Tausch von Steuergeräten

Offenbach will Stop-and-Go reduzieren - das wird teuer

Besserer Verkehrsfluss für weniger Kohlenmonoxid in Offenbach.
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Besserer Verkehrsfluss für weniger Kohlenmonoxid in Offenbach.

Mit neuen Steuergeräten soll der Verkehrsfluss in Offenbach verbessert werden. Aber das geht ins Geld.

  • Stadt Offenbach will Stop-and-Go reduzieren
  • Moderne Steuergeräte müssen ausgetauscht werden
  • Verkehr: Masterplan für „Green City“ mit Frankfurt erarbeitet 

Offenbach – Das geht ins Geld: Die Stadt beginnt mit dem Austausch von Steuergeräten an vier Kreuzungen der Berliner Straße. Das Projekt summiert sich auf etwa 330. 000 Euro. Es ist Teil der kommunalen Ausgaben, um das „Verkehrsaufkommen zu strukturieren“. Heißt: Die Verantwortlichen möchten vor allem das emissionsintensive Stop-and-Go reduzieren. Das zählt zur Gesamtstrategie der Stadt zur Luftreinhaltung.

Die entscheidende Technik an den Straßenkreuzungen verbirgt sich in den unscheinbar wirkenden Kästen, die meist etwas abseits stehen. Was dort die Firmen verbauen, ist ausschlaggebend für die moderne Verkehrssteuerung, die heute einhergeht mit der Vokabel „verflüssigen“. Das heißt, die Schaltungen erfolgen auch nach Verkehrsaufkommen, das gerade im Berufsverkehr erheblich variiert: morgens rein, abends raus.

Steuergeräte in Offenbach: Ersatzteilbeschaffung nicht mehr möglich

Und die modernen Steuergeräte sind äußerst flexibel. „Von der Stand-alone-Lösung ohne Sensorik und Anbindung an einen übergeordneten Verkehrsrechner bis zur nahtlosen Einbindung in umfassende Verkehrsleitsysteme größerer Städte“, wirbt beispielsweise Siemens als einer der großen Hersteller von „Steuerungslösungen fürs Verkehrsmanagement“.

Notwendig wird an der Berliner Straße der Austausch an vier Kreuzungen: Pirazzistraße, Lilistraße, Ludwigstraße und Luisenstraße. Das kostet- zwischen 56 .000 und 99. 500 Euro. Bei den bisherigen Geräten handelt es sich laut Magistratsvorlage um die „mittlerweile veraltete Geräte-Generation vom Typ MS“. Wie lange die bisherigen Geräte ihren Dienst verrichtet haben, lässt sich nur erahnen: „Da dieser Typ vom Hersteller abgekündigt wurde, ist die Ersatzteilbeschaffung nicht mehr möglich.“

Offenbach & Frankfurt: Masterplan für die „Green City“

Bei Reparatur muss auf die Lagerhaltung der Energienetze Offenbach (ENO) zurückgegriffen werden, „welche unter diesen Umständen bereits einen kritischen Bestand gemeldet hat“. Zudem sei eine Änderung der „Signalsicherung“ nur noch eingeschränkt möglich. Aber ausgerechnet dieser kommt bald eine entscheidende Rolle zu. Die Verflüssigung des Verkehrs ist eine der kommunalen Maßnahmen zur Umsetzung des Masterplans NOx – jene Stickstoffoxide, die hauptsächlich bei Verbrennungsprozessen in Anlagen und Motoren entstehen.

Weil Luft keine Stadtgrenzen kennt und punktuelle Einzelmaßnahmen die Werte für Stickoxide nicht dauerhaft und vor allem nicht schnell genug senken, hat Offenbach mit Frankfurt einen gemeinsamen „Masterplan Green-City“ erarbeitet und mit dem hessischen Umweltministerium abgestimmt.

Auch Öffentlicher Nahverkehr soll in Offenbach gestärkt werden

Auf Grundlage einer Bestandsaufnahme und Analyse des Mobilitätsverhaltens wurde ein Maßnahmenkatalog entwickelt, in dem die Digitalisierung ein zentrales Handlungsfeld darstellt. Geplant sind eine Optimierung des Verkehrsflusses unter anderem durch neue digitale Steuergeräte an den Lichtsignalanlagen (nicht allein der vier entlang der Berliner Straße) sowie die Stärkung des Radverkehrs und des Öffentlichen Nahverkehrs. „Wir müssen den Menschen attraktive Alternativen aufzeigen, damit sie vielleicht doch das Auto stehen lassen“, so Umweltamtsleiterin Heike Hollerbach, „oder, wenn sich dies nicht vermeiden lässt, dafür sorgen, dass der Verkehr punktgenau und sensitiv gesteuert wird.“

Der 67-seitige Masterplan zur NOx-Minderung der beiden Großstädte Frankfurt und Offenbach ist im Internet nachzulesen.

VON MARTIN KUHN

Gleich nach Ostern soll der Umbau des City-Centers am Marktplatz in Offenbach losgehen. „Der Bauantrag liegt seit zwei Wochen vor, starten werden wir mit der Baustellen-Einrichtung auf der B-Ebene“, erläutern die Investoren Michael Dietrich und René Rudolph.

Mitten in der Corona-Krise: Mit einer kuriosen Instagram-Kampagne macht die Stadt Offenbach auf sich aufmerksam.

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