In Offenbach wird Wohnen teurer

Offenbach - Die Offenbacher bekommen die Finanzmisere ihrer Stadt immer stärker und auch ganz direkt zu spüren.

Eine Auflage des Regierungspräsidenten (RP) geht besonders an den Geldbeutel: Die bereits 2013 von 430 auf 500 Punkte angehobene Steuer für bebaute Grundstücke muss erneut steigen. Der Magistrat entschied sich für eine drastische Anhebung auf 600 Punkte. Wie Stadtkämmerer Felix Schwenke (SPD) erläuterte, gebietet der RP defizitären Städten, den Hebesatz der Grundsteuer B mindestens zehn Prozent über dem Durchschnitt vergleichbarer Kommunen anzusiedeln. Für Offenbach ergäben sich eigentlich nur 512 Punkte für 2015, doch will der Magistrat laut Schwenke „Stabilität für einen längeren Zeitraum“. Die 600 Punkte seien auch ein Signal, dass die Stadt vor unpopulären Maßgaben nicht zurückschrecke. Zum Vergleich: Frankfurt nimmt 500 Punkte seit 2013, Rüsselsheim will 800.

Für Eigenheimbesitzer kann das Mehrkosten in dreistelliger Höhe zur Folge haben, Mieter werden es an ihren Umlagen spüren. Mehreinnahmen von 4,5 Millionen Euro helfen, das 2015er Defizit schutzschirmkonform auf 38,66 Millionen zu halten. Mit diesem zusätzlichen Minus dürften die Verbindlichkeiten Offenbachs 2015 die Milliardengrenze überschreiten.

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Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young veröffentlichte gestern eine Studie, wonach die Stadt Ende 2013 in einem Schuldensumpf von 958 Millionen steckte. Damit steht jeder Offenbacher mit 8 037 Euro in der Kreide. Nur die Bürger Oberhausens sind schlimmer dran. Kämmerer Schwenke überrascht die Studie nicht: „Da den ärmsten Kommunen nicht entscheidend geholfen wird, verschulden sie sich immer schlimmer.“

(tk)

Rubriklistenbild: © dpa

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