Junge Menschen gesucht

EKO will mit Video-Kampagne in sozialen Netzwerken um Erzieher werben

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EKO-Betriebsleiter Roberto Priore, Sozialdezernentin Sabine Groß und die stellvertretende EKO-Betriebsleiterin Annette Gork (von links) präsentieren die neue Werbekampagne des städtischen Eigenbetriebs.

Mit einem neuen, bunten Logo und einer Video-Kampagne für die sozialen Mediennetzwerke versucht der Eigenbetrieb Kindertagesstätten Offenbach (EKO), dringend benötigtes Fachpersonal für sich zu interessieren. Vor allem Erzieher werden nach wie vor händeringend gesucht.

Offenbach – Ein zweieinhalb Minuten langer Imagefilm sowie mehrere knapp einminütige Kurzfilme sollen in Kürze in Netzwerken wie Facebook und auf der Videoplattform YouTube veröffentlicht werden. In den Kurzfilmen erklären Kinder Begriffe wie „Erzieher“, „Kita“ oder auch „Sprachenvielfalt“ und „Offenbach“ – ohne diese Begriffe selbst nennen zu dürfen. Der Imagefilm hingegen betont die Qualitäten Offenbachs als Wohnort und die Freuden des Erzieherberufs beim EKO. Doch warum macht man diesen nicht einfach reizvoller, indem man ein höheres Gehalt zahlt? „Weil wir an den Tarifvertrag gebunden sind“, erklärt Sozialdezernentin Sabine Groß. „Deshalb versuchen wir, den Beruf auf diesem Weg für jüngere Menschen attraktiver zu machen.“ Über die sozialen Medien hofft man, sie zu erreichen.

Auf Nachfrage unserer Zeitung verrät EKO-Betriebsleiter Roberto Priore, wie viele Erzieher der städtische Eigenbetrieb eigentlich benötigt: „Wenn wir die reine Zahl unbesetzter Stellen nehmen, sind es auf den ersten Blick gar nicht so viele.“ Auf dem Papier fehlten lediglich zehn Erzieher. „Aber wir haben auch eine hohe Zahl von Personen, die wir im Moment durch Zeitarbeitskräfte ersetzen. Das ist nicht unser Ideal, sondern eine Notlösung.“ Rechne man diese Stellen mit ein, seien es 40 Fachkräfte, die dem EKO aktuell fehlten, so Priore. Eine Zahl, angesichts derer auch klar wird, weshalb die Stadt nun auch die Mühen werblicher Videoproduktion auf sich nimmt.

Doch selbst wenn der Mangel an Erziehern getilgt wäre, wäre das räumliche Potenzial der bereits bestehenden Kitas noch nicht ausgeschöpft, wie Priore betont. „Die Kita am Hafen ist zum Beispiel für noch mehr Gruppen geplant, als aktuell in Betrieb sind. Da versuchen wir, im Sommer noch mal an den Start zu gehen – auch dafür suchen wir neue Kräfte.“ Und mit dem Goethequartier werde zum Jahreswechsel die nächste Kita öffnen, für die wieder neues Personal gebraucht werde. Angesichts weiterer Bauvorhaben prognostiziert Roberto Priore: „Wir planen mittlerweile bis 2025, da können Sie von mindestens 50 Personen ausgehen, die wir noch benötigen werden.“

Auch finanziell bedeutet der Bevölkerungswachstum eine Herausforderung für Stadt und EKO. Sozialdezernentin Sabine Groß: „Bei den Betriebskostenzuschüssen für die Kindertagesstätten sind wir inzwischen bei rund 51 Millionen Euro, wenn man alle Kitas im Stadtgebiet miteinrechnet. Das ist mehr, als wir für die Kosten von Wohnungen für Hartz-IV-Empfänger ausgeben. Das hat sich im letzen Jahr gedreht.“ In Groß’ Augen eine positive Nachricht, da im Bereich Hartz-IV eben der Bedarf zurückgegangen sei. Zur Jahresmitte will der EKO einen neuen Internetauftritt präsentieren, die Videos seiner Werbekampagne werden dort zu sehen sein. Außerdem sind Vorführungen bei Fachveranstaltungen und in der EKO-Anmeldestelle vorgesehen.

Aber wie viele Kinder betreut der EKO eigentlich zur Zeit, und wo sind sie untergebracht? Betriebsleiter Roberto Priore: „Von unseren knapp 3 600 Kindern haben wir etwa 2 400 im Kindergartenbereich, knapp 200 im Krabbel- und etwa 1 000 Kinder im Hortbereich, wobei 400 in normalen Hortgruppen sind und 600 in Kooperationsgruppen mit Offenbacher Schulen. Da sind jeweils zwei Erzieher und eine Lehrkraft, die sie im Rahmen einer Ganztagsbetreuung begleiten.“

Der EKO beschäftigt aktuell 600 Fachkräfte und bildet berufsbegleitend 89 junge Menschen aus.

Infos im Internet gibt es auf t1p.de/EKO.

VON MARIAN MEIDEL

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