„Verstöße mit Methode“

Zögerliches Handeln von Al-Wazir kritisiert

Offenbach - Die Kritik am zögerlichen Vorgehen von Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) bei der Sanktionierung von verspäteten Starts und Landungen am Frankfurter Flughafen hält an.

Während eines Interviews bei der 67. Mahnwache des „Bündnisses der Bürgerinitiativen“ (BBI) am Frankfurter Flughafen zeigte die Offenbacher SPD-Landtagskandidatin Nadine Gersberg kein Verständnis für das „zaghafte“ Handeln des Ministers in den vergangenen Monaten.

„Sich über die vielen Starts und Landungen einfach nur zu ärgern, wie es Verkehrsminister Tarek Al Wazir in seinem Sommerinterview mit dem Hessischen Rundfunk bekundet hat, reicht hinten und vorne nicht aus“ ärgerte sich Gersberg. „Die Verstöße gegen das Nachflugverbot scheinen immer mehr zur Methode zu werden.“

Mehr zum Thema:

Nachtflugverbot: Al-Wazir verärgert über Feldmann

Verspätete Flüge in der Nacht auf Rekordniveau

Allein im Juni seien 205 Maschinen nach 23 Uhr gelandet und 135 gestartet. Gesetzlich möglich seien verspätete Starts nur, wenn sie außerhalb des Einflusses der Airlines liegen. Das könne zum Beispiel eine schlechte Wetterlage sein. Eine Studie von Eurocontrol habe aber gezeigt, dass die verspäteten Starts und Landungen zum größten Teil hausgemacht seien: „Wenn Flugpläne zu eng getaktet sind und zu viel Personal bei der Flugsicherung eingespart wird, sind Verspätungen die logische Folge“ so Gersberg.

Bilder: Fluglärmgegner demonstrieren zum 250. Mal

Die Sozialdemokratin versteht darum nicht, warum bei mehr als 570 Fällen nur knapp 50 Verfahren eingeleitet worden seien. „Ministeriumsmitarbeiter zu schicken, um mit Piloten darüber sprechen, reicht bei Weitem nicht aus“. Gersberg fordert, es müsse intensiver als bisher geprüft werden, ob Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet werden können. Auch über die Höhe des Ordnungsgeldes von maximal 50.000 Euro müsse nachgedacht werden. Gersberg: „Es scheint für die Fluggesellschaften nicht Abschreckung genug zu sein“. (mad)

Rubriklistenbild: © dpa

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare