Apps aus Offenbach

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Thomas Hörle (links) und Thomas Hebbel sind Geschäftsführer der Agentur „200grad“.

Offenbach - Einen ausgiebigen Stadtrundgang aber nicht etwa durch einen Tourguide, sondern lediglich durch ein Smartphone – eine Internetapplikation macht das möglich. Die Offenbacher Agentur „200grad“ ist auf die Entwicklung verschiedenster Web-Apps spezialisiert. Von Sabrina Kristen 

Applikationen (kurz: Apps) sind Internetanwendungen, die sich flexibel dem Computer, Tablet oder Smartphone anpassen und kein eigenes Betriebssystem benötigen. Gegründet wurde die Agentur in der Ludwigstraße bereits im Jahr 2005, wenn auch mit anderer thematischer Ausrichtung: „Damals lag der Fokus noch mehr auf den Bereich Marketing und der Produktion von Internetauftritten und Flyern“, erzählt Geschäftsführer Thomas Hebbel. Im Jahr 2010 kam Thomas Hörle als weiterer Geschäftsführer zur Agentur hinzu.

Inzwischen liefert „200grad“ individuelle Online-Tools und klassische Apps. Diese sollen für den Nutzer einfach und schnell zu durchschauen sein. Das dreiköpfige Team will neben der klassischen Programmierung auch mit kreativem Design punkten. „Wenn es vom Kunden so gewünscht ist, können wir uns grafisch und spielerisch austoben“, sagt Hörle. Die Kundschaft der Agentur ist weit verbreitet – von Dietzenbach über Frankreich bis hin nach Marokko – das Internet eröffnet diese Wege. „Auch unser Netz an freien Mitarbeitern reicht bis nach Spanien. Die modernen Kommunikationsmethoden wie Skype machen es möglich“, erzählt Hebbel.

Über eine eigene Internetpräsenz verfügt inzwischen nahezu jedes Unternehmen, doch ist diese nicht immer zeitgemäß. „Viele Internetauftritte sind nicht für Smartphones oder Tablets geeignet. Dabei ist gerade für kleinere und mittlere Unternehmen eine mobile Erreichbarkeit immer entscheidender“, sagt Hebbel. Durch mobile Webanwendungen könnten Daten einfach eingefügt werden, Inhalte und Strukturen seien leicht austauschbar, um die Anwendung so immer auf den aktuellen Stand zu halten. Preislisten können so schnell aktualisiert und verändert werden.

Je nachdem wie groß das Projekt ist, kann die Umsetzungszeit von vier Wochen bis drei Monaten betragen. „Das Faszinierende dabei ist einfach, wie man mit wenigen Klicks aus Nichts etwas erschaffen kann“, findet Hörle. Dabei ist die Arbeit bei „200grad“ nicht mit einem klassischen Bürojob zu vergleichen. „Wenn etwas dringend fertig werden muss, dann gehen schon mal die Nachtstunden und das Wochenende drauf“, sagt Hörle. Die inhaltliche Ausrichtung ist immer unterschiedlich: So hat die Agentur für die Stadt Idstein eine virtuelle Stadtführung per Web-App entwickelt, in der die zwölf schönsten Gebäude der Innenstadt vorgestellt werden. Für die Technische Universität Kaiserslautern erstellt „200grad“ derzeit eine App für Android-Tablets. Mit Hilfe dieser Applikation soll im Bereich Physik eine videogestützte Bewegungsanalyse durchgeführt werden. Auch Thai Airways in Frankfurt und Lexmark in Dietzenbach zählen zu den großen Kunden des Offenbacher Unternehmens.

Momentan sehen die Geschäftsführer die Branche in einer Umbruchphase: „Die Unternehmen erkennen, dass es nicht unbedingt eine App braucht, sondern vielmehr eine mobile Internetanwendung.“ Hebbel vermutet, dass sich dieser Trend in den kommenden Jahren noch drastischer fortsetzen wird. In punkto Kundengewinnung setzt die Agentur auf ein Netzwerk aus Empfehlungen. „Wir machen keine Konfektionsware, sondern alles maßgeschneidert. So wollen wir überzeugen“, betont Hörle.

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