Hilfsprojekt von Offenbacherin

Xenia Hügel engagiert sich für ein Waisenhaus in Uganda

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Xenia Hügel besuchte mit dem Rapper Kollegah das Waisenhaus.

Das Hilfsprojekt „Sounds of Hope Children Center“ ist für Autorin Xenia Hügel aus Offenbach eine echte Herzensangelegenheit. 

Offenbach – Seit fast einem Jahr engagiert sich die 36-jährige Neu-Offenbacherin für das Waisenhaus und hat bei unzähligen Veranstaltungen, von Lesungen bis Partys sowie über diverse Social Media-Kanäle, mittlerweile etwa 18 000 Euro Spenden gesammelt.

Aufmerksam ist sie auf die Situation des Waisenhauses für Straßenkinder, deren Eltern an Aids verstorben sind, via Facebook geworden. Sie habe daraufhin Kontakt zu dem Heimleiter des „Sounds of Hope Children Center“, Nicholas Mubeezi, aufgenommen und fortan gemeinsam überlegt, wie sich die Situation vor Ort verbessern ließe.

Fehlte es in dem Waisenhaus anfangs noch am nötigsten, hat sich die Lage mittlerweile mit Hilfe der vielen Spenden spürbar verbessert. Die drei- bis zwölfjährigen Kinder können inzwischen alle einen Kindergarten oder eine Schule besuchen. Doch nicht nur der Zugang zu Nahrung, Bildung und medizinischer Behandlung ist seitdem für die Waisenkinder gesichert. 

Offenbacherin Xenia Hügel schafft mit Projekt Arbeitsplätze für Mütter 

Für zehn alleinerziehende Mütter, die in der Nähe des Waisenhauses leben, konnten außerdem Arbeitsplätze geschaffen werden. Hügel erzählt, dass diese neben Schmuck ebenfalls wiederverwendbare Damenbinden herstellen. Diese werden sowohl an die Kinder des Waisenhauses als auch an weitere Bewohnerinnen der Umgebung verteilt und ermöglichen jungen Frauen somit auch während ihrer Periode den Schulbesuch und darüber hinaus die generelle Teilhabe am öffentlichen Leben. Im Rahmen eines HIV-Aufklärungsprojektes werde zudem mit Radiosendungen und der kostenlosen Verteilung von Kondomen über die Gefahren sexuell übertragbarer Krankheiten informiert.

Nahe der ugandischen Hauptstadt Kampala soll das von Xenia Hügel unterstützte neue Waisenhaus entstehen. 

Erst im vergangenen Monat ist Hügel zum zweiten Mal selbst im „Sounds of Hope Children Center“ zu Besuch gewesen, um sich vor Ort ein Bild von den Fortschritten zu machen. Begleitet hat sie auf ihrer Reise der Rapper Kollegah. Der finanzierte bisher sowohl den Bau eines Klassenzimmers als auch eines Brunnens. Felix Blume, wie der Rapper mit bürgerlichem Namen heißt, machte bislang vor allem Schlagzeilen aufgrund seiner häufig ins verschwörungstheoretische abdriftenden, teils antisemitischen sowie extrem frauenverachtenden Songtexte und Musikvideos.

Hügel, die schon öfter soziale Projekte mit Rappern durchgeführt hat, betont jedoch, sie sei „mit Felix da drüben gewesen und nicht mit Kollegah“. Diesen beschreibt sie als einen „sehr großzügigen Menschen mit großem Herz“, der nichts mit seinem künstlerischen Alter Ego zu tun habe. Dennoch drängt sich die Frage auf, aus welcher Motivation heraus sich der Rapper für das Projekt engagiert. Ob er dies lediglich als Privatperson tut, sich aus Image-Gründen beteiligt oder ihm letztlich etwas unbezahlte Werbung für seine diese Woche beginnende Tour ganz gelegen kommt, bleibt jedoch unklar. Eine entsprechende Nachfrage bei seinem Management blieb unbeantwortet.

„Sounds of Hope Children Center“ betreut 85 Waisenkinder

Dennoch haben Hügel und Mubeezi in den vergangenen Monaten schon viel erreichen können. Aber kleiner werden die Herausforderungen trotz allem nicht. Denn die Anzahl von anfangs 35 Waisenkindern, die im „Sounds of Hope Children Center“ lebten und betreut werden, hat sich mittlerweile auf 85 erhöht. Zwar können derzeit 50 von ihnen in Pflegefamilien untergebracht werden, doch Hügel zufolge stelle dies keine dauerhafte Lösung dar. Daher lautet das nächste Etappenziel: ein eigenes Haus für alle 85 Waisenkinder zu bauen.

Mithilfe des Geschäftsmanns Norbert Wetzig aus Nordrhein-Westfalen und des Youtubers „Nexxt“ konnte mittlerweile ein Grundstück erworben werden, auf dem gebaut wird. Obgleich bereits 4200 Euro in den Hausbau geflossen sind, erzählt Hügel, dass „wir bis Ende des Monats trotzdem noch etwa weitere 4000 Euro Spenden benötigen, um das Haus auch wirklich fertigstellen zu können.“

Da der Eigentümer des Gebäudes, in dem das Waisenhaus derzeit untergebracht ist, das Mietverhältnis zum 31. Oktober gekündigt hat, drängt die Zeit. Damit die gegenwärtig 35 Bewohner auch weiterhin unter einem Dach leben können, versuchen Hügel und ihre Helfer alles Notwendige zu veranlassen, damit das neue Haus rechtzeitig fertiggestellt und bezogen werden kann.

Von Joel Schmidt

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