Über den Zaun muss keiner

+
So sollte es nicht sein: Zehnkämpfer Pascal Behrenbruch hat es sich für den Fotografen auf dem Sofa bequem gemacht. Am Sonntag ist das aber strikt verboten!

Offenbach - Schauer-Kulisse ade. Die Zeiten sind endgültig vorbei, als das ehemalige Tambourbad als düstere Kulisse für Fernsehkrimis diente. Bagger ebneten das Trümmerbad ein. Von Dirk Beutel

Dort ist - inklusive der schon damals bestehenden Fußballplätze und der Leichtathletikanlage - ein Sportzentrum gewachsen. Gestern wurde der sechste und vorerst letzte Rasenplatz freigegeben. Voilà! Das neue Sportzentrum Wiener Ring ist fertig.

Damit steht das für etwa fünf Millionen Euro erweiterte Areal bereit für eine kleine Premiere im sportlichen Kalender Offenbachs: Zum ersten Mal wird das Familiensportfest „Runter vom Sofa - raus aus dem Haus“ in Offenbach ausgerichtet. Das Sportfest war bereits in Neu-Isenburg und Dreieich ein Erfolg und animierte jeweils bis zu 2 000 Menschen, sich sportlich auszuprobieren: Probekraxeln an der Kletterwand, Schwitzen bei der Boxaerobic oder mit dem Lichtgewehr seine Zielgenauigkeit testen - danach zum Human Soccer (Tischfußball mit echten Menschen) und zum Abschluss vielleicht noch eine Runde auf dem Rhönrad.

Ziel: Menschen ermuntern, mehr Sport zu treiben

So oder so ähnlich könnte diesen Sonntag ein Nachmittag aussehen, wenn nahezu 30 Offenbacher Vereine mit mehr als 150 ehrenamtlichen Helfern ein abwechslungsreiches Sportangebot für Jung und Alt und die ganze Familie auf die Beine stellen. „Das Ziel des Festes besteht darin, die Menschen zu ermuntern, wieder mehr Sport zu treiben. Vor allem in den Vereinen“, sagt Oberbürgermeister Horst Schneider bei der gestrigen Programmvorstellung.

Dazu hat sich der Rathauschef lokale Sportprominenz ins Boot geholt: Den Zehnkämpfer Pascal Behrenbruch, der für das Sportfest zusätzlich die Werbetrommel rühren soll. Auch der Athlet, der für die LG Eintracht Frankfurt startet, war gestern zum ersten Mal im neuen Sportzentrum und zeigte sich von der Anlage beeindruckt. „Kein Vergleich zu früher, als ich abends immer über den Zaun geklettert bin, um hier auf der Tartanbahn zu trainieren. Damals musste man ab und zu noch ein paar Löchern ausweichen“, erinnert sich Behrenbruch. Allerdings kann der gebürtige Offenbacher nicht persönlich zur Sportfestpremiere erscheinen. Ein Vierkampf in der Nähe von Stuttgart steht auf seinem Terminplan für die Vorbereitung zur Leichtathletik-Weltmeisterschaft im südkoreanischen Daegu.

Wetterlage ist sehr wichtig

Wenn das Wetter mitspielt rechnet Jürgen Weil, Leiter des Sportbüros, mit ähnlichen Besucherzahlen wie in den letzten Jahren im Kreis. Allerdings hat man dort die Erfahrung gemacht, wie wichtig die Wetterlage ist. „Das Sportfest 2009 in Sprendlingen ist wegen dem Regen regelrecht abgesoffen“, berichtet Peter Dinkel, Vorsitzender des Sportkreises Offenbach.

Als kleines Bonbon stehen außerdem zwischen 13 und 15 Uhr die OFC-Fußballer Marcel Stadel, Pascal Testroet, Daniel Gunkel und Nicolas Feldhahn für Autogrammwünsche zur Verfügung.

‹ Das Sportfest wird am Sonntag, 7. August, um 11 Uhr mit einer Tanzeinlage des Rock´n´Roll Clubs Jeunesse eröffnet. Danach haben die Besucher bis 17 Uhr Zeit, das Angebot im Sportzentrum am Wiener Ring zu nutzen. Der Eintritt ist kostenlos. Autofahrer finden 150 Parkplätze über die Zufahrt der Bieberer Straße (gegenüber des Stadions). Auf dem alten Parkplatz am Tambourweg stehen nun die Umkleidekabinen und ein Heim für mehrere Vereine.

Kommentare