheitsamt auf eine zumindest vorübergehende Lösung geeinigt: „Wir lassen die Wasserleitungen durch unseren Hausmeister-Service alle 72 Stunden manuell spülen, damit sich keine Keime in stehendem Wasser entwickeln können“, erläutert Roberto Antunes, bei der GBM für die Spielplätze zuständig.

Dauerhafte Lösung noch nicht gefunden

Dieser Weg, der analog zu den Spielplätzen auch an allen sieben betroffenen Kitas sowie an der Wilhelmschule (die einzige mit einer Pumpe im Außengelände) gegangen wird, stellt jedoch nur einen Zwischenschritt dar: „Wir werden in diesem Jahr Personal- und Kostenaufwand ermitteln, um anschließend eine dauerhafte Lösung zu erarbeiten“, kündigt Antunes an. Als Alternative böten sich batteriebetriebene automatische Vorrichtungen an, die das manuelle Spülen ersetzen – eine Investition, deren Kosten nicht abschließend geklärt seien.

Alle Wasser-Spielplätze wurden im Übrigen mit Hinweissymbolen „Kein Trinkwasser“ ausgestattet. Warum, erläutert der Leiter des Stadtgesundheitsamts, Bernhard Bornhofen: „Die Wasseranlagen werden zwar mit Trinkwasser gespeist und regelmäßig gespült. Trotzdem ist es nicht möglich, die hohe Wasserqualität an den sich im Freien befindlichen Pumpen zu halten. Vögel, Insekten, Spritzer, Erde und Staub sorgen dafür, dass das Wasser nicht ganz so sauber wie das Trinkwasser aus dem Hausleitungsnetz ist.“

(mad)

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