Drei Kernprojekte sollen verwirklicht werden 

Albert-Schweitzer-Schule ist selbstständig

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Schulleiter Ulrich Schmidt ist stolz auf den neuen Status der Albert-Schweitzer-Schule.

Seit Jahresbeginn gehört die Albert-Schweitzer-Schule zu den sogenannten Selbstständigen Schulen. Vom hessischen Kultusministerium erhält das Gymnasium mehr Freiheiten bei Unterrichtsgestaltung und Finanzen. Schulleiter Ulrich Schmidt spricht mit uns über seine Pläne. Von Julia Radgen

„Das ist ein gutes Mittel, um zu einer noch besseren Schule zu werden“, sagt Ulrich Schmidt. Er leitet die Albert-Schweitzer-Schule (ASS) seit 2006 und freut sich über die Entscheidung des hessischen Kultusministeriums. „Nun können wir unseren Bedarf durch zusätzliche Mittel stillen.“ Eine Selbstständige Allgemeinbildende Schule (SES) erhält vom Ministerium größere Freiheiten in Sachen Unterrichtsgestaltung, Lehrmitteleinsatz und Personalgewinnung. Zwar steht sie weiter unter dessen Weisungsgewalt – „wir werden aber an der etwas längeren Leine gehalten“, formuliert es der Oberstudiendirektor scherzhaft in eigenen Worten.

Um in den Kreis der SES aufgenommen zu werden, muss sich eine Schule mit einem Konzept bewerben. Die ASS will drei Kernprojekte verwirklichen: Sie sollen die Eingangsstufe, die Förderprogramme sowie die Berufs- und Studienorientierung der Schule verbessern. Zum Vorhaben gehört, dass die Jahrgangsstufen 5 und 6 als pädagogische Einheit gelten. „Uns ist wichtig, dass die Grundschüler nach ihrem Schulwechsel bei uns gut ankommen“, sagt Schmidt. Da sich die Anforderungen von Kind zu Kind unterscheiden, will man individueller auf den einzelnen Schüler eingehen. Die Lehrkräfte sollen mehr beraten und sich genügend Zeit für den Einzelnen nehmen. Beispielsweise können Schüler ein Lerntagebuch führen, das Pädagogen mit ihnen durchgehen.

Regelmäßige Sprechstunden und Zusatzkurse

Um gezielte Förderung geht es auch im zweiten Projekt, das die Kenntnisstände der Schüler ausgleichen soll. „Wir unterrichten viele Kinder mit Migrationshintergrund“, sagt Schmidt über seine Schüler. „Bei einigen hapert’s am Schreiben.“ Deshalb sollen schwächere Schüler in speziellen Zusatzkursen gefördert werden. Berater sollen ihnen in regelmäßigen Sprechstunden helfen. Individuelle Handicaps will man so frühzeitig ausgleichen. Von „Krisenintervention“ spricht der Schulleiter. „Wir wollen aber auch unsere Besten weiterhin mitfördern“, betont der 65-Jährige. Das geschieht schon seit dem vergangenen Jahr durch das MINT-Exzellenz-Center, eine bundesweite Bestenförderung für naturwissenschaftliche Fächer, sowie das Schulsportzentrum.

Um ihre Schüler ebenso gut auf die Etappe nach der Schule vorzubereiten, sieht das dritte Projekt eine verbesserte Berufs- und Studienorientierung vor. „Die soll von der Mittelstufe bis zum Abitur dauern“, sagt Schmidt. Der frühe Start hat ganz praktische Gründe: Wer sich früh entscheidet, was er werden will, kann auf einen entsprechenden Abiturschnitt hinarbeiten oder Zusatzkenntnisse erwerben. Für diese Projekte, die insgesamt intensiver auf den individuellen Schüler eingehen, muss die ASS mehr Personal einsetzen. Der Status als selbstständige Schule ermöglicht es ihr, befristete Arbeitsverträge für zusätzliches pädagogische und assistierende Kräfte abzuschließen, auch für Projekte und Arbeitsgemeinschaften. Das können Schulsozialarbeiter, Verwaltungshilfen oder Medienassistenten sein.

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Als SES erhält die Schule vom Land das sogenannte Große Schulbudget. Mit dem vorherigen kleinen „waren keine großen Sprünge möglich“, sagt Schmidt. Für das kommende Schuljahr rechnet er mit bis zu 40.000 Euro. Schalten und walten, wie sie will, kann die Schule mit Geld und Personal nicht: Da herrscht Rechenschaftspflicht. Es gehe nicht ums Sparen, betont Schmidt, sondern um gezielten Mitteleinsatz. Und wofür genau, das wisse man an der Schule nun mal am besten.

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