Immobilienentwickler geben gute Noten

Wohnungsbau boomt: Offenbach immer attraktiver

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Viele Baustellen in Offenbach.

Offenbach - Immobilienentwickler entdecken mehr und mehr Offenbach. Die Stadt wird zum Ausweichquartier für eine Branche, die Alternativen sucht zu teuren Grundstücken und zum Platzmangel in Frankfurt. In Offenbach boomt der Wohnungsbau.

Es herrscht Aufbruchstimmung: Offenbach zieht inzwischen im großen Stil Immobilienentwickler an. Was Fachleute aus Verwaltung, Unternehmen und Wissenschaft bereits bei einer Veranstaltung in Offenbach belegten, wird jetzt von weiteren Experten aus Rhein-Main bestätigt. „Da ist ein gewisser Boom am laufen“, sagt Manfred Binsfeld, Teamleiter Immobilien Research bei Feri EuroRating in Bad Homburg.

„Investoren kommen eher auf ihre Kosten. Die Bruttorendite ist höher als in Frankfurt. Das Bauvolumen macht Sinn“, so Binsfeld. Bei den Wohnungssuchenden spricht er von einer Abstimmung mit den Füßen: „In dem Maß, wie die Mieten in Frankfurt unerschwinglich werden, wird Offenbach attraktiver.“ Pro Offenbach schlagen zu Buche: die Lage mitten im Rhein-Main-Gebiet, Raum, Nachfrageüberhang, ein positiver Wanderungssaldo und ein im Vergleich zu anderen Großstädten unterdurchschnittlicher Leerstand. Zusätzlich haben die Wohnungsmieten Potenzial nach oben.

Boom verändert Gesicht der Stadt

Der Boom verändert das Gesicht der Stadt. Das wird am ehemaligen Hafen sichtbar. Das früher verpönte Areal am Main wandelt sich zum Treffpunkt für Flaneure, Radfahrer und Szenegänger. Es wächst ein komplett neues Viertel. Frank Junker von der ABG Holding, der Frankfurt Wohnungs- und Immobiliengesellschaft, schwärmt von einem urbanen Umfeld, das deutlicher günstiger zu haben sei als in der Nachbarstadt. Den Manager locken auch die Grundstückspreise nach Offenbach: „Zwanzig Prozent unter Frankfurt-Niveau.“ ABG-Hoffnungen sind auch mit dem Projekt auf dem innerstädtischen Gelände der ehemaligen Druckmaschinenfabrik von MAN Roland verbunden; für rund 37 Millionen Euro werden dort Wohnungen gebaut.

Für größte Aufmerksamkeit sorgt in der Branche der dickste Brocken: Die 300 Millionen-Euro-Investition des Berliner Entwicklers Christoph Gröner von der CG Immobiliengruppe auf dem Kaiserlei-Areal. Es geht um ein Hotel und den Umbau eines riesigen, leerstehenden Bürokomplexes in 1100 Wohnungen für rund 3000 Menschen. Nach der Idee von Gröner sollen zahlungskräftige Manager einziehen, die kurzzeitig im Rhein-Main-Gebiet arbeiten. „Arbeitgeber holen sich Kontingente“, ist der Investor überzeugt. Er schielt dabei auf Kundschaft aus der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt.

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Jürgen Amberger, Wirtschaftsförderer der Stadt Offenbach, hat die Stellschrauben des Haushalts im Blick: Zuwachs an Einwohnern und Gewerbe bringt zusätzliches Geld in die Kasse, das die Stadt dringend zum Schuldenabbau braucht. Weil Zuzug andererseits Investitionen in die Infrastruktur erfordert, hofft er auch auf mehr Gewerbeansiedlungen.

op/dpa

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