Auf 10.000 Euro

Stadt verdoppelt Zuschuss für Waldzoo

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Der Waldzoo im Hainbachtal ist Ausflugsziel für Menschen und Auffangstation für Tiere zugleich. Standfestigkeit ist im Alltag mit Tieren nicht nur finanziell gefordert: Jasmin Zimmermann, stellvertretende Leiterin des Waldzoos, bei der Fütterung der Schafe.

Offenbach - Der Waldzoo im Hainbachtal ist Ausflugsziel für Menschen und Auffangstation für Tiere zugleich. Nun wurde der Zuschuss erhöht. Von Veronika Schade

Er ist Naturerlebnis für Städter, Ausflugsziel für Familien, Kleinod im Stadtwald. Zumindest bei schönem Wetter. An kalten, schmuddeligen Tagen verirrt sich kaum ein Besucher in den Waldzoo. „Von den Eintrittsgeldern allein können wir nicht leben“, sagt Zooleiterin Susanne Wollensak. Umso größer ist die Freude, dass nach einem Beschluss der Stadtverordnetenversammlung der städtische Zuschuss erhöht wurde.

„Bislang lag der Zuschuss bei 4600 Euro im Jahr, vor einigen Wochen haben wir ihn auf 10.000 Euro erhöht“, bestätigt Werner Hinkelbein, im Liegenschaftsamt zuständig für den Zoo. Ursprünglich wurde der Antrag auf Erhöhung 2009 von der Partei MUT (Mensch Umwelt Tierschutz) eingereicht, stieß auf Zustimmung weiterer Parteien. „Der Waldzoo ist eine etablierte Einrichtung in unserer Stadt“, begründet Hinkelbein den Erfolg des Antrags. Besonders für Kindergruppen sei er ein wichtiger Anziehungspunkt, wo sie mit Natur und Tieren in Kontakt treten könnten.

Gleichzeitig ist der 1965 gegründete Zoo Auffangstation für Fundtiere und Anlaufstelle der Behörden für beschlagnahmte Tiere, die im Heim nicht unterkommen können, etwa Wildtiere oder Exoten. „Die Tiere, die wir aber am häufigsten vor der Tür finden, sind Meerschweinchen und Kaninchen“, sagt die stellvertretende Zooleiterin Jasmin Zimmermann. Deshalb ist die Zusammenarbeit mit dem Tierheim sehr eng. Zusätzlich dient der Zoo als Gnadenhof für alte Tiere.

Leiden unter einem Feuer

Weitere Informationen gibt es im Internet.

Mehr als 300 Tiere 29 verschiedener Arten leben auf dem Gelände im Stadtwald nahe des Hainbachs. Sie zu versorgen, ist zeit- und kostenaufwändig. „Im Sommer ist alles schön und gut, da kommen Besucher, wir haben freiwillige Helfer. Im Winter aber ist alles vorbei“, spricht Wollensak aus Erfahrung. Trotz des erhöhten Zuschusses sei der Zoobetrieb ohne ehrenamtliche Helfer und Spenden nicht zu stemmen. „Es müssen nicht mal Geldspenden sein“, sagt die Zoochefin, Oft seien handfeste Dinge wie Heu- und Futterspenden oder Mistgabeln und Rechen die größere Hilfe. „Toll ist, wenn sich Leute finden, die Tierarzt- und Futterrechnungen übernehmen.“

Noch immer leidet der Zoo unter den Folgen des Feuers im Jahr 2011. Trotz städtischer Soforthilfe musste er finanzielle Einbußen hinnehmen, die Träume in weite Entfernung rücken ließen. „Ich wünsche mir einen Aufenthaltsraum – ein Café, in dem es sich Besucher auch bei kaltem Wetter bequem machen können“, so Wollensak, die sich davon mehr Zulauf verspricht. „Wir würden darin einen kleinen Schulungsraum unterbringen für zoopädagogische Veranstaltungen.“ Die Räume sind bereits vorhanden, doch der Ausbau sei im Moment nicht zu finanzieren. „Das ist ein Langzeitprojekt.“

Brand im Waldzoo 2011

Brand im Waldzoo

Weiterer Wunsch der Zoobetreiberin, ihrer Stellvertreterin und der drei Auszubildenden ist eine zusätzliche Beschilderung – es gibt lediglich ein Hinweisschild am Parkplatz Nasses Dreieck. „Es wäre schön, wenn es von der Autobahn aus ein paar Schilder gäbe, die auf uns aufmerksam machen“, sagt Wollensak. Doch in dieser Hinsicht bleibt die Stadt strikt. „Für private Einrichtungen wird grundsätzlich keine Beschilderung genehmigt“, erklärt Hinkelbein. „Wenn wir einmal damit anfangen, kommen immer mehr Leute, die sich die gleiche Behandlung wünschen.“

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Auch eine Ausweitung des Zoos sieht die Stadt skeptisch – da seien große Hürden hinsichtlich forst- und naturschutzrechtlicher Belange zu überwinden. „Wir brauchen mehr Platz“, sagt Wollensak. „Nicht, um neue Tiere aufzunehmen, sondern um ihnen eine bessere Haltung zu ermöglichen.“ Auch das sieht sie als Langzeitprojekt.

Ab nächstem Jahr stellt der Waldzoo als Gegenleistung für den erhöhten Zuschuss Gutscheine für Offenbacher Kita- und Grundschulgruppen aus. Konkretes wird derzeit geklärt.

Wer den Waldzoo unterstützen möchte, erreicht ihn unter 069/852520. Als Futterspenden nimmt man alles aus der Küche außer Zwiebeln und Bohnen. Auch Tierpatenschaften sind möglich.

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