Software analysiert die Muster

Zahl der Einbrüche ist weiter gesunken

Offenbach -  Die Meldungen gleichen und wiederholen sich: „Einbrecher kamen über den Balkon.“ „Terrassentür aufgehebelt.“ „Wer sah kletternde Einbrecher?“ Dennoch atmen nicht nur die Beamten auf: Die Zahl der Wohnungseinbrüche geht kontinuierlich zurück – auch in Offenbach.

Fürs Stadtgebiet registrierte das Polizeipräsidium im vergangenen Jahr 227 Wohnungseinbrüche. Das sind 84 Delikte oder 27 Prozent weniger als im Vorjahr (311 Fälle); lediglich 2009 wurden weniger „WED“ registriert. Die Aufklärungsquote hinkt aber etwas hinterher: Sie konnte um 2,2 Prozentpunkte auf 28,6 Prozent (Vorjahr: 26,4 Prozent) gesteigert werden. Dennoch liegt sie über den Werten von Hanau oder dem Main-Kinzig-Kreis, die ebenfalls in die Zuständigkeit des Polizeipräsidiums Südosthessen fallen.

„Den deutlichen Rückgang der Fallzahlen sowie die Steigerung der Aufklärungsquote beim Einbruch führe ich nicht zuletzt auf unsere umfangreichen Kontrollmaßnahmen und eine gute Ermittlungsarbeit zurück“, sagte Polizeipräsident Roland Ullmann bei der Vorstellung der Zahlen. Wichtig für die Ermittler: In 51,7 Prozent der Fälle scheiterten die Täter. Vor zehn Jahren lag der Versuchsanteil bei den Wohnungseinbrüchen bei 41,4 Prozent.

„Hierin erkenne ich ein deutliches Indiz dafür, dass die Bürger ihr Heim zunehmend gut sichern und damit den Einbrechern erfolgreich einen Riegel vorschieben“, so Ullmann. Darin wolle man die Bevölkerung weiterhin unterstützen und ihr anbieten, „unsere Beratungsangebote in Anspruch zu nehmen, um sich aufzeigen zu lassen, wie sich - manchmal schon mit geringem Aufwand - die eigenen vier Wände besser sichern lassen.“

Ullmann ist überzeugt: Die beste Art, Kriminalität zu bekämpfen, ist, „sie gar nicht erst entstehen zu lassen – und genau das ist der Gedanke der Kriminalprävention!“ Auch 2017 haben die kriminalpolizeilichen Berater in Sachen Einbruchsschutz an Veranstaltungen wie der Fachmesse „Bauen, Wohnen, Renovieren“ in den Messehallen teilgenommen. Zudem erfolgten durch die „Fachleute gegen Einbrecher“ 553 Beratungen an Ort und Stelle sowie 1198 Auskünfte in den Beratungsstellen.

Wie die Polizei beim Einbruchschutz hilft

Darüber hinaus nutzt das Präsidium, das als eine der Pilotdienststellen bereits 2016 gute Erfahrungen gesammelt hatte, das nunmehr hessenweit verfügbare Computerprogramm „KLB operativ“, das aus den polizeilichen Datenbeständen räumliche und zeitliche Schwerpunkte ableitet und bestimmte Verhaltensmuster der Täter erkennt. Es soll helfen, Einbruchziele zu prognostizieren und Täter durch den zielgerichteten Einsatz polizeilicher Kräfte im direkten Tatumfeld dingfest zu machen.

Zur Bekämpfung des Einbruchdiebstahls erfolgten im vergangenen Jahr 1091 Einsätze. Das Spektrum reichte von zielgerichteten Maßnahmen gemäß KLB-Prognosen bis hin zu Großkontrollstellen. Überprüft wurden 11 268 Personen (Vorjahr: 5 344). Darunter befanden sich 422 Personen, die als örtliche Tatverdächtige schon in Erscheinung getreten waren. Bei 50 Personen handelte es sich um überörtliche Tatverdächtige. „In drei Fällen stellten wir Diebesgut sicher, 113 Personen wurden festgenommen“, bilanziert Ullmann. (mk)

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Rubriklistenbild: © Symbolfoto: Andreas Gebert/dpa

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