Nachbesserung 

Zusätzlich blaue Striche in der Fahrradstraße

Zumindest auf der Grafik wird’s anschaulich. Ob die zusätzliche blaue Markierung zum Verständnis in der Praxis beiträgt, wird sich in den nächsten Wochen zeigen. -  Grafik: bikeOF
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Zumindest auf der Grafik wird’s anschaulich. Ob die zusätzliche blaue Markierung zum Verständnis in der Praxis beiträgt, wird sich in den nächsten Wochen zeigen.

Offenbach - Sicherheitsbedenken, unter anderem von unserer Zeitung geäußert, wurden offenbar erhört: Auf der Fahrradstraßen-Teststrecke in der Senefelderstraße (zwischen Starkenburgring und Marienstraße) wir nun nachgebessert. Zumindest ein bisschen .

Offiziell klingt das gestern aus dem Rathaus so: Nach den ersten Erfahrungen auf der Senefelderstraße werden die Markierungen nun vervollständigt; mit Behinderungen ist bis Ende Oktober zu rechnen. Zudem fährt die Hochschule Darmstadt mit ihren Messungen zur Evaluierung des Projekts fort.

Im Detail wird’s dann aber eher enttäuschend. So soll künftig statt einer weißen eine zusätzliche blaue Linie den Mindestabstand zu den parkenden Autos verdeutlichen. „Die bisherige weiße Linie rückt näher an den Bordstein heran, damit sie nicht mehr als Schutzstreifen für die Radfahrer missverstanden wird“, heißt es. Zudem erhält der rund 500 Meter lange Testabschnitt vier weitere große Radsymbole auf der Fahrbahn. Die Redaktion hatte eine schraffierte Sperrfläche vorgeschlagen, nachdem selbst Radfahrer, die vielerorts rumkommen, die bisherige Lösung kritisiert hatten: „Das versteht kein Mensch...“

Zur Erinnerung: Seit Ende September hat der Radverkehr zwischen Starkenburgring und Marienstraße Vorrang, und es gilt Tempo 30 für alle. Ob diese Geschwindigkeitsbegrenzung eingehalten wird und wie sich die Einrichtung der Fahrradstraße insgesamt auf den Verkehr auswirkt, untersucht die Hochschule Darmstadt, die für das sogenannte Monitoring des Projekts zuständig ist.

Bilder: Die Fahrradstellplätze in Offenbach

Grundsätzlich dürfen Radler auf der Fahrradstraße nebeneinander fahren, Autofahrer müssen Rücksicht nehmen – und dürfen lediglich als Anlieger die Straße nutzen, worauf unlängst aufgestellte Schilder hinweisen. Eine entscheidende Frage: Wird so der Schleichverkehr unterbunden?

Der Test läuft im Zuge des Projekts „Bike Offenbach – eine Stadt neu erfahren“. Bis 2021 entstehen neun Kilometer Fahrradstraßen, die das Stadtgebiet und das Umland neu erschließen. Die Fortführungen (Markierungen oder bauliche Maßnahmen) messen in der Summe etwa 25 Kilometer.

Das Bundesumweltministerium hat im Frühjahr 2018 die Mittel für das Verbundprojekt Fahrrad-(straßen)-stadt Offenbach bewilligt und stellt dafür rund 4,53 Millionen Euro aus den Mitteln der Nationalen Klimaschutzinitiative zur Verfügung. Verbundpartner ist die Stadt Neu-Isenburg, die ebenfalls eine Förderzusage bekam. Die Gesamtkosten des über die Region hinaus wegweisenden Projekts liegen bei 5,95 Millionen Euro. (mad)

Infos unter www.bikeoffenbach.de

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