Zuschuss von 4,5 Millionen Euro

Neubau soll das marode Jugendzentrum Lauterborn ersetzen

Das Jugendzentrum Lauterborn aus den 1960er Jahren ist wegen Setzrissen teilweise für die Besucher gesperrt. Foto: Sommer
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Das Jugendzentrum Lauterborn aus den 1960er Jahren ist wegen Setzrissen teilweise für die Besucher gesperrt. 

Gute Nachrichten nicht nur für die Kinder und Jugendlichen im Lauterborn, sondern auch für die stets klamme Stadtkasse: Das Land Hessen fördert den dringend notwendigen Neubau des maroden Jugendzentrums „Charly-Stürz-Heim“ mit insgesamt 4,5 Millionen Euro. 

Offenbach – Das rund 50 Jahre alte Gebäude an der Ecke Johann-Strauß-Weg / Schubertstraße war zuletzt in die Schlagzeilen gekommen, da sich im vergangenen Jahr durch die Trockenheit des Sommers Setzrisse gebildet hatten. Die Folge: Seit November 2018 sind sechs der neun Räume aus Sicherheitsgründen gesperrt. So mussten etwa Toilettenwagen aufgestellt werden, da auch die Sanitärbereiche betroffen waren. Auch der Heizungsraum war zunächst nicht mehr betretbar, doch dank der Hilfe von Statikern konnte der Raum zumindest kurzzeitig für die Inbetriebnahme der Heizungen wieder begehbar gemacht werden.

Eine Sanierung des in die Jahre gekommenen Gebäudes wurde schnell als unrentabel verworfen. Allerdings belastet ein Neubau die ohnehin durch zahlreiche Neu- und Erweiterungsbauten von Schulen und Kitas arg strapazierte Stadtkasse weiter. Einige Monate wurde es daher still um das Vorhaben. Während etwa die Erweiterung der Edith-Stein-Schule von der Tansania-Koalition sehr offensiv vertreten wurde, schien es so, als sei das Lauterborner Jugendzentrum in Vergessenheit geraten.

Die Stadt und das Jugendamt suchten jedoch in der Zeit Fördergeld für den Neubau zu akquirieren. Am gestrigen Mittwoch hat das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen grünes Licht gegeben: Aus dem Städtebauprogramm „Investitionspakt Soziale Integration im Quartier“ erhält die Stadt die genannte Millionenförderung für das Projekt.

Wie hoch der Eigenanteil der Stadt an den Kosten des Neubaus ausfällt, steht noch nicht fest. „Da wir das Bauprojekt durch die Setzungen des alten Gebäudes schnell aufsetzen mussten, sind die Baukosten bisher noch geschätzt und werden noch genauer kalkuliert“, sagt Baustadtrat Paul-Gerhard Weiß (FDP). Man rechne aber mit Gesamtkosten in Höhe von knapp fünf Millionen Euro, ohne weitere Zuschüsse müsste die Stadt demnach eine halbe Million Euro selbst beisteuern.

Die bisherige Planung der Stadt sieht dabei ein deutlich größeres Bauwerk als das bisherige Bestandsgebäude vor. Durch die zusätzliche Fläche werde eine Kooperation mit der benachbarten Kita 8 möglich: Zwei Hortgruppen der Kita würden in das Jugendzentrum ziehen, das dann als „Familienzentrum“ dienen würde. „Die Kita können wir so um zwei Gruppen – Kindergarten- oder Krabbelgruppen – erweitern“, sagt Sozialstadträtin Sabine Groß (Grüne).

Auch wenn durch das Familienzentrum neue Aufgaben und Projekte wie Urban Gardening am Standort hinzukommen, am grundlegenden Konzept der Jugendarbeit in Lauterborn werde aber festgehalten, betont Groß. Das Zentrum sei ein wichtiger Anlaufpunkt für die Jugendlichen des Stadtteils: Freizeitangebote für Kinder, Jugendprojekte, Hausaufgabenhilfe oder Angebote für den Übergang von Schule zum Beruf sind daher unabdingbar.

VON FRANK SOMMER

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